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vom 14.06.2017, aktuelle Version,

Gerhard Köfer

Bürgermeister Gerhard Köfer mit Bundeskanzler Werner Faymann 2009
Gerhard Köfer (re.) mit Werner Faymann (2009)

Gerhard Köfer (* 11. Februar 1961 in Spittal an der Drau) ist ein österreichischer Politiker (TS, zuvor SPÖ), Landesrat, ehemaliger Nationalrat und Bürgermeister von Spittal an der Drau, der wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Monaten bedingter Haft verurteilt wurde.

Ausbildung

Köfer besuchte von 1967 bis 1971 die Volksschule. Nach der Handelsschule absolvierte er eine Maturaschule. Er war in der Folge als Bankkaufmann und Gendarmeriebeamter tätig.

Politische Karriere

Von 1991 bis 1997 saß Köfer im Stadtrat von Spittal an der Drau. 1997 wurde er erstmals direkt zum Bürgermeister von Spittal gewählt. Von 2004 bis 2006 war er Abgeordneter zum Kärntner Landtag. Ab 30. Oktober 2006 vertrat er die SPÖ im Nationalrat und wurde für die vorgezogenen Nationalratswahl in Österreich 2008 zum Spitzenkandidaten der SPÖ Kärnten gewählt.[1] Er war mit einer Amtszeit von 16 Jahren der längst dienende Bürgermeister von Spittal an der Drau.[2]

Im August 2012 trat Köfer aus der SPÖ und aus dem SPÖ-Parlamentsklub aus und wechselte als erster Abgeordneter zum damals erst in Gründungsabsicht befindlichen Team Stronach.

Köfer war erster Landesparteiobmann des Team Stronach für Kärnten. Bei der Kärntner Landtagswahl am 3. März 2013 fungierte er als dessen Spitzenkandidat. Die Partei erreichte dabei bei ihrem ersten Antreten 11,18 % und vier Sitze im Landtag.

Seit 28. März 2013 ist Köfer Landesrat für Straßenbau und Fischerei in der Landesregierung Kaiser in Kärnten.[3][4]

Verurteilung wegen Amtsmissbrauchs

Am 12. Februar 2014 wurde bekanntgegeben, dass die Staatsanwaltschaft gegen Köfer sowie den gesamten damaligen Gemeinderat Anklage in Zusammenhang mit dem Bau eines Handymastes in Spittal an der Drau wegen Amtsmissbrauchs erhebt.[5] Der Bauantrag hätte mangels Zuständigkeit nicht abgelehnt werden dürfen, lautete der Vorwurf. Köfer rechtfertigte seine Tat damit, dass er gesundheitliche Schäden von den Anrainern abwenden wollte.[6] Am 9. März 2016 wurde Köfer wegen Amtsmissbrauchs zu einer bedingten Haftstrafe von sieben Monaten verurteilt.[7] Der Oberste Gerichtshof wies die Nichtigkeitsbeschwerde zurück. Das Urteil ist somit rechtskräftig.[8]

Privat

Gerhard Köfer ist zum zweiten Mal verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter.[9]

Sonstiges

Im Nebenberuf arbeitete Köfer auch als Energetiker.[10][11][12][13] Die Erlöse aus dieser Nebentätigkeit flossen dem von Köfer gegründeten Spittaler Kinderfonds zu.[14] Seine Begabung als Energetiker will er Ende 2010 bei sich entdeckt haben. Er könne „zur Selbstheilung des Körpers beitragen“, indem er „Blockaden bei anderen öffne“. Er habe „Hände wie Starterkabel“.[15][16] In einem Interview mit der Tageszeitung Kurier sagte Köfer im Jahr 2014, dass er vielleicht „irgendwann in ferner Zukunft ausschließlich als Energetiker arbeiten“ werde.[17] Als Energetiker behandelte er die Pferde von Frank Stronach in Ebreichsdorf, wodurch der Kontakt zu Stronach und dessen Partei hergestellt wurde.[16]

Einzelnachweise

  1. ORF Kärnten Gerhard Köfer ist SPÖ-Spitzenkandidat, 4. August 2008, abgerufen am 17. August 2008
  2. "I did it my way": Rückblick auf 15 Jahre im Bürgermeisteramt. In: Kleine Zeitung. 27. März 2012, abgerufen am 15. März 2017.
  3. ORF: Peter Kaiser zum Landeshauptmann gewählt, abgerufen am 28. März 2013
  4. Wiener Zeitung: Die Referatsverteilung in der Kärntner Landesregierung, abgerufen am 28. März 2013
  5. Handymast: Anklage gegen Köfer. orf.at. 12. Februar 2014. Abgerufen am 12. Februar 2014.
  6. Landesrat Köfer wegen Handymast angeklagt. Kleine Zeitung. 13. Februar 2014. Abgerufen am 14. Februar 2014.
  7. Handymast-Prozess: Köfer schuldig gesprochen. In: ORF. 9. März 2016, abgerufen am 9. März 2016.
  8. Handymast-Urteil gegen Köfer rechtskräftig. In: ORF. 17. Januar 2017, abgerufen am 17. Januar 2017.
  9. ORF Kärnten SPÖ-Spitzenkandidat Gerhard Köfer im Porträt, 6. September 2006, abgerufen am 17. August 2008
  10. Kleine Zeitung: Kärntner Bürgermeister jobbt als Heiler, 28. Oktober 2010
  11. Stronach angelt sich roten "Wunderheiler". In: kurier.at. 14. August 2012, abgerufen am 20. Januar 2017.
  12. Die neuen Mitglieder der Landesregierung. In: kaernten.orf.at. 28. März 2013, abgerufen am 20. Januar 2017.
  13. Wiener Zeitung Online: SPÖ-Bürgermeister Gerhard Köfer wechselt zu Stronach. In: wienerzeitung.at. 15. August 2012, abgerufen am 20. Januar 2017.
  14. SP-Politiker Köfer ist Wunderheiler. In: oe24.at. 29. Oktober 2010, abgerufen am 20. Januar 2017.
  15. Stronachs Neuer: Ein ESM-Gegner und "Wunderheiler". In: diepresse.com. 14. August 2012, abgerufen am 20. Januar 2017.
  16. 1 2 Gerhard Köfer – Der Wunderheiler. In: news.at. 14. August 2012, abgerufen am 20. Januar 2017: „Meine Hände sind wie Starterkabel“
  17. Thomas.Martinz: Gerhard Köfer "In der Koalition wird’s bald kriseln". In: kurier.at. 16. August 2014, abgerufen am 20. Januar 2017.