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vom 04.09.2015, aktuelle Version,

Feistritzwaldbahn

Feistritzwaldbahn
Steinhaus am Semmering - Rettenegg
Spurweite: 600 mm (Schmalspur)
Geografische Daten
Kontinent Europa
Land Österreich
Bundesland Steiermark
Streckenbezogene Daten
0,0 Steinhaus am Semmering 838 m ü. A.
Verladestation von der Südbahn
1,6 Forsthaus Steinhaus
5,0 Wasserstation
6,4 Fröschnitz Bremsbergstrecke,
Schrägaufzug Talstation
7,3 Bremsbergkopf Bremsbergstrecke, 1273 m ü. A.
Schrägaufzug Bergstation, Sattelstrecke
9,1 Wasserstation Sattelstrecke
10,2 Sattelbahnhof 1298 m ü. A.
Aufzugstrecke Bergstation
10,9 Ambach 1175 m ü. A.
Aufzugstrecke Talstation
12,8 Erzbistum 1075 m ü. A.
15,5 Frauenwald 1002 m ü. A.
16,2 Ohrwaschlgraben 975 m ü. A.
17,3 Miesegg 932 m ü. A.
20,2 Köhlerei 868 m ü. A.
22,2 Rettenegg 862 m ü. A.

Die Feistritzwaldbahn, auch „Frauenwaldbahn“ oder „Waldbahn Steinhaus–Rettenegg“ genannt, war eine Waldbahn zwischen Steinhaus am Semmering und Rettenegg in der Steiermark und wurde bis 1958 betrieben.

Das besondere an der Schmalspur-Bahn mit einer Spurweite von 600 mm waren die beiden Schrägaufzüge, mit denen die Waggons vom oberen Feistritztal auf den Feistritzsattel und vom Fröschnitzsattel über den Bremsberg in den Fröschnitzgraben gezogen wurden. Dieser Streckenteil mit Resten des Bremshauses ist im Wald in der Nähe des Fröschnitzsattels deutlich erkennbar. Vom Bremshaus sind noch Reste zu sehen. Der Bahndamm der Steilstrecke ist verwachsen, aber deutlich erhöht und mit Steinen errichtet.

Erbauer und Eigentümer der Waldbahn war die Forstverwaltung Graf Lanckoronski, die ausgedehnte Waldungen im oberen Feistritztal besaß und die Bahn in mehreren Abschnitten zwischen 1902 und 1917 errichten ließ. Der Forstbetrieb sollte nach modernen Gesichtspunkten geführt werden. Deshalb wurde der Waldbesitz systematisch durch die Waldbahn erschlossen. Neben dem Transport von Holz der Forstverwaltung fand noch ein beschränkt-öffentlicher Güterverkehr für die Anwohner der Bahn statt. Der Personentransport war ausdrücklich verboten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden rund 7 km Forststraßen und 1,7 km Interessentenwege angelegt, die die Waldbahn schließlich überflüssig machten.

Streckenverlauf

Ausgangspunkt der Strecke mit einer Gesamtlänge von 22 km war der Bahnhof Steinhaus am Semmering, der heute noch eine Haltestelle der Semmeringbahn ist. Vom Bahnhof Steinhaus ausgehend führte die Bahn zunächst unter dem Steinhaus-Viadukt der Semmeringbahn hindurch, an Steinhaus und an der Alfred-Hütte vorbei weiter in den Fröschnitzgraben. Die Steigung vom Fröschnitzgraben auf den Fröschnitzsattel wurde über den Bremsberg mit Hilfe eines Schrägaufzugs bewältigt. Der oben anschließenden Scheitelstrecke vom Fröschnitzsattel zum Feistritzsattel folgt der heutige Weitwanderweg 02. Vom Feistritzsattel zum Ambach hinab führte wieder ein mit Wasserkraft betriebener Schrägaufzug. Vom Ambach an folgte die Strecke dem Oberlauf der Feistritz über Frauenwald bis nach Rettenegg. Der Bahndamm ist an einigen Abschnitten auch heute noch gut zu erkennen.

Lokomotiven

Eine Zobel-Dampflok ähnlich den Waldbahnlokomotiven
Lokomotive Einsatz
Zobel 115/10 1910–1958
O&K 566/00 1918–
BMMF 741/18 1918–1958
BMMF 742/18 1918–1958
Krauss Linz 7480/18 1918–1958
Decauville 6086/26 1947–1958

Das gesamte Rollmaterial wurde nach Einstellung des Betriebes 1958 verschrottet. Kein Fahrzeug blieb erhalten.

Literatur

  • Manfred Hohn, Waldbahnen in Österreich, Verlag Slezak 1989, ISBN 3-85416-148-4.
  • Bernhard A. Reismann: Geschichte der Gemeinde Spital am Semmering, eine Kulturlandschaft und ihre Menschen, Band I und II, Gemeinde Spital/Semmering 2010, S. 299.

Bilder

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