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vom 13.07.2015, aktuelle Version,

Burgstall Stampfegg

Burgstall Stampfegg
Burgstall Stampfegg im Winter 1985

Burgstall Stampfegg im Winter 1985

Alternativname(n): Stamphegkch
Entstehungszeit: 1013
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: Burgstall
Ort: Ortsteil Stampfendorf, Gemeinde Gutau
Geographische Lage 48° 27′ 37,8″ N, 14° 38′ 40,4″ O
Höhe: 668 m ü. NN
Burgstall Stampfegg (Oberösterreich)
Burgstall Stampfegg

Der Burgstall Stampfegg (auch als Stamphegkch bezeichnet und nach dem Stampfental benannt) ist eine abgegangene Spornburg auf 668 m ü. NN im Gebiet der Gemeinde Gutau im Bezirk Freistadt von Oberösterreich. Die abgekommene Burg bzw. der Burgstall liegt auf einem Felsen bei dem Zusammenfluss des Stampfenbaches mit der Aist oberhalb des Gasthauses Riedlhammer.

Geschichte

Die Gegend wird erstmals 853 n. Chr. erwähnt, als König Ludwig II. die dem Kloster Sankt Emmeram durch Graf Wilhelm geschenkten Gebiete zwischen der Aist und der Naarn, den sogenannten Regensburger Luß, bestätigt.[1]

1013 wird hier als Burgherr Bernecker von Capellen erwähnt. Um 1331 gehörte Stampfegg zusammen mit Prandegg zur Herrschaft Reichenstein. Mit Dorothea von Capellen starb dieses Geschlecht aus. Danach kam Stampfegg an die Liechtensteiner und die Reichensteiner. 1433 wird Stampfegg bereits als Burgstall bezeichnet, aber als Amt weitergeführt. So wird 1481 Stamphegkch als Mittelpunktes des gleichnamigen Amtes genannt. 1567 kam die Herrschaft an den steirischen Ritter Christoph Haym. Ihm folgte sein Sohn Hans II. Durch die Heirat von dessen Tochter Johanna Maria 1632 kam Stampfegg an Graf Wenzel Reichard von Sprinzenstein. 1729 kaufte Johann Georg Adam von Hoheneck das Amt Stampfegg und vereinigte es mit der Herrschaft Schlüßlberg. Ihm folgten 1769 die Grafen von Harrach, deren Besitz auf dem Heiratsweg an die Kinskys kam.

Die Substruktion von Stampfegg und ein Abschnittsgraben sind heute noch gut erkennbar. Hinweise auf eine ehemalige Massivbebauung sind vorhanden.[2] Die archäologischen Funde beziehen sich auf eine Knochen- und eine Spinnwirtel[3] sowie auf diverse Tonscherbenfunde.

Literatur

  • Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich, Band 1: Mühlviertel. Birken-Verlag, Wien 1962.
  • Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt. Verlag Ferdinand Berger & Söhne, Horn 1975, ISBN 3-85028-023-3.
  • Alfred Höllhuber: Eine namenlose Holzburg auf dem Strafenberg in der Marktgemeinde St. Leonhard bei Freistadt. Oberösterreichische Heimatblätter, 1980, 34, S. 141–165.
  • Leopold Josef Mayböck: In Vorbereitung, diverse Manuskripte, Gesammelte Daten und Fakten über Burgen, Burgställe, Schlösser, Sitze, Freihöfe im Unteren Mühlviertel. Unveröffentlichtes Manuskript, Schwertberg.
  • Josef Reitinger: Die ur- und frühgeschichtlichen Funde in Oberösterreich. Oberösterreichischer Landesverlag (Schriftenreihe des OÖ. Musealvereins, Bd. 3), Linz 1968.
  • Christian K. Steingruber: Eine kritische Betrachtung des Historisch-Topographischen Handbuches der Wehranlagen und Herrensitze Oberösterreichs. Ober-Österreichisches Landesarchiv, Linz 2013.

Einzelnachweise

  1. Alfred Höllhuber, 1980, S. 142.
  2. Christian K. Steingruber, 2013, S. 60.
  3. Christoph Gutjahr, 2006, S. 301.