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vom 28.11.2017, aktuelle Version,

Brigitte Proksch

Brigitte Proksch (* 1962 in Wien) ist eine österreichische Theologin.

Leben

Brigitte Proksch studierte Theologie in Wien und Birmingham, promovierte am Institut für Ostkirchliche Theologie, Ökumene und Patristische Theologie in Graz und arbeitete von 1985 bis 2003 in verschiedenen Aufgaben im Afro-Asiatischen Institut in Wien und im Rektorat der katholischen Gemeinden aus Afrika, Asien und Lateinamerika in Wien, einer Sektion der Migrantenseelsorge der Erzdiözese Wien. Besondere Schwerpunkte ihrer Tätigkeit waren dabei die akademische und spirituelle Weiterbildung von katholischen Priestern aus Übersee in Österreich und der interreligiöse Dialog. In Ostafrika und Asien sammelte sie durch Projektreisen und Kontakte mit katholischen Diözesen und orthodoxen Kirchen weltkirchliche Erfahrung und konnte durch Beziehungen zum orthodoxen Patriarchat in Addis Abeba den Aufbau einer äthiopisch orthodoxen Kirche in Österreich vorbereiten und fördern.

Im Jahr 2003 schloss der Jesuitenorden mit Proksch ein Assoziierungsabkommen, wodurch sie sich dem Orden zur Verfügung stellte. Sie wurde in der Folge im Collegium Canisianum in Innsbruck sowie für Ökumene im Kardinal König Haus in Wien eingesetzt. 2004 wurde sie von VatikanJohannes Paul II. als Consultorin in den Päpstlicher Rat der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs (Pontificium Consilium de Spirituali Migrantium atque Itinerantium Cura) berufen. Proksch ist im weltweiten ignatianischen Netzwerk (Ignatian Associates) und in der pallottinischen Familie (Unione Del´Apostolato Catolico) engagiert. Als erste Frau im Leitungsteam eines römisch-katholischen Priesterseminars, des Canisiabums, wurde sie in der österreichischen Tageszeitung Der Standard am 11. November 2004 zum ´Kopf des Tages´. Das Canisianum, das bis 2007 ein von Jesuiten geführtes internationales Priesterseminar war, widmete sich vor allem der Ausbildung von Priesteramtskandidaten und der Weiterbildung von Priestern aus aller Welt, besonders aus Afrika, Asien und Südamerika. 2007 wurde der Seminarbetrieb geschlossen, das Haus als Studienhaus für postgraduierte Studien (Priester) weitergeführt.

Wissenschaftliche Tätigkeiten

Seit 2010 ist sie leitende Redakteurin der Zeitschrift "Religionen unterwegs" des Forum für Weltreligionen und gemeinsam mit Petrus Bsteh, Peter Ramers und Hans Waldenfels Mitherausgeberin der Buchreihe "Spiritualität im Dialog"; Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Ökumene und der Patristik, besonders in Äthiopien. Recherchen zu Vinzenz Pallotti und dem Zweiten Vatikanischen Konzil (Ekklesiologie), Studienreisen nach Ostafrika und Asien.

Schriften (Auswahl)

als Autorin
  • Christus in den Schriften Cyprians von Karthago. LIT-Verlag, Münster 2007, ISBN 978-3-8258-1103-7 (zugl. Dissertation, Universität Graz 2004).
  • Beteiligung - Vielfalt - Dialog. Inspirationen Vinzenz Pallottis zur Ekklesiologie, Friedberg 2014.
  • Spiritualität für die Gegenwart. Zeitgemäße Impulse für Christsein heute, Friedberg 2016.
als Herausgeberin
  • Reihe: Spiritualität im Dialog. LIT-Verlag, Münster 2009 ff.
  1. Spiritualität im Gespräch der Religionen I. 2009, ISBN 978-3-643-50000-7.
  2. Spiritualität im Gespräch der Religionen II. 2010, ISBN 978-3-643-50119-6.
  3. Das Charisma des Ursprungs und die Religionen. 2011, ISBN 978-3-643-50281-0.
  4. Wegbereiter des interreligiösen Dialogs, 2012.
  5. Die Orden im wandel Europas. Historische Episoden und ihre globalen Folgen, 2013.
  6. Ordenscharismen im Aufbruch zum Dialog mit den Weltreligionen, 2014.
  7. Die Dynamik des Anfangs im Paradigmenwechsel zur Moderne, 2016.