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vom 17.09.2016, aktuelle Version,

Braunsdorf (Gemeinde Sitzendorf)

Braunsdorf (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Braunsdorf
Braunsdorf (Gemeinde Sitzendorf) (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Hollabrunn (HL), Niederösterreich
Pol. Gemeinde Sitzendorf an der Schmida
Koordinaten 48° 38′ 9″ N, 15° 56′ 11″ Of1
Höhe 259 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 171 (18. Dezember 2014)
Fläche d. KG 6,19 km²
Postleitzahl 3714 Sitzendorf an der Schmida
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 3857
Katastralgemeinde-Nummer 09005
Zählsprengel/ -bezirk Braunsdorf (31043 005)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS

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Braunsdorf ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Marktgemeinde Sitzendorf an der Schmida im Bezirk Hollabrunn im westlichen Weinviertel in Niederösterreich. Bis 1970 war Braunsdorf eine eigene Gemeinde.

Geographie

Das Dreieckangerdorf mit gassengruppenartigen Erweiterungen und erhöht gelegenem Schloss mit Kirche liegt etwa 3,5 Kilometer nördlich von Sitzendorf zwischen Goggendorf und Roseldorf östlich der Schmida und wird durch die Landesstraßen 49 und 1145 sowie die nördlich des Ortes vorbeiführende Landesstraße B2 erschlossen.

Geschichte

Die erste Besiedelung fand im 6. Jahrhundert durch die Langobarden statt.[1] Der im Jahre 1170 erstmals urkundlich erwähnte Ort[Anm. 1] gehörte zur Herrschaft der Braunsdorfer und gelangte nach dem Aussterben der Braunsdorfer spätestens in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts an Stephan von Eyczing.

Eine weitere Änderung der Herrschaftsverhältnisse in Braunsdorf ist vom 13. November 1575 überliefert, als Adam Freiherr von Puchheim auf Karlstein das Dorf an seine Schwägerin, Clara Freiin von Thannhausen, geborene Roggendorf, verkaufte. Das Patronat verblieb jedoch weiterhin bei der Herrschaft Karlstein. Diese fiel 1620 mit dem Patronat über Braunsdorf an die Krone. Braunsdorf wurde teilweise als Eigen und zum Teil als kaiserliches Lehen ausgewiesen, wie aus einem Kaufbrief aus dem Jahre 1666 überliefert ist. Bis zum Ende der Grundherrschaft im Jahre 1848 wechselte die Herrschaft noch mehrmals den Besitzer ehe Braunsdorf 1850 selbständige Gemeinde wurde.

Zwischen 1830 und 1870 war Braunsdorf von zahlreichen Katastrophen und Missernten betroffen. So gab es einige Brände und der Ort wurde mehrmals von der Cholera heimgesucht, was dazu führte, dass der Friedhof der Pfarre vergrößert werden musste. Zudem waren nach der Schlacht bei Königgrätz 1866 preußische Truppen im Ort einquartiert. All diese Fakten, verbunden durch die drückende Abgabenlast, die durch die Missernten noch verstärkt wurde, führten zu einer entsprechenden Belastung der Bevölkerung, die erst 1848/49 nach Aufhebung der Grundherrschaft gemildert wurde.

Braunsdorf blieb bis 1970 selbständige Gemeinde, ehe sie per 1. Jänner 1971 mit Sitzendorf vereinigt wurde.[2]

Literatur

  • Dehio-Handbuch Niederösterreich. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Topographisches Denkmälerinventar. Bd. 7: Niederösterreich. Nördlich der Donau. Schroll, Wien 1990, ISBN 3-7031-0652-2.
  • Peter Aichinger-Rosenberger (Hrsg.): Daheim in Sitzendorf. Heimatbuch der Marktgemeinde Sitzendorf an der Schmida. Marktgemeinde Sitzendorf an der Schmida, Sitzendorf 2006, ISBN 3-200-00577-7.
  Commons: Braunsdorf (Gemeinde Sitzendorf)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. Im Heimatbuch wird 1205 als Datum genannt

Einzelnachweise

  1. Dehio S. 71
  2. Heimatbuch S. 227 ff.