unbekannter Gast
vom 03.06.2017, aktuelle Version,

Innkreisbahn

Innkreisbahn
Neumarkt-Kallham–Ried im Innkreis–Simbach (Inn)
Streckennummer (DB): 5600 Simbach (Inn) Grenze – Simbach (Inn)
Streckennummer (ÖBB): 207 01 Neumarkt-Kallham –
Staatsgrenze nächst Braunau am Inn
Kursbuchstrecke (ÖBB): 151
Streckenlänge: 60 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4 (Ried im Innkreis–Simbach (Inn) = D2)
Maximale Neigung: 12 
Minimaler Radius: 271 m
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Passauer Bahn von Wels
29,729 Neumarkt-Kallham 385 m ü. A.
31,250 Neumarkt-Kallham West
31,631
1,911
Passauer Bahn nach Passau
6,511 Wendling bei Haag
9,089 Anschlussgleis ALFA (derzeit außer Betrieb)
9,680 Pram-Haag 439 m ü. A.
11,5 Feldegg (2001 aufgelassen)
A 8
14,262 HOA/FOA/SOA-Anlage
15,089 Peterskirchen
19,346 Anschlussbahn (Awanst) RAG
Salzkammergutbahn von Attnang-Puchheim
21,602 Ried im Innkreis 461 m ü. A.
21,731 Ladegleis Lagerhaus
Salzkammergutbahn nach Schärding
26,3 Mehrnbach (02.06.1996 aufgelassen)
28,9 Atzing (02.06.1996 aufgelassen)
31,837 Neuratting
34,848 Anschlussgleis Lagerhaus
35,278 Gurten 400 m ü. A.
38,366 Anschlussbahn (Awanst) Rübenverladung
39,400 HOA/FOA/SOA-Anlage
39,898 Geinberg
42,167 Ladegleis Lagerhaus
42,245 Ladegleis Berglandmilch (derzeit außer Betrieb)
42,364 Obernberg-Altheim 358 m ü. A.
45,324 Mühlheim/Inn
48,848 Mining 348 m ü. A.
53,380 Hagenau im Innkreis
Mattigtalbahn von Steindorf bei Straßwalchen
57,027 Abzw Mining 1
57,885 Anschlussgleis AMAG Ranshofen
58,406 Braunau am Inn 350 m ü. A.
59,229
115,087
Staatsgrenze Österreich / Deutschland
113,804 Simbach (Inn)
nach Mühldorf (Oberbay)
Triebwagen der Reihe 5047 im Bahnhof Neumarkt-Kallham
Haltestelle Peterskirchen
Bahnhof Ried im Innkreis
Haltestelle Neuratting

Die Innkreisbahn[1], auch Innviertelbahn, ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte Hauptbahn in Oberösterreich. Sie verläuft zwischen dem Bahnhof Neumarkt-Kallham an der Bahnstrecke Wels–Passau über Ried im Innkreis und Braunau am Inn bis nach Simbach am Inn, wo Anschluss an das Netz der Südostbayernbahn besteht. Die Innkreisbahn verbindet somit das Innviertel einerseits mit dem oberösterreichischen Zentralraum und andererseits mit Bayern. Die Strecke gehört zum Ergänzungsnetz der ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG.

Diese Eisenbahnverbindung stellt die kürzeste Verbindung zwischen den Städten Wien und München dar. Aus diesem Grund nahm unter anderem der Orient-Express zwischen 1883 und 1897 diese Route. Jedoch nimmt in neuerer Zeit der Fernverkehr zwischen diesen beiden Städten den Umweg über Salzburg, da diese Strecke zum einen besser ausgebaut und vollständig elektrifiziert ist und zum anderen der Großraum Salzburg als Verkehrsknoten nicht umfahren werden soll.

Geschichte

Während Schärding 1861 mit der Inbetriebnahme der Passauer Bahn ans Schienennetz angebunden wurde, blieben die beiden anderen Innviertler Bezirkshauptstädte Ried und Braunau vorerst ohne Bahnanschluss. Da das Innviertel geographisch und historisch stark nach Bayern orientiert war, kristallisierte sich auf Drängen der Rieder eine Linienführung von Neumarkt über Ried nach Braunau mit Anschluss an das bayrische Bahnnetz heraus. 1865 wurde die Bau- und Betriebskonzession erteilt, 1868 die k.k. priv. Aktiengesellschaft der Neumarkt - Ried - Braunauer Bahn mit Sitz in Ried gegründet und ein Jahr später mit den Bauarbeiten begonnen. 1870 wurde die Bahngesellschaft von der Kaiserin-Elisabeth-Bahn gekauft, die bereits die Bahnstrecke von Wien nach Salzburg (mit Anschluss nach München) betrieb, da sie eine Konkurrenz durch die nach München 65 km kürzere Verbindung über Ried und Braunau befürchtete.

Am 20. Dezember 1870 wurde der Betrieb auf der Strecke Neumarkt-Kallham – Braunau aufgenommen. Nach der Fertigstellung der Brücke über den Inn und der Eröffnung der Strecke von Simbach über Mühldorf nach München wurde am 1. Juni 1871 der Verkehr bis Simbach aufgenommen. 1882 wurde die Kaiserin-Elisabeth-Bahn verstaatlicht und die Strecke Teil der k.k. Staatsbahnen. Von 1883 bis 1897 fuhr der Orient-Express über die Strecke anstatt wie später über Salzburg.

Technik

Zwischen Pram-Haag und Mining wird die Strecke im vereinfachten Fernbedienungsbetrieb durch den Fernbedienungsbahnhof Ried im Innkreis gesteuert. Örtlich besetzt sind nur die Bahnhöfe Neumarkt-Kallham, Ried im Innkreis, Braunau am Inn und Simbach (Inn). Die Abzweigung Mining 1 in Dietfurt wird ebenfalls durch einen Wärter örtlich besetzt. In den Bahnhöfen Ried im Innkreis und Neumarkt-Kallham kommen Elektronische Stellwerke zum Einsatz, während im Bahnhof Braunau am Inn noch 2 Stellwerke (teilweise mit Formsignaltechnik ausgerüstet) benutzt werden. Die Strecke ist mit der Zugsicherung PZB ausgerüstet. In der Nachtzeit (ca. 21.30 Uhr - 04.00 Uhr) ist auf der gesamten Strecke Dienstruhe, die Weichen werden in dieser Zeit für eine Durchfahrt von Neumarkt-Kallham nach Braunau am Inn gestellt.

Personenverkehr

Die Strecke wird zwischen Neumarkt-Kallham und Simbach am Inn mit Regionalzügen bedient. Diese Züge verkehren an Werktagen tagsüber im Stundentakt, zu den Spitzenzeiten am Morgen, zu Mittag und am späten Nachmittag im (angenäherten) Halbstundentakt, an Sonn- und Feiertagen im Zweistundentakt. Einige dieser Züge verkehren direkt ab/bis Wels oder Linz. Zusätzlich gibt es einige Regional-Express-Züge, die als Verstärker eingesetzt werden.

Die jeweils frühesten Züge Richtung Neumarkt-Kallham verlassen werktags Braunau am Inn um 5:13 Uhr sowie Ried im Innkreis um 4:49 Uhr, die jeweils spätesten Züge aus Neumarkt-Kallham erreichen Ried im Innkreis um 23:47 Uhr sowie Braunau am Inn um 23:11 Uhr.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 verkehren die Züge der Innkreisbahn in neuer Taktlage, wodurch die Umsteigebeziehungen deutlich verbessert werden konnten. So haben die Züge der Innkreisbahn jetzt in Simbach am Inn direkten Anschluss an die Züge der Südostbayernbahn, in Ried im Innkreis konnte der „Spinne Ried“ genannte Taktknoten wiedereingeführt werden (darunter versteht man das gleichzeitige Zusammentreffen der Züge aus bzw. nach Simbach am Inn, Schärding, Neumarkt-Kallham sowie Attnang-Puchheim im Bahnhof Ried im Innkreis[2]), und weiters haben Reisende der Innkreisbahn jetzt in Linz direkten Anschluss an die Railjet-Züge von und nach Wien. Der im Jahr 2008 eingeführte und zuletzt nur noch einmal täglich verkehrende, direkte REX-Zug von München über Mühldorf am Inn nach Linz wurde mit dem Fahrplanwechsel 2013 eingestellt, es gibt somit auf dieser Strecke keine umsteigefreien Verbindungen zwischen Bayern und Oberösterreich mehr.

Zur Beschleunigung der Züge werden zahlreiche Haltestellen an dieser Strecke als Bedarfshaltestellen geführt. Das heißt, dass Regionalzüge nur halten, wenn zum Aussteigen die Haltewunsch-Taste im Zug gedrückt wird oder sich wartende Reisende auf dem Bahnsteig befinden.

Lokomotiv- und Wageneinsatz

Ein Großteil der Regionalzüge wird noch aus den älteren Dieseltriebwagen der Reihe 5047 gebildet, daneben kommen verstärkt Dieseltriebwagen der Reihe 5022 („Desiro“) zum Einsatz. Einzelne, stark ausgelastete Züge werden aus modernisierten, langen Schlierenwagen („CityShuttle“) gebildet und mit Diesellokomotiven der Reihe 2016 bespannt.

Güterverkehr

Der Güterverkehr hat auf der Innkreisbahn nur untergeordnete Bedeutung. Während der Rübenkampagne gibt es Ganzzüge ab Ried im Innkreis nach Enns, die Wagen werden als Leerzüge zugeführt. Weiterhin verkehren zwischen Ried im Innkreis und Neumarkt-Kallham vereinzelt Verschubgüterzüge. Einmal pro Werktag gibt es auch einen gemischten Güterzug zwischen Braunau am Inn bzw. Mühldorf am Inn und dem Verschiebebahnhof Wels. An zwei Tagen in der Woche verkehrt ein Kokszug der LTE Logistik- und Transport GmbH zwischen Žiar nad Hronom (Slowakei) und dem Wackerwerk in Burghausen (Deutschland). In Fahrtrichtung Ost-West fährt der Zug jedoch planmäßig zunächst über die Westbahn bis Steindorf und von dort über die Mattigtalbahn nach Braunau am Inn. Alle Güterzüge werden planmäßig mit Lokomotiven der Reihe 2016 bespannt.

Siehe auch

  Commons: Innkreisbahn  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.oebb.at/de/Reisen_in_Oesterreich/Oberoesterreich/PendlerInnen/Ihre_Bahnstrecke_im_Ueberblick/Innkreisbahn.pdf
  2. Verkehrsverbindung wird verbessert: Noch mehr Züge für das Innviertel. Oberösterreichische Nachrichten, 9. Juli 2013, abgerufen am 12. Jänner 2014.