Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. Ihre Nachricht (optional mit Ihrer E-Mail):
unbekannter Gast
vom 15.12.2018, aktuelle Version,

Christliche Kunstblätter

Christliche Kunstblätter

Fachgebiet Sakrale Kunst
Sprache Deutsch
Erstausgabe 1860/1865
Einstellung 1970
Herausgeber Diözesankunstverein Linz
Artikelarchiv 1862–1867, 1893–1943

Die Zeitschrift Christliche Kunstblätter (1860 bis 1970) war die Informationsschrift des 1858 gegründeten Linzer Diözesan-Kunstvereines, die 1971 mit einer evangelischen Kunstzeitschrift zu kunst und kirche fusionierte.

Der Diözesankunstverein Linz

Erste Überlegungen zur Schaffung eines eigenen katholischen Kunstvereins gehen auf das Jahr 1849 zurück.[1] Florian Wimmer wurde mit der Ausarbeitung eines Statutes und mit der Einleitung von Maßnahmen zur Vereinsgründung betraut. Bis zur Genehmigung der Statuten durch das Ordinariat dauerte es bis 1957 und der Verein war damit der erste kirchlich getragene Kunstverein Österreichs.[2]

Als Vereinsziele wurden

  • die Förderung und Pflege der christlichen Kunst (durch Belehrung über die Kunst, durch Vorträge und Aufsätze),
  • die Gründung eines Diözesanmuseums,
  • die Veranstaltung von Kunstausstellungen,
  • die Entfernung alles Unpassenden aus den Kirchen,
  • die Erforschung, Beschreibung und Abbildung und Erhaltung hervorragender Kunstwerke sowie
  • die Herstellung neuer Kunstwerke im christlichen Geiste

formuliert.[1]

Die Vereinstätigkeit begann nur zögerlich, obwohl der Verein bereits etwa zweihundert Mitglieder hatte. Die erste Generalversammlung am 18. Oktober 1859 gilt heute als Gründungsdatum. Prominentestes Vorstandsmitglied war damals Adalbert Stifter.[2]

In einem zu Beginn der 1990er-Jahre neu formulierten Zielbild gilt als wesentlicher Vereinszweck die Herausgabe der Zeitschrift kunst und kirche, die Unterstützung von Publikationen und Ausstellungen und die Förderung von jungen, zeitgenössischen Künstlern und Künstlerinnen.[2]

Entstehung und Entwicklung der Zeitschrift

Die Schriftenreihe erschien seit 1860 als Organ des christlichen Kunstvereins der Diözese Linz, zunächst als Beilage der Katholischen Blätter mit der Bezeichnung Blätter für christliche Kunst.[1]

Ab 18. November 1865 war die Zeitschrift monatlich als eigene Publikation auf dem Markt.[3] Von 1886 bis 1891 war es gleichzeitig auch das Organ des Cäcilienvereins und brachte zahlreiche musikalischen Artikeln und Notizen, teilweise auch mit Notenabdruck. Im Jahr 1893 erschien die Zeitschrift erstmals illustriert, und es wurde das Großoktavform eingeführt, das bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs verwendet wurde.[3] Von 1893 bis 1901 enthielt die Zeitschrift auch eine Beilage mit der Bezeichnung Der praktische Künstler.[3] Ab 1923 erschien die Zeitschrift quartalsweise, wobei die Hefte 1–3, 4–6, 7–9 und 10–12 in jeweils eine Ausgabe zusammengefasst wurden.

Der Druck erfolgte bei Huemers Witwe und Danner, Linz, später bei der Buchdruckerei des katholischen Pressvereins, Oberdonaudruck, Linz, ab Ende 1940 bei Josef Feichtingers Erben, Linz, nach dem Zweiten Weltkrieg beim Oberösterreichischen Landesverlag, Linz.

Jahrzehntelang lag der Themenschwerpunkt bei Gotik und Neugotik und wurde deshalb spöttisch auch Gothomann genannt.[4] Regelmäßig wurde über den Linzer Dombau berichtet, wobei von 1880 bis 1889 der laufende Baufortschritt im Titelbild abgebildet wurde.

1943 bis 1946 war das Erscheinen der Zeitschrift unterbrochen. Als Grund für die Einstellung wurde Papierknappheit angegeben.

1971 wurden die Christlichen Kunstblätter mit der deutschen evangelischen Kunstzeitschrift kunst und kirche zusammengeschlossen, wobei dadurch die erste ökumenische Zeitschrift im deutschen Sprachraum entstand.[2][4]

Redakteure

Liste der Redakteure der Christlichen Kunstblätter von 1860 bis 1970:[5]

  • Max Pammesberger (1860 bis 1864), Theologieprofessor
  • Franz Waldeck (1864 bis 1866), Domprediger
  • Georg Arminger (1866 bis 1868)
  • Josef Scheibelberger und Karl Kettl (1868 bis 1873), unterstützt von Florian Wimmer und Wilhelm Pailler
  • Matthias Hiptmair (1873 bis 1892), unterstützt von Johannes Geistberger
  • Johann Nepomuk Hauser (1893 bis 1896), unterstützt von Johannes Geistberger
  • Ludwig Bermanschläger (1896 bis 1902)
  • Balthasar Scherndl (1902 bis 1922) unterstützt von Martin Riesenhuber
  • Florian Oberchristl (1922 bis 1926)
  • Friedrich Pesendorfer (1927 bis 1935)
  • Josef Fließer (1935 bis 1939)
  • Franz X. Baldinger (1939 bis 1943)
  • Franz Beham (1947 bis 1950)
  • Amadeus Reisinger (1950 bis 1952)
  • Norbert Miko (1953 bis 1958)
  • Günter Rombold (1958 bis 1970)

Literatur

  • Johannes Ebner: Christlichen Kunstblätter und ihre Redakteure (1860 bis 1970). Ein kurzer Überblick. In: Landesinstitut für Volksbildung und Heimatpflege in Oberösterreich (Hrsg): Oberösterreichische Heimatblätter. 39. Jahrgang, Linz 1985, Heft 1, S. 43–48, online (PDF) im Forum OoeGeschichte.at.
  • Bernhard Prokisch: Die Christlichen Kunstblätter als Organ für die kirchliche Kunsttheorie des 19. Jahrhunderts in Oberösterreich. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Jahrgang 39, Heft 1, Linz 1985, S. 37–42, online (PDF) im Forum OoeGeschichte.at.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Ebner 1985, S. 43.
  2. 1 2 3 4 Martina Gelsinger, Beate Gschwendtner-Leitner: Wir über uns. Geschichte. Geschichte des Diözesenkunstverein Linz auf dkv-linz.at.
  3. 1 2 3 Ebner 1985, S. 44.
  4. 1 2 Christliche Kunstblätter. Organ des Linzer Diözesan-Kunstvereines. auf dkv-linz.at.
  5. Ebner 1985, S. 46f (mit Fotos aller Redakteure).