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vom 18.12.2016, aktuelle Version,

Claudia Theune-Vogt

Claudia Theune-Vogt (* 15. August 1959 in Kleve) ist eine deutsche Prähistorische Archäologin und Universitätsprofessorin an der Universität Wien (Schwerpunkt: Historische Archäologie)

Nach der Schulzeit in Kevelaer studierte Claudia Theune-Vogt in Marburg und Bonn. Sie promovierte 1988 in Marburg über die frühmittelalterliche Besiedlungsgeschichte im westlichen Bodenseegebiet, dem Hegau. Anschließend war sie von 1988 bis 1994 wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Auswertung des frühmittelalterlichen Gräberfeldes von Weingarten und dem Ausstellungsprojekt Hessen und Thüringen – Von den Anfängen bis zur Reformation sowie Stipendiatin an der Philipps-Universität Marburg. Von 1994 bis 2000 folgte eine Tätigkeit als wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin. Nachdem sich Theune-Vogt 2001 mit einer Arbeit über Strukturveränderungen in der Alamannia aufgrund der archäologischen Quellen habilitiert hatte, war sie bis 2006 wissenschaftliche Oberassistentin und Privatdozentin an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit dem 1. Januar 2007 ist sie Universitätsprofessorin für Ur- und Frühgeschichte mit dem Schwerpunkt Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit an der Universität Wien, Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie (ehemals Institut für Ur- und Frühgeschichte).

Theune-Vogt forscht insbesondere zur Archäologie der römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter. Insbesondere zur Strukturveränderung der Handwerks- und Handelsgeschichte, zu Produktion und Austausch, zur Siedlungsarchäologie, zur Wissenschaftsgeschichte des Faches und nimmt an Interdisziplinären Projekten teil. So forscht sie zum Goldbergbau in den Alpen, zu Handwerks- und handelsgeschichtlichen Problemen bei frühmittelalterlichen Perlen, zur Einrichtung und Geschichte des Vorgeschichtlichen Seminars in Marburg unter Gero von Merhart, zur spätmittelalterlichen Wüstung Pagram, bei Frankfurt (Oder) sowie zur Verbindung von Archäologie und Zeitgeschichte. Ein Schwerpunkt der letzten Jahre liegt in der zeitgeschichtlichen Archäologie, der archäologischen Erforschung ehemaliger Konzentrationslager in Österreich und Deutschland.

Claudia Theune-Vogt ist die Schwester der früheren Fußballerin und ehemaligen Fußballnationaltrainerin Tina Theune.

Schriften

  • mit Helmut Roth: Das frühmittelalterliche Gräberfeld bei Weingarten (Kr. Ravensburg). Katalog der Grabinventare (= Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg, Band = 44/I). Theiss, Stuttgart 1995, ISBN 3-8062-1175-2.
  • mit Helmut Roth: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg: Zur Chronologie merowingerzeitlicher Frauengräber in Südwestdeutschland. Ein Vorbericht zum Gräberfeld von Weingarten, Kr. Ravensburg. Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern, Stuttgart 1988.
  • The Analysis of Beads Found in the Merovingian Cemetery of Weingarten. Classification, Data Analysis, and Knowledge Organization. Models and Methods with Applications (= Proceedings of the 14th Annual Conference of the Gesellschaft für Klassifikation e.V. 12.–14. März 1990), Universität Marburg, Marburg 1991, S. 352–361.
  • Chronologische Ergebnisse zu den Perlen aus dem alamannischen Gräberfeld von Weingarten, Kr. Ravensburg (= Kleine Schriften aus dem Vorgeschichtlichen Seminar der Philipps-Universität Marburg, Nummer 33), Elwert, Marburg 1990.
  • Frühmittelalterliche Grabfunde im Hegau (Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie, Bd. 54/ Schriften zur Archäologie der germanischen und slawischen Frühgeschichte, Bd. 4), Habelt, Bonn 1999. ISBN 3-7749-2931-9.
  • Germanen und Romanen in der Alamannia (Ergänzungsbände Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band 45), de Gruyter, Berlin 2004. ISBN 3-11-017866-4.
  • „das dorff pagere“ – Die mittelalterliche Wüstung Pagram bei Frankfurt (Oder), hgg. v. Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (= Arbeitsberichte zur Bodendenkmalpflege in Brandenburg, Nummer = 17), Wünsdorf 2007. ISBN 978-3-910011-48-9.
  • Historical archaeology in national socialist concentration camps in Central Europe. Historische Archäologie 2010 online
  • Archäologie an Tatorten des 20. Jahrhunderts. Sonderheft 6, Archäologie in Deutschland 2014, Konrad Theiss Verlag / Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2014. ISBN 978-3-8062-2961-5. Rezensionen von Ulf Ickerodt mit Replik dazu von Florian Freund in H-Soz-Kult 26. Februar 2015 und Reinhard Bernbeck in 'Das Altertum' Bd 59, Jg. 2014, S. 311–316.
  • zusammen mit Tina Walzer: Jüdische Friedhöfe. Kultstätte, Erinnerungsort, Denkmal, Böhlau, Wien 2010. ISBN 978-3-205-78477-7.