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vom 22.06.2017, aktuelle Version,

Grabenkirche

Grabenkirche

Die Grabenkirche, auch Pfarrkirche Graz-Graben, Kirche Hl. Johannes der Täufer Geidorf, ist eine römisch-katholische Pfarrkirche im dritten Grazer Gemeindebezirk Geidorf. Die Grabenkirche gehört zur Niederlassung der Kapuziner, dem Grabenkloster und ist dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht. Sie ist die Pfarrkirche der Pfarre Graz-Graben im Dekanat Graz-Nord der Stadtkirche Graz.

Geschichte

Die Gegend der Grabenkirche wurde ab 1294 nach den Herren von Graben "Am Graben" oder auch Grabenvorstadt genannt.[1] Neben der Grabenkirche gab es mit der Antoniuskirche noch eine zweite und ältere Kirche in der Paulustorgasse (heute Volkskundemuseum). Der ältere Konvent ließ in der rasch wachsenden Vorstadt ein neues Kloster gründen, das Grabenkloster, um die Seelsorge auszuweiten.

Aus diesem Grund wurde ein turmloser Kirchenbau errichtet, der 1652 geweiht wurde. Die Kapuziner gründeten auch eine Schule und betreuten in den Pestjahren zahlreiche Kranke. Im Zuge der Josephinischen Reformen wurde das Kloster 1786 aufgelassen und nach der Vertreibung der Mönche eine Pfarre eingerichtet. Der erste Pfarrer war Ludwig Jakomini, ein Bruder des damaligen Bürgermeisters der Stadt Graz. Ab 1969 war das Seelsorgezentrum Graz-Nord mit der Salvatorkirche eine Expositur der Grabenpfarre, bis die Salvatorpfarre im Zuge des Katholikentages im Jahr 1981 selbstständig wurde.

2007 erhielt die Pfarre, die sich für einige Jahre von Salvator einen Pfarrer teilte, mit Mag. Markus Madl einen im Rollstuhl sitzenden Seelsorger. Dafür wurde das Pfarrhaus in den Jahren 2007 bis 2008 umfassen rollstuhlgerecht umgebaut.

Gestaltung

Die Ausstattung der Grabenkirche wurde von verschiedenen Kirchen zusammengetragen. Der Hochaltar stammt aus der Franziskanerkirche, der ursprünglich in der aufgelassenen Karmelitinnenkirche am Andreas-Hofer-Platz stand. Das Altarblatt mit einer Darstellung von Johannes dem Täufer ist von den Heiligen Petrus und Paulus umgeben. Die Seitenaltäre standen ursprünglich in der Mariahilferkirche und zeigen den heiligen Johannes Nepomuk (rechts) und den heiligen Josef von Copertino. Der mit Ranken verzierte Tabernakel ist der einzige bekannte Überrest aus der zerstörten Georgskirche in der Murvorstadt. Die Kirchenbänke stammen aus der ehemaligen Karmelitinnenkirche am Andreas-Hofer-Platz.

Der steirische Barockmaler Hans Adam Weissenkircher schuf für die Grabenkirche eines seiner Hauptwerke, die Verkündigung an Maria, das erst 1996 an der Seitenwand der Kirche Platz gefunden hat und bis dahin in der Stiegenkirche hing.

Die erste Orgel der Kirche stammte aus der Pfarrkirche St. Andrä. Um 1885/86 wurde diese durch eine Orgel mit zwölf Registern der Salzburger Firma Mauracher ersetzt. 1995 wurde die niederösterreichische Firma Allgäuer beauftragt, eine neue Orgel mit 23 Registern zu errichten, die am 5. Juli 1998 geweiht wurde. Die vorige Orgel kam in die Pfarre Ranten.

Einzelnachweise

  1. Graz-Grabenpfarre. Geschichte von St. Johann am Graben (Memento vom 6. Juli 2008 im Internet Archive)

Literatur

  • Alois Kölbl, Wiltraud Resch: Wege zu Gott. Die Kirchen und die Synagoge von Graz. 2., erweiterte und ergänzte Auflage. Styria, Graz/Wien 2004, ISBN 3-222-13105-8, S. 129–131.


1776 erhielt die Kirche einen spätbarocken Turm. Es gab mehrere Hochaltarblätter, so eines von Anton Jandl (1797) und 1865 eines von Josef Tunner. Das jetzige Altarbild stammt von Ludwig Ritter Kurz zu Thun und Goldenstein.

An dem von den Franziskanern stammenden Hochaltar hat 1928 Jakob Gschiel eine Erneuerung der Dreifaltigkeitsgruppe vorgenommen. Aus dem St. Petrus wurde ein hl. Josef, aus Joachim ein St. Paulus.

Das Ecce-Homo-Bild der Kirche,laut Eduard Andorfer aus der zweiten Hälfte des 17.Jahrhunderts und unter dem Einfluss Guercinos, ist zeitweilig Pierto de Pomis zugeschrieben worden.

Unter Pfarrer Konstantin Lippe wurde die Kirche mit Glasgemälden (über dem Musikchor) der Bertholdsteiner Benediktinerin Basilia Gürth und einer Eingangstüre nach einen Entwurf von Franz Weiß ausgestattet.

Vgl. dazu: Rudolf List, Steirischer Kirchenführer, Band 1: Graz und Graz-Umgebung, Graz Wien Köln 1976, S. 65ff.

-- Mader Bernd, Donnerstag, 28. August 2014, 18:40