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vom 01.01.2018, aktuelle Version,

Gerichtsbezirk Grieskirchen

Gerichtsbezirk Grieskirchen
 Gerichtsbezirk Grieskirchen
 Landesgericht Wels
Basisdaten
Bundesland Oberösterreich
Bezirk Grieskirchen
Sitz des Gerichts Grieskirchen
Kennziffer 4081
zuständiges Landesgericht  Wels
Fläche 469,89 km2 (2016)
Einwohner 52.215 (1. Jänner 2017)
Gerichtsbezirk Grieskirchen Ende 1922

Der Gerichtsbezirk Grieskirchen ist ein dem Bezirksgericht Grieskirchen unterstehender Gerichtsbezirk im politischen Bezirk Grieskirchen (Bundesland Oberösterreich).

Geschichte

Der Gerichtsbezirk Grieskirchen wurde durch einen Erlass des k.k. Oberlandesgerichtes Linz am 4. Juli 1850 geschaffen und umfasste ursprünglich die 32 Steuergemeinden Atschenbach, Damberg, Enzendorf, Forsthof, Gallspach, Gassen, Grieskirchen, Hofkirchen, Keneding, Korntnerberg, Mangelburg, Mauer, Mödlbach, Neumarkt, Parz, Pfleg, Pötting, Pollham, Roith, Sankt Georgen, Schalbach, Schlüsselberg, Schönau, Spielmansberg, Still, Tollet, Tolleterau, Tratteneck, Uttenthal, Wallern, Weinberg und Wiedeldorf (bzw. die heutigen Gemeinden Bad Schallerbach, Gallspach, Grieskirchen, Hofkirchen an der Trattnach, Neumarkt im Hausruckkreis, Pollham, Pötting, Sankt Georgen bei Grieskirchen, Schlüßlberg, Taufkirchen an der Trattnach, Tollet und Wallern an der Trattnach).[1]

Der Gerichtsbezirk bildete im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen Verwaltung[2] ab 1868 gemeinsam mit den Gerichtsbezirken Eferding, Lambach, Waizenkirchen und Wels den Bezirk Wels.[3]

Per 1. Juni 1870 wurde dem Gerichtsbezirk Grieskirchen die Gemeinde Meggenhofen zugewiesen, die aus dem Gerichtsbezirk Lambach ausgeschieden worden war.[4]

1907 wurde die Gemeinde Steinerkirchen am Innbach (heute Gemeinde Kematen am Innbach) aus dem Gerichtsbezirk Lambach ausgeschieden und Grieskirchen zugewiesen.[5]

1911 wurde aus dem Gerichtsbezirk Grieskirchen gemeinsam mit dem Gerichtsbezirk Peuerbach und dem Gerichtsbezirk Haag am Hausruck der Bezirk Grieskirchen gebildet, wobei die Bezirkshauptmannschaft per 1. Juli 1911 seine Tätigkeit aufnahm.[6]

Durch die Auflösung des Gerichtsbezirks Waizenkirchen im Bezirk Eferding wurden die Gemeinden des Gerichtsbezirks Waizenkirchen auf die Gerichtsbezirke Eferding, Grieskirchen und Peuerbach aufgeteilt, wobei dem Gerichtsbezirk Grieskirchen die Gemeinden Michaelnbach und St. Thomas zufielen.[7]

Mit der Bezirksgerichts-Verordnung der Österreichischen Bundesregierung am 12. November 2002 wurde die Auflösung des Gerichtsbezirks Haag am Hausruck und die Zuweisung des Gebietes zum Gerichtsbezirk Grieskirchen beschlossen. Mit dem 1. Jänner 2003 trat die Verordnung in Kraft.[8] Dadurch wurde der Gerichtsbezirk Grieskirchen um die Gemeinden Aistersheim, Gaspoltshofen, Geboltskirchen, Haag am Hausruck, Pram, Rottenbach, Weibern und Wendling erweitert.[9]

Am 1. Jänner 2014 wurde der Gerichtsbezirk Peuerbach aufgelöst und die Gemeinden Bruck-Waasen, Kallham, Peuerbach, Steegen und Waizenkirchen wurden dem Gerichtsbezirk Grieskirchen zugewiesen.

Gerichtssprengel

Der Gerichtssprengel umfasst seit 2018 mit den 28 Gemeinden Aistersheim, Bad Schallerbach, Gallspach, Gaspoltshofen, Geboltskirchen, Grieskirchen, Haag am Hausruck, Hofkirchen an der Trattnach, Kallham, Kematen am Innbach, Meggenhofen, Michaelnbach, Neumarkt im Hausruckkreis, Peuerbach, Pollham, Pötting, Pram, Rottenbach, Sankt Georgen bei Grieskirchen, Sankt Thomas, Schlüßlberg, Steegen, Taufkirchen an der Trattnach, Tollet, Wallern an der Trattnach, Waizenkirchen, Weibern und Wendling den südlichen Teil des Bezirkes Grieskirchen.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Österreich ob der Enns 1850, XXV. Stück, Nr. 288: Erlaß des k. k. Oberlandesgerichtes für die Kronländer Oesterreich ob der Enns und Salzburg vom 4. Juli 1850 auf ALEX – Historische Rechts- und Gesetzestexte Online
  2. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XVII. Stück, Nr. 44. „Gesetz vom 19. Mai 1868 über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in den Königreichen ...“
  3. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XLI. Stück, Nr. 101: Verordnung vom 10. Juli 1868
  4. Gesetz- und Verordnungsblatt für das Erzherzogthum Oesterreich ob der Enns Jahrgang 1870, XIII Stück, Nr. 16: Verordnung des Justiz-Ministeriums vom 19. März 1870 Nr. 3095 betreffend die Zuweisung der Ortsgemeinde Meggenhoffen zu dem Sprengel des Bezirksgerichtes Grieskirchen in Oberösterreich.
  5. Landesgesetz- und Verordnungsblatt für das Erzherzogtum Österreich ob der Enns Jahrgang 1907, XXVIII. Stück, Nr. 37:Kundmachung des k.k Statthalters im Erzherzogtume Österreich ob der Enns vom 12. Dezember 1907 betreffend die Zuweisung der Gemeinde Steinerkirchen am Innbach zu dem Sprengel des Bezirksgerichtes Grieskirchen
  6. Landesgesetz- und Verordnungsblatt für das Erzherzogtum Österreich ob der Enns vom Jahre 1911, Stück XVI., Nr. 21: Kundmachung der k. k. Statthalterei im Erzherzogtume Österreich ob der Enns vom 25. April 1911, betreffend die Errichtung einer Bezirkshauptmannschaft in Grieskirchen.
  7. Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich. Jahrgang 1923. 79. Stück, Nr. 391: „Verordnung des Bundeskanzleramtes vom 20. Juli 1923 über die Zuweisung der Ortsgemeinden...“
  8. BGBl. II Nr. 82/2002: Verordnung der Bundesregierung über die Zusammenlegung von Bezirksgerichten und über die Sprengel der verbleibenden Bezirksgerichte in Oberösterreich (Bezirksgerichte-Verordnung Oberösterreich)
  9. BGBl. II Nr. 422/2002: Verordnung der Bundesregierung über die Zusammenlegung von Bezirksgerichten und über die Sprengel der verbleibenden Bezirksgerichte in Oberösterreich (Bezirksgerichte-Verordnung Oberösterreich)