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vom 22.06.2019, aktuelle Version,

David Posselt

David Posselt war ein österreichischer Orgelbauer, der im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts in Niederösterreich wirkte.

Leben und Werk

Biografische Details sind kaum bekannt. Posselt war als Orgelbauer in Wien und Umgebung tätig und wird als „Wiener Orgelmacher“ bezeichnet.[1] Vermutet wird, dass er nicht bürgerlicher Meister war, sondern für verschiedene Auftragsarbeiten jeweils eine behördliche Genehmigung erhielt.[2] Von seinen Orgeln sind nur Teile erhalten, so der kunstvolle Prospekt in Eggendorf am Walde im Stil des ausgehenden Barock. Das Werk wurde in der Vergangenheit allerdings als „mäßig gute Orgel“ beurteilt.[3]

Werkliste (Auswahl)

Kursivschreibung gibt an, dass die Orgel nicht oder nur noch das historische Gehäuse erhalten ist. In der fünften Spalte bezeichnet die römische Zahl die Anzahl der Manuale und ein großes „P“ ein selbstständiges Pedal. Die arabische Zahl gibt die Anzahl der klingenden Register an. Die letzte Spalte bietet Angaben zum Erhaltungszustand oder zu Besonderheiten. Kursivschreibung gibt an, dass die Orgel nicht oder nur noch das historische Gehäuse erhalten ist.

Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen
1766 Maissau Pfarrkirche Eggendorf am Walde I 6 Brüstungsorgel, Prospekt erhalten
17?? Wien Burg in Wiener Neustadt II/P 14 Neubau für 600 fl., für den die alte Orgel in Zahlung gegeben wurde; nicht erhalten
1771 Wien Lichtentaler Pfarrkirche Reparatur der Orgel von 1714; 1772 ersetzt[4]
1772 Hausleiten Kapelle hl. Aloysius Neubau; Prospekt erhalten; Orgel rekonstruiert
1772? Sieghartskirchen Pfarrkirche Sieghartskirchen 1780 Umsetzung in die Filialkirche St. Valentin in Röhrenbach[5]
1772 Erdberg Pfarrkirche Erdberg (Poysdorf) Neubau, für den 325 fl. bezahlt und das alte Positiv in Zahlung gegeben wurde[6]

Literatur

  • Otto Biba: Der Orgelbau in NÖ – Eine Einführung. Arbeitsbehelf der BDA, Wien 1973.
  • Oskar Eberstaller: Orgeln und Orgelbauer in Österreich. Böhlau, Graz/Köln 1955.
  • Hans Haselböck: Barocker Orgelschatz in Niederösterreich. Wien, München 1972.
  • Hans Heiling: Kurzinventar der Denkmalorgeln in Niederösterreich. Arbeitsbehelf der BDA. Wien 1973.
  • Karl Schütz: Der Wiener Orgelbau in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. (Dissertationen der Universität Wien; 35). Notring, Wien 1969.

Einzelnachweise

  1. Schütz: Der Wiener Orgelbau. 1969, S. 21.
  2. Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien (Hrsg.): Unsere Heimat. Bd. 64/65. Krnstall-Verlag, 1993, S. 117.
  3. Eberstaller: Orgeln und Orgelbauer in Österreich. 1955, S. 84.
  4. Günter Lade: Orgeln in Wien. Lade, 2006, S. 74.
  5. Orgel in Sieghartskirchen, gesehen 19. März 2013.
  6. Leopold M. Kantner: Figaro là, Figaro quà. Gedenkschrift Leopold M. Kantner. Verlag Der Apfel, Wien 2006, ISBN 3-85450-230-3, S. 318 f.