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vom 27.02.2017, aktuelle Version,

Jägerbataillon 26 (Bundesheer)

Jägerbataillon 26

Aufstellung 1956
Land Osterreich Österreich
Streitkräfte Bundesheer
Teilstreitkraft Landstreitkräfte
Truppengattung Infanterie
Typ Gebirgstruppe
Unterstellte
Truppenteile
  • Stabskompanie
  • 1. Jägerkompanie
  • 2. Jägerkompanie
  • Kampfunterstützungskompanie
Stärke ca. 200 Mann (Kader)
Unterstellung Militärkommando Kärnten
Stationierungsort Türk-Kaserne, Spittal an der Drau
Spitzname 26er
Motto Kärntner allzeit voran
Kommandant
Bataillonskommandant Oberst Rudolf Kury
Soldat des JgB 26 mit StG 77

Das Jägerbataillon 26 (JgB 26) ist ein Infanterieverband in Österreichs Bundesheer und der einzige Gebirgsjägerverband Kärntens. Das Bataillon befindet sich in der Türk-Kaserne in Spittal an der Drau. Seit Oktober 2016 untersteht es direkt dem Militärkommando Kärnten.

Geschichte

Das Jägerbataillon 26 entstand am 16. April 1956 aus der provisorischen Grenzschutzabteilung 6. Erster Kommandant wurde Major Erwin Jetzl. Der erste Einrückungstermin war der 15. Oktober 1956 mit 377 Grundwehrdienern. Aufgrund zahlreicher Sprengstoffanschläge des Befreiungsausschuss Südtirol Mitte der 50er Jahre wurde das Bataillon zur Sicherung an die Südgrenze in die Räume St. Jakob in Defereggen-Obertilliach-Kartitsch-Sillian verlegt.

Von 1976 bis 1979 folgten mehrere Großübungen (Kristall, Enzian, RVÜ Attergau,...) sowie Hilfeleistung bei der Erdbebenkatastrophe in Norditalien. Von Mitte bis Ende November 1979 wurde besonders der Jagdkampf und die Zusammenarbeit mit Panzereinheiten forciert. 1981 entstand im angekauften Danicek-Areal eines der größten Fitnesscentren in österreichischen Kasernen.

Während der Jugoslawienkrise waren Teile des Bataillons direkt an der Staatsgrenze eingesetzt. Zusätzlich jagte in dieser Zeit eine Reform die andere. Mit der HG-NEU wurde das Jägerbataillon 26 am 10. April 1996 bis zum 1. April 1999 zum Jägerregiment 12 und Spittal damit Regimentssitz. 1999 dienten auch die ersten beiden Frauen (Wachtmeister Cuder und Korporal Willegger) im JgB 26. Außerdem wurde das Bataillon als Österreichs bester Truppenkörper des Jahres 2000 ausgezeichnet. 2002 gelang es dem Bataillon, erstmals in Österreich, eine Kompanie geschlossen für den Auslandseinsatz im Kosovo aufzustellen (April – Oktober 2002, AUCON6/KFOR). 2005 wurde die Herausforderung gemeistert, erstmals in Österreich, ein geschlossenes Bataillon in einen Auslandseinsatz zu verlegen (April – Oktober 2005 AUCON12/KFOR). Im Oktober 2005 wurde das JgB 26 ein Teil der 6. Jägerbrigade, zuvor gehörte es der 7. Jägerbrigade an. Von 1956 bis 2006 wurden etwa 28.000 Soldaten im Bataillon ausgebildet.

Am 6. November 2009 wurde die traditionsreiche Tragtierstaffel des Bataillons nach 51 Jahren Dienst aufgelöst und die 18 Haflinger der Staffel nach Hochfilzen in Tirol verlegt.[1]

Seit November 2014 ist Oberst Rudolf Kury Bataillonskommandant. Aufgrund einer bundesweiten Neustrukturierung des ÖBH, wurde das JgB 26 mit 1. Oktober 2016, direkt dem Militärkommando Kärnten unterstellt. Die 3. Jägerkompanie in Tamsweg wurde an das Militärkommando Salzburg abgegeben und soll den Kern für das neuaufzustellende Jägerbataillon 8 bilden. Im Verbund der Gebirgstruppe bleibt das Bataillon im Kommando Gebirgskampf, welches aus dem Kommando der 6. Jägerbrigade aufgestellt wird.

Auftrag

Die Aufgaben des Bataillons im Frieden bestehen aus Katastrophenhilfe, Assistenz- (vor allem Grenzsicherung) und Auslandseinsätzen sowie der Teilnahme an internationalen Übungen. Im Einsatzfall fungiert das Bataillon vorwiegend als Hochgebirgs-Kampfverband. Nahezu jeder Soldat wird mit Sonde und LVS-Gerät auf das Suchen von Lawinenopfern ausgebildet, da bei größeren Lawinenabgängen die Kompanien bei der Suche und Versorgung der Opfer helfen müssen.

Organisation

Der Kader (Berufssoldatenanteil) des Jägerbataillon 26 besteht aus rund 200 Soldaten. 68 Prozent von ihnen haben bereits Auslands-Erfahrung. Mit seinen über 100 Heeresbergführern, Heeresbergführergehilfen und Heereshochalpinisten verfügt das Bataillon über den größten alpinqualifizierten Kaderanteil aller österreichischen Bataillone.

Struktur

Liste der Kommandanten

  • Major Erwin Jetzl: 16. April 1956 - November 1956
  • Oberstleutnant Karl Niemetz: November 1956 - Juni 1957
  • Oberstleutnant Friedrich Köstenbauer: Juni 1957 - Mai 1966
  • Oberstleutnant Stefan Kainz: Mai 1966 - Januar 1970
  • Oberstleutnant Kurt Mahr: Januar 1970 - März 1975
  • Oberstleutnant Rudolf Striedinger: März 1975 - September 1975
  • Major Günther Wild: September 1975 - April 1976
  • Major Fridolin Gigacher: April 1976 - Mai 1979
  • Oberstleutnant Franz Bremm: Mai 1979 - November 1979
  • Oberstleutnant Willibald Glanzer: November 1979 - März 1981
  • Oberstleutnant des Generalstabsdienstes Heribert Temmel: März 1981 - Oktober 1981
  • Oberstleutnant Willibald Glanzer: Oktober 1981 - Dezember 1981
  • Oberstleutnant Walter Steinwender: Dezember 1981 - September 2000
  • Oberst Alois Sulzgruber: September 2000 - Juli 2001
  • Oberst des Generalstabsdienstes Norbert Gehart: Juli 2001 - Juni 2002
  • Oberstleutnant Ferdinand Klinser: Juni 2002 - September 2007
  • Oberstleutnant Rudolf Kury: 29. September 2007 - 31. März 2008
  • Oberst Erhard Eder: 1. April 2008 - 14. November 2014
  • Oberst Rudolf Kury: seit 14. November 2014

Sonstiges

  • Das Bataillonsabzeichen trägt das Stadtwappen von Spittal an der Drau, mit ein Paar Skier und ein Steyr SSG 69.
  • Der von Angehörigen des Bataillons gebaute Weg der 26er durch die Nordwand der Hohen Warte ist der bisher anspruchsvollste Klettersteig in den Karnischen Alpen.
  • Das Bataillon besitzt mit Kärntner Gebirgsschütze eine eigene Truppenzeitung
  • Militärischer Partner ist das Jägerbataillon Kärnten der Miliz

Einzelnachweise

  1. Letztes Ausrücken für Tragtierstaffel auf ORF-Kärnten vom 6. November 2009 abgerufen am 7. November 2009
  Commons: Jägerbataillon 26 (Bundesheer)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien