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vom 24.03.2017, aktuelle Version,

Hugo Nindl

Hugo Nindl
Nation Osterreich Österreich
Geburtstag 3. März 1942
Geburtsort Axams, Deutsches Reich
Karriere
Disziplin Slalom, Riesenslalom,
Abfahrt, Kombination
Verein SC Axams
Status zurückgetreten
Karriereende 1975
Platzierungen im alpinen Skiweltcup
 Debüt im Weltcup 1967
 

Hugo Nindl (* 3. März 1942 in Axams) ist ein ehemaliger österreichischer Skirennläufer. Er gewann in den 1960er-Jahren zahlreiche internationale Rennen und wurde vierfacher Österreichischer Meister. Zudem wurde er 1971 und 1974 Profi-Weltmeister.

Karriere

Nindl begann schon früh mit dem Skilauf und erzielte bereits bei Schülerrennen einige Erfolge. Anfang der 1960er-Jahre wurde er ins Nationalteam des Österreichischen Skiverbandes aufgenommen. Seine ersten internationalen Rennen bestritt er 1960 in Kitzbühel. Im Winter 1961/62 gelangen ihm seine ersten größeren Erfolge. In Bad Ischl wurde er dreifacher österreichischer Juniorenmeister und in Arosa fuhr er mit zwei dritten Plätzen in den Riesenslaloms der Drei-Pisten-Rennen erstmals in einem internationalen Wettkampf auf das Podest. Im Jänner 1963 erreichte Nindl den dritten Platz in der Lauberhornabfahrt in Wengen und den zweiten Platz in der Hahnenkammabfahrt in Kitzbühel. Bei den anschließenden Nordeuropa-Rennen feierte er seine ersten Siege: In Norefjell und Narvik gewann er jeweils den Riesenslalom und die Kombination und in Gällivare siegte er im Slalom, im Riesenslalom und in der Abfahrt. Im Winter 1963/64 gewann Nindl nur den Riesenslalom in Innsbruck. Zwei Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele 1964, die in seiner unmittelbaren Heimat stattfanden, zog er sich eine Verletzung zu, weshalb er erst im März wieder an Rennen teilnehmen konnte.

Im nächsten Winter wurde der Tiroler mit drei Siegen in Davos (13. Februar), wo er zudem Kombinations-Zweiter wurde[1][2], Ortisei (21. Februar)[3] und beim «Vail-Cup» in Vail (16. März) [4] zum stärksten Slalomläufer der Saison. Zudem wurde er in der Axamer Lizum Österreichischer Meister im Riesenslalom (5. März) und in der Kombination (7. März).
Im Winter 1965/66 blieb Nindl jedoch ohne internationalen Sieg; als beste Resultate erreichte er beim «Drei-Pisten-Rennen und Toni-Mark-Gedenkrennen» vorerst den 3. Abfahrtsrang in Saalbach am 27. Januar und als bestes Saisonergebnis den zweiten Platz im Slalom in Zell am See am 29. Januar.[5][6] Neben dem Sieg beim nur national besetzten Riesenslalom in Gries am Brenner um die «14. Brenner-Trophäe» am 2. Januar [7] und der erfolgreichen Verteidigung des österreichischen Meistertitels in der Kombination in Schwaz (außerdem Rang 3 in der Abfahrt am 25. Februar und Rang 2 im Slalom am 27. Februar[8][9]) waren noch der fünfte Platz im Hahnenkamm-Slalom und Rang 4 in der Kombination am 23. Januar[10] sowie Rang 3 im Slalom und der Kombination in Courchevel am 4./5. März[11] stärkere Ergebnisse. Auch beim Slalom am 25. März beim «Fünfländertreffen» und «Werner-Gedenkcup» in Sun Valley wurde er Dritter.[12]
Bei der Weltmeisterschaft im August 1966 startete er am 14. August nur im Slalom, verfiel dabei jedoch mit Start-Nr. 11 (ebenso wie seine Kameraden Huber, Schranz und Messner) im ersten Durchgang der Disqualifikation. Es war um seine Teilnahme sogar wegen einer schon Wochen vorher erlittenen Schulterverletzung gebangt worden, die ihn allerdings auch noch nach den Weltmeisterschaften behinderte.[13] Ende Dezember meldete sich Nindl beim Trainingskurs des Kaders in Schladming.[14] Im erstmals ausgetragenen Skiweltcup war ein zwölfter Platz im Slalom von Madonna di Campiglio, der ihm aber keine Punkte brachte (denn diese gab es nur für die ersten Zehn) sein bestes Ergebnis.[15] Allerdings erreichte er einen Sieg (Slalom in Malmberget) und mehrere Podestplätze in nicht zum Weltcup zählenden Wettbewerben und er wurde zum dritten Mal in Folge Österreichischer Meister in der Kombination.

Am 8. Jänner 1968 feierte Nindl im FIS-Slalom von Morzine einen weiteren Sieg. Zwei Tage später kam er im Abfahrtstraining am Lauberhorn schwer zu Sturz.[16] Er zog sich einen Bruch des rechten Schienbeines zu, musste die Saison beenden und konnte auch im nächsten Winter keine Rennen bestreiten. Nachdem er auch seine ÖSV-Kaderzugehörigkeit verlor, wechselte er 1970 zur Profi-Rennserie in die USA. Dort gelangen ihm noch große Erfolge, allen voran die Profi-Weltmeistertitel der Jahre 1971 und 1974. 1975 beendete Nindl seine aktive Karriere. Er kehrte nach Österreich zurück und gründete die Austria Racing Camps. Einige Jahre später übernahm er auch die Leitung der Skischule in Axams.

Sportliche Erfolge

  • Profi-Weltmeister 1971 und 1974
  • 13 Siege in FIS-Rennen, weitere 19 Podestplätze
  • Vierfacher Österreichischer Staatsmeister: 3x Kombination (1965, 1966, 1967) und 1x Riesenslalom (1965)
  • Dreifacher Österreichischer Juniorenmeister (Slalom, Riesenslalom und Kombination 1962)

Literatur

Einzelnachweise

  1. «Hugo Nindl gewinnt den Slalom». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 14. Februar 1965, S. 16.
  2. «Nach Triumph: Streit um Alpencup». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 16. Februar 1965, S. 12.
  3. «Hugo Nindls zweiter Slalomsieg». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 23. Februar 1965, S. 12.
  4. «1. Nindl, 2. Schranz, 3. Digruber». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 18. März 1965, S. 12.
  5. «Bruggmann schlug die Österreicher». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 28. Jänner 1966, S. 12.
  6. «Digruber und Nindl erwachten». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 30. Jänner 1966, S. 16.
  7. «Rückstand im Riesentorlauf». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 3. Jänner 1966, S. 12.
  8. «Abfahrt: Zimmermann und Haas vorn». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 26. Februar 1966, S. 12.
  9. «Überraschung, aber keine Wachablöse». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 1. März 1966, S. 11.
  10. «Erfolge auf Pisten nur Scheinblüte?». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 25. Jänner 1966, S. 12.
  11. «Erster Franzosensieg in der Abfahrt». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 8. März 1966, S. 13.
  12. «Ein totaler Triumph im Abfahrtslauf». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 26. März 1966, S. 12.
  13. «Nindl bis zum Slalom wieder fit». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 30. Juli 1966, S. 9.
  14. «Hugo Nindl ist endlich wieder fit». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 29. Dezember 1966, S. 10.
  15. «Film entschied gegen Schranz». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 7. Februar 1967, S. 12.
  16. Nach Sturz am Lauberhorn: Beinbruch Hugo Nindls. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 11. Jänner 1968, S. 12.