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vom 20.11.2016, aktuelle Version,

DiTech

DiTech GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1999
Auflösung 2014
Auflösungsgrund Insolvenz
Sitz Wien, Österreich
Leitung Damian Izdebski (GF)
Aleksandra Izdebska
Mitarbeiter 255 (2014)
Umsatz 120 Mio. Euro (2012)
Branche Elektronik-Fachmarkt
PC-Hersteller
Website www.ditech.at

Die DiTech GmbH war eine österreichische Fachmarktkette, die Smartphones, Tablets, PCs, Notebooks und IT-Zubehör vertrieb. Das österreichische Gallup-Institut wählte DiTech 2009 zum besten Computerhändler Österreichs.[1]

Anfang 2013 hat der Handels-Check 2012 von marketagent.com und Wirtschaftsblatt DiTech vor Media Markt, Saturn und Hartlauer als Nummer 1 im Elektrohandel ausgewiesen.[2]

Am 8. April 2014 wurde das Insolvenzverfahren über DiTech eröffnet[3].

Geschichte

DiTech (ausgeschrieben Daten- & Informationstechnik) wurde im Jahr 1999 vom damals 23-jährigen Damian Izdebski und seiner Frau Aleksandra Izdebska gegründet. Beide stammen aus Polen und kamen erst im Alter von 16 Jahren nach Österreich.[4] Das Paar mietete einen kleinen Laden im 20. Wiener Gemeindebezirk Brigittenau und startete mit zwei Technikern als PC-Dienstleister. Bald darauf begann das Unternehmen mit dem Einzel- und Versandhandel, auch ein Online-Shop wurde gegründet.[5]

2005 wurde ein zweites Ladengeschäft in Graz eröffnet, 2006 ein drittes in der SCS in Vösendorf, einem Wiener Vorort. Im Sommer 2005 begann DiTech unter dem Markennamen dimotion mit der Produktion von eigenen PC-Systemen. 2007 wurde die neue Zentrale in der Dresdnerstraße in Wien-Brigittenau bezogen.[6] In den folgenden Jahren wurden weitere Filialen eröffnet, unter anderem in Linz, Kufstein, Dornbirn, Villach, Amstetten, Horn, Liezen und Kapfenberg. Im April 2013 stieg die Zahl der Computer-Shops und -Fachmärkte durch die Fortsetzung eines neuartigen Shop-In-Shop Konzeptes auf der Linzer Landstraße auf insgesamt 22 an.[7]

Im Jahr 2012 erzielte das Unternehmen einen Nettoumsatz von 120 Millionen Euro und beschäftigte rund 300 Mitarbeiter.[8]

Am 10. März 2014 wurde bekannt, dass DiTech ein Sanierungsverfahren anstrebte. Als Grund dafür wurde vor allem die starke Expansion der letzten Jahre genannt. [9]

Am 3. April 2014 wurde bekannt, dass die Sanierung gescheitert ist und das Insolvenzverfahren über DiTech eröffnet worden ist. [10] Am 10. Juni 2014 wurde bekannt, dass die Marken- und Domainrechte DiTechs von der Firma E-Tec um 1,4 Millionen Euro gekauft worden sind. E-Tec will auch einige der ehemaligen DiTech-Filialen wieder öffnen.[11]

dimotion

Unter dem Markennamen dimotion ließ DiTech seit 2005 Computer und Server speziell für den österreichischen Markt fertigen. Im Jahr 2007 wurde die PC-Fertigung in ein eigenes Tochterunternehmen ausgegliedert. dimotion war in puncto Marktanteil nach Weltmarktführer HP mittlerweile der zweitgrößte Computerhersteller in Österreich.[12] Im März 2014 ging dimotion als Folge der finanziellen Probleme des Mutterkonzerns DiTech in Insolvenz.[13]

Handelskonzept

Das Handelskonzept von DiTech beruhte auf einer Multikanalstrategie, die im Sinne einer Verknüpfung von Onlineshop, Fachmärkten und Beratung weiterentwickelt wurde.[14] Die Kunden hatten die Möglichkeit, Produkte online zu reservieren und im Geschäft abzuholen. Zentral für dieses Hybrid-Konzept war die Gleichberechtigung zwischen dem Online- und dem Offlinehandel,[15] die in eine einheitliche Service- und Preispolitik mündete und eine entsprechende Lagerlogistik voraussetzte.[16]

Sonstiges

Die Gründer Damian Izdebski und Aleksandra Izdebska waren 2009 Finalisten bei der Wahl zum Österreicher des Jahres. Ebenfalls 2009 gewann das Paar den Entrepreneur des Jahres-Award von Ernst & Young in Österreich.

Aleksandra Izdebska, die in Wien Polnisch, Deutsch, Russisch als Dolmetscherin und Wirtschaft studierte, setzt sich auch für Integration ein und fungiert 2011 als Jurorin für den Österreichischen Integrationspreis.[17]

Im Juli 2012 verlieh der österreichische Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner DiTech eine staatliche Auszeichnung für besondere wirtschaftliche Leistungen. Das Unternehmen durfte danach das Bundeswappen im geschäftlichen Verkehr führen.[18]

Literatur

Damian Izdebski: Meine besten Fehler. Steinverlag, Bad Traunstein, 2015. ISBN 978-3-901392-55-9

Einzelnachweise

  1. Auszug aus der Studie des Österreichischen Gallup-Institutes. (PDF; 408 kB)
  2. Wirtschaftsblatt: DiTech setzt im Elektrohandel ein deutliches Zeichen (Memento vom 17. Januar 2013 im Internet Archive)
  3. http://www.edikte.justiz.gv.at/edikte/id/idedi8.nsf/suchedi?SearchView&subf=e&SearchOrder=4&SchuldnerS=ditech&BMAZ=NUL&ftquery=&query=%28%5BSchuldnerS%5D%3D%28ditech%29%29#1465021201650
  4. Der Standard: Erfolgreiche Migrantin – „Sprache ist ein wichtiger Faktor“
  5. http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/wirtschaft/2726998/ditech-ein-herz-fuer-megaherz.story
  6. ditech.at: DiTech – Eine Erfolgsstory im Überblick
  7. Oberösterreichische Nachrichten: DiTech eröffnet im Linzer Thalia
  8. DerStandard.at: DiTech steigert Umsatz auf 120 Mio Euro
  9. Computerhändler DiTech insolvent
  10. DiTech-Sanierung gescheitert auf wien.orf.at, abgerufen am 7. April 2014
  11. Zweites Leben für DiTech: E-Tec sticht Lugner aus in der Presse vom 10. Juni 2014 abgerufen am 22. Juni 2014
  12. Medianet, 8. April 2011: Fokussieren auf abgegrenztes Segment
  13. http://wien.orf.at/news/stories/2636218/
  14. Heute, 8. Juli 2011: "Heuer knacken wir die 100-Millionen-Marke!" (PDF; 339 kB)
  15. Tiroler Tageszeitung, 19. Oktober 2011, Auf zwei Beinen steht sich's wesentlich besser (PDF; 426 kB), S. 29
  16. ChefINFO, 3/2011, Handelsmacht Internet: Das perfekte Einkaufserlebnis über alle Kanäle (PDF; 4,8 MB), S. 6
  17. Jury des Österreichischen Integrationspreises 2011 abgerufen am 11. April 2011
  18. Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, Pressemeldung: Erfolgreiche Jungunternehmer ausgezeichnet abgerufen am 7. August 2012