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vom 02.05.2017, aktuelle Version,

Energie Steiermark

Energie Steiermark AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1996
Sitz Graz
Leitung Christian Purrer, Martin Graf
Mitarbeiter 1.708[1]
Umsatz 1.119,9 Mio. Euro[1]
Branche Energieversorgung
Website www.e-steiermark.com
Stand: 2015 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2015

Die Energie Steiermark ist ein österreichisches Energieversorgungsunternehmen. Das Unternehmen mit seinen Tochtergesellschaften und Beteiligungen ist in den Geschäftsfeldern Strom, Gas und Wärme österreichweit mit dem Schwerpunkt Steiermark sowie international tätig.

Die größte Tochtergesellschaft der Energie Steiermark, die Energie Steiermark Kunden GmbH, übernimmt den Vertrieb, und die Stromnetz Steiermark GmbH den Betrieb, die Wartung und den Ausbau des Netzes. Darüber hinaus unterhält die Energie Steiermark Tochtergesellschaften bzw. Beteiligungen in Tschechien, Slowenien, Ungarn, Rumänien sowie in der Slowakei über die Tochtergesellschaft Stefe SK, die 2008 mit 250 Mitarbeitern einen Umsatz von 52 Mio. Euro erzielte, die Wärmeversorgung für 70.000 Wohnungen und öffentliche Gebäude sicherte und mit rund 9 % Marktanteil Marktführer am slowakischen Fernwärmemarkt war. Des Weiteren hält die Energie Steiermark 49 % der Anteile an der Energie Graz.[2]

Im Jahr 2013 verkaufte die Energie Steiermark 27.016 GWh Strom, 14.899 GWh Erdgas sowie 1.599 GWh Fernwärme und erzielte mit 1672 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,729 Milliarden Euro.[1]

Geschichte

Die Energie Steiermark AG wurde 1996 als Dachgesellschaft des Landes Steiermark für dessen Steirische Wasserkraft- und Elektrizitäts-AG (STEWEAG-STEG), Steirische Fernwärme und Steirische Ferngas gegründet.[3] Die STEWEAG war ursprünglich 1922 für den Ausbau der Mur gegründet worden, und wurde später mit der Steiermärkischen Elektrizitäts-Gesellschaft (STEG) fusioniert. Die STEG war der Strompionier in Raum Graz, und hatte mit ihrer Gründung 1910 die Werke Lebring und Peggau, beide in den 1900ern erbaut, übernommen.[4]

1998 beteiligten sich der französische Energieversorger Électricité de France (EDF) und der Erdgaskonzern Gaz de France (GDF) an der Energie Steiermark und gingen strategische Partnerschaften ein. Dabei hielten sie gemeinsam 25 Prozent (plus eine Aktie). Die restlichen 75 Prozent (minus eine Aktie) hält weiterhin das Land Steiermark. Im Juni 2009 zog die Gaz de France ihre Anteile aus der Energie Steiermark zurück. Diese wurden danach durch die EDF übernommen, womit sie den gesamten Minderheitsanteil hielt.

Nach der Gründung im Jahr 1996 expandierte die Energie Steiermark (ESTAG) und baute allmählich Beteiligungsportfolios im In- und Ausland aus. Durch Akquisitionen, Beteiligungen und Partnerschaften unter anderen von Energie Graz, Pichler Werke, Feistritzwerke sowie Unsere Wasserkraft konnte die Energie Steiermark die Kundenzahl im Geschäftsbereich Strom von etwa 150.000 auf rund 600.000 erhöhen.

2002 stieg die Energie Steiermark aus der Stromproduktion weitgehend aus. Im Rahmen einer Neupositionierung fokussiert sich das Unternehmen in allen Energiesparten auf das Kerngeschäft Netzbetrieb, Handel und Vertrieb. Die Kraftwerke wurden sämtlich an die Verbund AG (VERBUND) übergeben, die dafür mehrere Sparten-Töchter geschaffen hatte (Verbund Hydro Power, Thermal Power ua.). Die Verbund–Tochtergesellschaft STEWEAG und die Landeseigene STEG wurden zur STEWEAG-STEG GmbH (SSG) verschmolzen [5] (diese wurde 2014 endgültig aufgelöst und in die neue spartenorientierte Konzernstruktur eingebettet). Dabei wurden die beiden Konzerne ESTAG und VERBUND anteilsmässig stark verflochten.[6]

Ab 2003 geriet das parteipolitisch dominierte Management des Unternehmens wegen anhaltender Misswirtschafts- und Bereicherungsvorwürfe in den Fokus staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen, was die in der österreichischen Öffentlichkeit als „ESTAG-Skandal“ bekannte Causa auslöste. Die gerichtlichen Verfahren wurden im Oktober 2006 ohne Ergebnis eingestellt.[7]

Seit April 2012 ist Christian Purrer einer der beiden Vorstände des Unternehmens. Olaf Kieser begann ebenso im April 2012 im Vorstand und wechselte im April 2016 zu den Stadtwerken Stuttgart.[8] Es folgte ihm Martin Graf als Vorstand.

Im November 2015 wurde von der Steiermärkischen Landesregierung einstimmig dem Verkauf der Energie-Steiermark-Anteile der EDF International S.A. an den australischen Finanzinvestor Macquarie zugestimmt.[9]

Unternehmen

Eigentumsverhältnisse

Die Aktionärsstruktur gliedert sich seit 2016 in 74,90 % Land Steiermark und 25,10 % S.E.U. Holdings S.à r.l. in Luxemburg, eine Tochter der Macquarie Group Ltd., Australien (über die Macquarie European Infrastructure Fund 4 LP).[10]

Tochtergesellschaften

Wichtige Tochtergesellschaften und Träger der Hauptgeschäftsfelder sind:

  • Energie Steiermark Kunden GmbH
  • Energie Steiermark Technik GmbH
  • Energie Steiermark Wärme GmbH
  • Energie Steiermark Service GmbH
  • Energienetze Steiermark GmbH
  • Energie Steiermark Green Power GmbH
  • Stefe SK in der Slowakei

Beteiligungen

Die Energie Steiermark hält zahlreiche Minderheitsbeteiligungen an in- und ausländischen Unternehmen. Wichtige Inlandsbeteiligungen sind:

Zu den wichtigsten ausländischen Tochterunternehmen und Beteiligungen gehören:

  • Adriaplin d.o.o. in Slowenien (38 %)
  • Jihlavske Kotelny s.r.o. in Tschechien (51 %)

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Zahlen und Fakten. Energie Steiermark, abgerufen am 19. Juni 2014.
  2. Beteiligungsübersicht der Energie Steiermark, Stand Dezember 2014.
  3. Geschichte der Energie Steiermark. Energie Steiermark, abgerufen am 22. Dezember 2015.
  4. Bartel Granigg: Die Wasserkraftnutzung in Österreich – und deren geographische Grundlagen. Springer-Verlag, Wien 1925, ISBN 9783662288696, Kapitel VI e) Großkraftwerke in der Steiermark, S. 51 ff (insb. S. 52, Google eBook, vollständige Ansicht).
  5. Vergl. Steweag–Steg GmbH. Rechnungshof-bericht. In: BMWA: Bund 2007/4, S. 43–66 (Bericht pdf, auf rechnungshof.gv.at).
  6. Neugestaltung der VERBUND-Erzeugungsstruktur abgeschlossen. Presseaussendung vom 23. August 2002 (auf verbund.com).
  7. Estag-Skandal wird entsorgt. In: Der Standard, 5. Oktober 2006, abgerufen am 3. Mai 2017.
  8. Pressemitteilung der Energie Steiermark über den Vorstandswechsel ab April 2016, abgerufen am 22. Dezember 2015
  9. Presseaussendung der Steiermärkischen Landesregierung über den Verkauf der EDF-Anteile an der E-Steiermark November 2015, abgerufen am 22. Dezember 2015.
  10. Energie Steiermark: Eigentümerstruktur. trendtop500.at (abgerufen 19. November 2016).