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vom 10.08.2018, aktuelle Version,

Die Deutschmeister

Filmdaten
Originaltitel Die Deutschmeister
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1955
Länge 103 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Ernst Marischka
Drehbuch Ernst Marischka
Produktion Erma-Filmproduktion GmbH, Wien (Ernst Marischka)
Musik Robert Stolz,
Wilhelm August Jurek
Kamera Bruno Mondi
Schnitt Alfred Srp
Besetzung

Die Deutschmeister ist ein Wiener Film mit Romy Schneider, der die Entstehung des Deutschmeister-Regimentsmarsches von Wilhelm August Jurek erzählt. Uraufführung war am 8. November 1955 in der Lichtburg in Essen.

Handlung

Stanzi Hübner fährt nach Wien, um ihre Tante zu besuchen. Zufällig gerät sie in einen Kostümball und erregt die Aufmerksamkeit des Barons Zorndorff, der sie für eine Komtesse hält. Danach kann sie endlich ihre Tante besuchen, die eine Bäckerei führt. Bei einem Aufmarsch der Burgmusik entdeckt sie der junge Militärmusiker Willi Jurek, ein Deutschmeister, der sie daraufhin schüchtern im Laden ihrer Tante besucht.

Inzwischen sucht auch Baron Zorndorff nach der vermeintlichen Komtesse. Dabei lernt er eine echte Komtesse kennen, die sich schließlich als gerade richtig für ihn erweist. Auch Stanzis Tante hat einen Verehrer: Es ist der Hofrat Hofwirt, der dem Kaiser die schmackhaften Salzstangerln aus der Bäckerei überbringt. Allerdings wäre eine Heirat nicht standesgemäß.

Da Jurek mit einer neuen Marschkomposition zwar einen großen Publikumserfolg hat, durch unerlaubten Besuch eines Lokals aber mitsamt der ganzen Einheit bestraft zu werden droht, greift Stanzi ein: Sie versteckt das Notenblatt zum Deutschmeistermarsch in einem der Salzstangerln, mit denen ihre Tante Kaiser Franz Joseph beliefert.

Diese Dreistigkeit führt zunächst nur dazu, dass Stanzis Tante dem Kaiser keine Salzstangerln mehr liefern darf. Bei einer Audienz, die ihr gewährt wird, kann Stanzi dem gütigen Kaiser endlich den wahren Sachverhalt erklären. Er macht nun ihre Tante offiziell zur Hoflieferantin, was zur Folge hat, dass sie standesgemäß Hofrat Hofwirt heiraten kann.

Bei einer Parade vor dem österreichischen und dem deutschen Kaiser findet auch Jurek die gebührende Anerkennung. Er wird mit Stanzi vor die beiden Kaiser geholt, die voll des Lobes für seinen Marsch sind. Dem Glück von Stanzi mit ihrem Willi steht nun nichts mehr im Wege.

Lieder

  • Romy Schneider: Wenn die Vögel musizieren
  • Hans Moser, Magda Schneider: Mir ist’s gleich
  • Gretl Schörg: Im Prater blühn wieder die Bäume; Im Frühling im Mondschein im Prater in Wien
  • Fritz Imhoff, Heinz Conrads: Deutschmeister-Regimentsmarsch
  • Chor: Frühjahrsparade

Märsche

  • Hoch- und Deutschmeister-Marsch von Dominik Ertl
  • Deutschmeister-Regimentsmarsch von Wilhelm August Jurek
  • Bruckerlager Marsch und Hoch Habsburg von Johann Nepomuk Král (in Auszügen)

Hintergrund

Bereits 1934 hatte Ernst Marischka für Géza von Bolvárys Film Frühjahrsparade[1] zur Entstehung des Deutschmeister-Marsches das Drehbuch geliefert. 20 Jahre später inszenierte er sein farbenprächtiges Remake. Er ist selbst kurz zu sehen, indem er als Kunde des chaotischen Friseurs Swoboda (Hans Moser) durch das Bild geht. Der Film wurde im Atelier Wien-Sievering produziert, die Außenaufnahmen entstanden in Wien und Umgebung sowie in Salzburg.[2]

Nach den Angaben des Statistischen Amtes der Stadt Wien in dem Heft „Mitteilungen aus Statistik und Verwaltung der Stadt Wien“, wobei 1.000 Filme in 107 Wiener Kinos erfasst wurden, rangierte Die Deutschmeister unter den erfolgreichsten Filmen im Jahr 1955 auf Rang zwei hinter der US-amerikanischen Produktion Drei Münzen im Brunnen.[3]

Der von Fritz Imhoff und Heinz Conrads im Film gesungene Text auf das Trio des Deutschmeister-Regimentsmarsches entspricht in weiten Teilen nicht dem deutlich kämpferischeren Original, sondern wurde dem eher romantischen Grundton des Filmes angepasst.[4]

Kritiken

  • Das Dirk Jasper FilmLexikon bezeichnet Die Deutschmeister als „reizende Geschichte mit viel Gemüt, Humor und bunter k.u.k-Herrlichkeit“.
  • Das Lexikon des internationalen Films wertet ihn als „gefälliger, volkstümlicher Film in der operettenhaften Atmosphäre des alten Wien“.[5]
  • Das Heyne Film Lexikon (1996) sieht in ihm „eine der zahllosen Schnulzen über das alte Wien, die Romy Schneider dazu motiviert haben, ihr Heil in der Flucht zu suchen“.
  • Der Evangelische Film-Beobachter kommt zu der Einschätzung, der Streifen sei „in der Wiener Art süßlich verkitscht“, aber als „Unterhaltung ohne Tiefgang“ ab 16 geeignet.[6]

Einzelnachweise

  1. Frühjahrsparade. Ein Film aus Österreich-Ungarns Vergangenheit. In: filmportal.de. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 1. November 2017.
  2. Dr. Alfred Bauer: Deutscher Spielfilm Almanach. Band 2: 1946–1955, S. 492
  3. „Wien 1956: Berichte vom Juni 1956 – 5.6.1956: Die Wiener Kinos und ihre Besucher – Eine Analyse des Statistischen Amtes der Stadt Wien“
  4. Vgl. Originaltext hier: Text des Deutschmeister-Regimentsmarsches bei Volksliederarchiv
  5. Die Deutschmeister. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 1. November 2017.
  6. Kritik Nr. 723/1955