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vom 13.12.2016, aktuelle Version,

In einem kühlen Grunde

Titel des Gedichtbands Deutscher Dichterwald, herausgegeben von Justinus Kerner gemeinsam mit Uhland, Schwab und anderen

In einem kühlen Grunde ist ein Gedicht von Joseph von Eichendorff, das auch unter dem Titel Das zerbrochene Ringlein zu finden ist. 1807/08 schrieb von Eichendorff in seinen Tagebüchern über die unerfüllte Liebe zu Käthchen Förster, Tochter eines Rohrbacher Küfermeisters, an die ein Gedenkstein am Philosophenweg in Heidelberg erinnert. Dieser Treuebruch inspirierte Eichendorff wahrscheinlich zu dem Gedicht.[1]

1813 veröffentlichte Justinus Kerner unter dem Pseudonym „Florens“ das Gedicht unter dem Titel Lied im Deutschen Dichterwald.[2] 1814 vertonte Friedrich Glück das Gedicht[3], das in der heutigen Musikliteratur auch unter dem Titel Die Klage zu finden ist und unter anderem von Heino, den Comedian Harmonists und Max Raabe interpretiert wurde.[4]

Text

Das zerbrochene Ringlein.

In einem kühlen Grunde
Da geht ein Mühlenrad
Mein’ Liebste ist verschwunden,
Die dort gewohnet hat.

Sie hat mir Treu versprochen,
Gab mir ein’n Ring dabei,
Sie hat die Treu’ gebrochen,
Mein Ringlein sprang entzwei.

Ich möcht’ als Spielmann reisen
Weit in die Welt hinaus,
Und singen meine Weisen,
Und geh’n von Haus zu Haus.
 
Ich möcht’ als Reiter fliegen
Wohl in die blut’ge Schlacht,
Um stille Feuer liegen
Im Feld bei dunkler Nacht.
 
Hör’ ich das Mühlrad gehen:
Ich weiß nicht, was ich will —
Ich möcht’ am liebsten sterben,
Da wär’s auf einmal still![1]

  1. Joseph von Eichendorff: Gedichte. Duncker und Humblot, Berlin 1837, S. 432 (Digitalisat).

Siehe auch

Audiodatei

In einem kühlen Grunde, gesungen von Franz Porten, Columbia Hartguss-Wachswalze #50264, ca. 1905.

Einzelnachweise

  1. http://www.derwesten.de/kultur/aus-dem-leben-eines-taugewas-id1650838.html
  2. Friedrich Glück#Bekannte Werke
  3. Volksmusik-Archiv
  4. Interpretationen unter dem Titel „Die Klage“