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vom 20.04.2017, aktuelle Version,

Eva Faschaunerin

Eva Kary, geb. Faschaunerin (* 21. Dezember 1737 in Malta, Kärnten[1]; † 9. November 1773 in Gmünd, Kärnten[2]) gilt als das letzte Opfer eines Folterprozesses in Österreich.

Leben

Der Tochter des Malteiner Bergbauern Christian Faschauner wurde unterstellt, ihren Gatten Jakob Kary (* 6. Juli 1741[3]), vulgo Hörl, den sie am 7. Feber 1770 geheiratet hatte[4], mit Hüttenrauch (Arsenik) vergiftet zu haben, woran dieser am 11. März 1770 verstarb.[5] Daraufhin wurden vom Landgericht Gmünd in Kärnten Ermittlungen eingeleitet. Zeugenaussagen belasteten sie schwer, selbst Hexerei wurde ihr vorgeworfen. In dem drei Jahre dauernden Prozess gestand sie den Mord unter Folter. Sie wurde zum Tode verurteilt, ein Gnadengesuch lehnte das übergeordnete Gericht in Wien ab.

1773 wurde sie durch das Richtschwert getötet. Ihr abgeschlagener Kopf wurde auf dem Galgenbichl mahnend zur Schau gestellt.

Die Folter wurde 1776 abgeschafft, sodass die Faschaunerin das letzte Opfer eines Folterprozesses in Österreich blieb. Soweit Folter danach noch stattfand, geschah dies nicht im Rahmen der Prozessordnung.

Das Eva Faschauner-Heimatmuseum der Stadt Gmünd (inzwischen geschlossen) wurde später nach ihr benannt.[6]

Belletristische Darstellung

Literatur

Einzelnachweise

  1. Taufbuch 5, Pfarre Malta, fol. 138r
  2. http://wwwg.uni-klu.ac.at/kultdoku/kataloge/04/html/411.htm
  3. Taufbuch 5, Pfarre Malta, fol. 164v
  4. Trauungsbuch B, Pfarre Malta, fol. 7v
  5. Sterbbuch 2, Pfarre Malta, fol. 72r
  6. http://stadtgmuend.at/stadt-gmuend-kaernten/vereine/kulturvereine/museumsverein-gmund/