unbekannter Gast
vom 03.08.2017, aktuelle Version,

Schloss Hanfelden

Schloss Hanfelden, Westansicht
Abbildung von Schloss Hanfelden in: G. M. Vischer: Topographia Ducatus Stiriae, 1681.

Schloss Hanfelden ist ein im Wesentlichen aus dem 15. Jahrhundert stammender Schlossbau im Ortsteil Unterzeiring in der Gemeinde Pölstal in der Steiermark.

Geschichte

Um 1410 begann der Mautpächter am Triebener Tauern, Caspar Han, mit der Errichtung eines Ansitzes. Dieser wurde 1480 von den Türken niedergebrannt. Sein Sohn Hans Han wurde vom römisch-deutschen König Maximilian I. mit dem Gut belehnt und begann 1494 mit dem Wiederaufbau. Ein Aufenthalt Maximilians I. im Schloss ist für 1506 dokumentiert. Die Familie Han musste das Schloss 1579 an Hans Rauchenberger verkaufen, welcher der Anlage ihre heutige frühbarocke Gestalt gab. Nachdem die Rauchenberger 1629 aufgrund ihrer protestantischen Religionszugehörigkeit das Land verlassen mussten, kam das Schloss in oft wechselnde Besitzverhältnisse. Dies führte dazu, dass es bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts baufällig war. 1856 wurde das Schloss durch den Gewerken Franz Xaver Neuper, dessen Nachkommen es noch heute besitzen, von der Familie Schwarzenberg erworben.

Das Gebäude, welches sich bis heute weitgehend so präsentiert, wie es Georg Matthäus Vischer 1681 in seiner Topographia Ducatus Stiriae zeigt, steht seit 1965 unter Denkmalschutz und stellt aufgrund seiner unverfälschten authentischen Erhaltung ein besonderes architektonisches und denkmalpflegerisches Juwel dar.

Forschung

Seit 2016 werden vom Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie (Universität Wien) unter der Leitung von Frau Prof. Claudia Theune-Vogt in Kooperation mit dem interdisziplinären Arbeitskreis Schloss Hanfelden archäologische und bauhistorische Untersuchungen durchgeführt.[1]

Innenausstattung

Das Schloss verfügt über die beiden einzigen noch erhaltenen, im Kern spätmittelalterlichen Blockwerkkammern in der Steiermark.[2][3]

Literatur

  • Josef Steiner-Wischenbart, Die Burgen und Schlösser im oberen Murtal, Graz 1913, 11-15.
  • Martin Aigner, Bauaufnahmen auf Schloß Hanfelden, Steiermark, Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 18 / Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie, Wien 2002, 5-20.
  • Walter Brunner, St. Oswald-Möderbrugg, Band 1 - Eine Gemeinde und ihre Geschichte, 2002, 682-709.
  • Gerhard Reichhalter, Blockwerkkammern des 13. bis 15. Jahrhunderts aus österreichischen Burgen, in: Burg und Funktion / Österreichische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte, Wien 2006, 179-192.
  Commons: Schloss Hanfelden  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wie aus einem Turm ein Schloss wurde. In: Kleine Zeitung. 29. Juli 2017. Abgerufen am 3. August 2017.
  2. Schloss Hanfelden. In: burgenseite.com. Abgerufen am 3. März 2016.
  3. 1. Maximilianfest im ehemaligen Jagdschloss des Kaisers. In: Kleine Zeitung. 23. September 2015, abgerufen am 3. März 2016.