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vom 20.06.2017, aktuelle Version,

Hospiz St. Christoph am Arlberg

Hospiz und Christophoruskapelle (2006)
Hospiz und Christophoruskapelle (1889)
Schifahrer mit Blick auf Arlbergpass und Hospiz, Rudolf Kargl 1917

Das Hospiz St. Christoph am Arlberg ist ein Gebäudekomplex in St. Christoph am Arlberg in der Gemeinde St. Anton am Arlberg in Tirol.

Geschichte

Das im 14. Jahrhundert erbaute Hospiz soll von einem Schweinehirten namens Heinrich, einem Findelkind aus Kempten im Allgäu, erbaut worden sein. Heinrich soll der Legende nach auf der Burg Arlen bei Nasserein (heute ein Ortsteil von Sankt Anton am Arlberg) gearbeitet haben. Da immer wieder Menschen auf der Durchreise am Arlberg tödlich verunglückten, begann er Spenden für den Bau einer Schutzhütte zu sammeln. Herzog Leopold III. von Österreich soll ein Stück Land auf der Arlbergpasshöhe gestiftet haben, wo Heinrich im Jahr 1386 mit seinen Gehilfen die Herberge errichtete, die lange Zeit als einzige Einrichtung Reisenden Schutz vor Wetterkapriolen bot.[1] Um die Einrichtung dauerhaft zu unterhalten, gründete Heinrich die Bruderschaft St. Christoph. Die mit der Zeit zahlreicher gewordenen Mitglieder sammelten dafür nicht nur im eigenen Land Spenden, sondern unter anderem auch in Frankreich, Italien, Polen und der Schweiz.[2][3] Papst Bonifaz IX. erlaubte 1397 schließlich den Bau einer Kapelle.[4]

Angebunden an das Hospiz befindet sich seitdem die Christophoruskapelle: errichtet durch Heinrich Findelkind, 1398 geweiht, 1644 und Ende des 19. Jahrhunderts erneuert.

Mit dem Bau des Arlbergtunnels 1884 verlor das Hospiz an Bedeutung, da nur noch wenige Reisende den beschwerlichen Weg über den Berg wählten. Die Herberge verfiel zunehmend, wurde aber schließlich unter Denkmalschutz gestellt. Erst mit dem Aufkommen des Skisports ab 1900 kam dem Hospiz – und damit Sankt Christoph – wieder besondere Bedeutung zu. Am 3. Januar 1901 wurde im Hospiz der Ski-Club Arlberg gegründet.[5][6]

Im Jahr 1955 kaufte Arnold Ganahl den damals noch als Gasthof Hospiz bekannten Bau und restaurierte diesen grundlegend. Anfang 1957 brannte der Gebäudekomplex aus ungeklärter Ursache ab; auch die Kapelle wurde dabei zerstört. Der Eigentümer Ganahl veranlasste zunächst den Wiederaufbau des Hospizes, und an Weihnachten 1959 wurde es als Hotel wieder eröffnet. Die Kapelle wurde ab 1959 wiederaufgebaut, da dies Bedingung für die Neugründung der Bruderschaft war, welche von Ganahl, Stefan Kruckenhauser und Kaplan Richard Robin initiiert wurde. 1962 konnte die Kapelle wieder eingeweiht werden.[7] Die Kapelle wird durch eine Figur des hl. Christophorus von Josef Rifesser aus dem Jahre 1909 geziert. Es finden sich auch Fresken von Fred Hochschwarzer aus dem Jahre 1962 und Glasgemälde von Martin Häusle aus dem Jahre 1962.[8]

  Commons: Hospiz St. Christoph am Arlberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bau der Schutzherberge. bruderschaft-st-christoph.org abgerufen am 3. März 2016
  2. Gründung der Bruderschaft. bruderschaft-st-christoph.org abgerufen am 3. März 2016
  3. Der Lebensretter vom Arlberg. bruderschaft-st-christoph.org abgerufen am 3. März 2016
  4. Gründungsurkunde abgerufen am 3. März 2016
  5. Liste der denkmalgeschützten Objekte in St. Anton am Arlberg
  6. Geschichte Arlberg Hospiz Hotel arlberghospiz.at
  7. Brand und Wiederaufbau, bruderschaft-st-christoph.org, abgerufen am 1. März 2016.
  8. Dehio Tirol 1980, St. Anton, Christophoruskapelle und ehemaliges Hospiz, S. 662.