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vom 13.03.2017, aktuelle Version,

Gmundner Keramik

Design Grüngeflammt

Gmundner Keramik ist eine österreichische Keramikmarke der Gmundner Keramik Manufaktur für Kunst- und Gebrauchskeramik aus Gmunden im Salzkammergut. 1492 wurde die Gmundner Keramik erstmals urkundlich erwähnt und steht seither für österreichische Tischkultur. Als Klassiker gilt das Design Grüngeflammt. Von der Aufbereitung der Rohmasse bis hin zur Bemalung der einzelnen Stücke werden alle Schritte in Österreich gemacht. Gemalt wird nach alter Tradition per Hand.

Geschichte der Marke

Teller von etwa 1850

Bereits im 17. Jahrhundert galt Gmunden als Zentrum einer altösterreichischen Fein- und Zierkeramik. Die Landschaften rund um den Traunsee inspirierten viele Keramikkünstler zu besonderen Formen und Farben. Damals entstand bereits das Design Grüngeflammt. Doch nicht nur Hersteller von Kunst- und Gebrauchskeramik, sondern auch Hafner, Ofensetzer und Fliesenhersteller gründeten hier eigene Handwerkstätten, die durch das Zunftrecht geschützt waren. Durch diese überaus strenge Zunftordnung bewahrten Generationen von Hafnern über Jahrhunderte die Tradition ihres Handwerkes. Bunte, kräftige Farben, religiöse Motive, Landschaften und Blumen finden sich in der Kunst von damals wie von heute.

Für die Marke tätige Künstler

Im Jahr 1843 erwarb Franz Schleiß das seit etwa 1500 bestehende Hafnerhaus am Graben, sein Sohn Leopold Schleiß gründete 1903 die Gmundner Tonwarenfabrik auf dem heutigen Gelände der Gmundner Keramik Manufaktur GmbH. Mit der Künstlerischen Werkstätte Franz und Emilie Schleiß begann 1909 die bis heute andauernde Ära der Gebrauchskunst in Gmunden. Peche, Jungnickel, Anton Klieber oder Willi Sitte machten Gmunden in den Sommermonaten zwischen 1913 und 1923 zur Künstlerkolonie. Franz von Zülow und Paul Hartmann unterrichteten in der 1917 gegründeten Lehrwerkstätte für Keramik. Michael Powolny, Herta Bucher oder Matthäus Fellinger arbeiteten eng mit der Familie Schleiß zusammen.

Auch der aus München stammende deutsch-amerikanische Designer Tommi Parzinger arbeitete in den 20er Jahren für die Werkstätte der Familie Schleiß.

Von der figuralen Kunst zum Gebrauchsgeschirr

Das Unternehmen wurde im Jahre 1923 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, wodurch Franz Schleiß die Kapitalmajorität verlor. Die Kriegsjahre gingen an dem Unternehmen nicht spurlos vorbei. Karl Födinger war mehrmals zu unfreiwilligen Arbeitsunterbrechungen gezwungen.

Das kunstgewerbliche Unternehmen Gmundner Keramik, das sich auf die Herstellung keramischer Gegenstände in Handarbeit spezialisiert hatte, erhielt mit dem am 15. September 1931 ausgestellten Gewerbeschein seine behördliche Genehmigung. Nach wiederholter Änderung der Besitzverhältnisse erwarb 1968 Johannes Hohenberg den Betrieb. Während man sich bis zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich der figuralen Kunst gewidmet hatte, begann man nun, die Erzeugung von Gebrauchsgeschirr zu verstärken. Das Grüngeflammte hatte großen Erfolg und führte zu einer Identifikation der Österreicher mit „ihrem“ typischen Tafelgeschirr im Gegensatz zum deutschen Meißener Porzellan.

1973 wurde eine neue Werkstätte gebaut, so dass nun auch große Lieferaufträge ausgeführt werden konnten. Im Jahr 1975 erhielt das Unternehmen die Staatliche Auszeichnung und darf seither das Bundeswappen im Geschäftsverkehr verwenden. Drei Jahre später beschäftigte das Unternehmen über 20 Mitarbeiter. Im Herbst 1997 übernahm der Salzburger Unternehmer Johannes Graf von Moy, der bisher nur 26 Prozent hielt, 79 Prozent Unternehmensanteile von der befreundeten Familie Hohenberg. Weitere elf Prozent hält die Moy’sche Privatstiftung. Die restlichen zehn Prozent gehören Wolfgang Stier, dem Direktor der Moy’schen Gutsverwaltung. Ab 1997 führte Johannes Graf von Moy als Eigentümer die Tradition weiter und übergab 2011 die Gmundner Keramik seinem Sohn Max Graf von Moy. Die Geschäftsführung liegt seit 1. Juli 2012 in der Hand von Jakob von Wolff.

2014 erreichte man leicht steigend einen Umsatz im hohen einstelligen Millionen-Bereich. 2010 sind 9 Mio. Euro erreicht worden, 2012 erfolgte eine Sortimentsbereinigung. Der Betrieb bildet nach Eigenaussage als einziger in Österreich Lehrlinge zum Keramikmaler aus.[1]

Heute beschäftigt die Gmundner Keramik Manufaktur 120 Mitarbeiter, davon 40 Maler, und ist damit die größte Keramikmanufaktur Mitteleuropas. Die Produktionskapazität liegt bei ca. 5000 Stück pro Tag. In Österreich besitzt jeder zweite Haushalt Gmundner Keramik.

Qualität

Die Gmundner Keramik Manufaktur heute.

Eine wesentliche Modernisierung der Firma war die Anpassung der Qualität an heutige Maßstäbe. So entsprechen heute alle Produkte der ÖNORM für Gastronomieporzellan. Gmundner Keramik ist spülmaschinenfest und mikrowellengeeignet.

Traditionelle und neue Designs

Design Streublumen

Nach wie vor haben die traditionellen Designs Streublumen und Grüngeflammt einen Hauptanteil am Umsatz. 2003 wurde das neue Dekor Traunsee (dunkelblau-grün geflammt) präsentiert. Im Jänner 2005 kam die künstlerische Serie Gmundner Selektion in Handarbeit auf den Markt. Für die Weihnachtsedition 2014 wurden zwei neue Designs kreiert: der Rosa Hirsch und Toni – der Skifahrer.

Alle Designs:

  • Geflammt: grün, gelb, blau, grau, rot, Buntgeflammt, Traunsee und Landlust
  • Rand: grün und grau
  • Selektion: apfelgrün, orange und rubinrot
  • Streublumen
  • Weißer Traum
  • Hirsch: grün, grau, rubinrot, bordeauxrot
  • Jagd
  • Variation: grün, grau, rubinrot, bordeauxrot, orange, blau

Gedeck-Nachkaufgarantie

Design Wasserfall aus der Gedeck-Nachkaufgarantie

Die Gmundner Keramik Manufaktur GmbH garantiert auch für ausgelaufene Designs eine zeitlich unbegrenzte Gedeck-Nachkaufmöglichkeit (Kaffeetasse, Unterteller, Dessertteller, Suppenteller, Speiseteller). Auf folgende ausgelaufenen Designs gibt es diese Nachkaufmöglichkeit:

  • Weiß
  • Tupferl Rosa und Tupferl Blau
  • Himmelblau
  • Wasserfall
  • Morgentau
  • Biedermeier
  • Selektion Sonnengelb, Smaragdgrün und Aquablau
  • Emotion

Vertrieb von Gmundner Keramik

Gmundner Keramik ist im Bereich der Tischkultur Marktführer am Heimmarkt. Wichtigster Exportmarkt ist Deutschland. Weitere Destinationen sind Japan, USA, Slowenien, Italien, Frankreich, England, Schweiz. Der Exportanteil liegt bei 25 %. Die Gmundner Keramik Manufaktur besitzt einen eigenen Online-Shop.

Literatur

  • Stadtgemeinde Gmunden: Gmunden – 700 Jahre Stadt. Gmunden, 1978.
  • Irmgard Gollner: Gmundner Keramik – Kunst aus Ton, Feuer & Farbe. Gmunden, 2003.
  Commons: Gmundner Keramik  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://ooe.orf.at/news/stories/2701685/ Gmundner Keramik schaffte Wende, ORF.at 25. März 2015