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vom 13.10.2018, aktuelle Version,

Julius Deininger

plastisches Porträt von Deiniger am Wiener Rathaus

Julius Deininger (geboren am 30. Mai 1852 in Wien; gestorben am 15. August 1924 ebenda) war ein österreichischer Architekt.

Leben

Grab von Julius Deininger

Deininger wurde in eine gutbürgerliche Familie in Wien hineingeboren. Nach einem Studium an der Technischen Hochschule und der Akademie der Bildenden Künste (unter anderem bei Heinrich Ferstel) war er zeitweilig Mitglied des Baubüros des Wiener Cottagevereins und arbeitete ab 1876 im Büro Friedrich Schmidts. 1883 erhielt Deininger eine Professur an der Staatsgewerbeschule, wo er sich auch für Reformen im Lehrplan einsetzte. Im selben Jahr gründete er sein eigenes Architekturbüro.

In Folge baute er zahlreiche Villen, Wohnhäuser und öffentliche Gebäude, vor allem in Wien und Gutenstein, wo er sich im Sommer aufhielt. Neben seiner Arbeit als Architekt entwarf Deininger auch Kunstgegenstände aller Art und wirkte an Denkmälern mit. Daneben war er Mitarbeiter in Fachzeitschriften und ein gefragter Juror, 1905 wurde er zum Oberbaurat ernannt. 1900–1904 war er Mitglied des Wiener Gemeinderats.

Er war der Bruder von Johann Wunibald Deininger und der Vater von Wunibald Deininger, der ab 1899 einige Werke gemeinsam mit ihm realisierte.

Sein Grab befindet sich im Bereich der Ehrengräber (Gruppe 30 B, Reihe 14, Nr. 13) auf den Wiener Zentralfriedhof.[1]

Werke

Deininger war, obwohl ein Vertreter des Späthistorismus, stilistisch am ehesten an Früh- und Hochrenaissance, sowie an der damals sogenannten „Deutschen Renaissance“ orientiert. Seine Villenbauten weisen, dem Geschmack der Auftraggeber entsprechend, immer wieder „malerische“ Elemente wie Holzbalkone, Erker und Türmchen auf. Er war trotz seiner Verwurzelung im Historismus den neuen Tendenzen aufgeschlossen genug, mit seinem Sohn Wunibald, einem Wagner-Schüler eine fruchtbare Arbeitsbeziehung einzugehen, bei der sein Stil pragmatisch weiterentwickelt wurde.

Bauten

Mittelrisalit des „ Van-Swieten-Hofes“
Villa Trebesiner in Gutenstein (1889/1890).
Schloss Hoyos in Gutenstein; Umbau (1909/1910)
  • 1885–1886 Miethäuser Piaristengasse 60 und 62, Wien 8
  • 1887–1888 Villa Berl, Urgersbach 3, Gutenstein
  • 1889 Villa Tyrolit, Gutenstein 34
  • 1889 Schwimmbad, Gutenstein 86
  • 1889–1890 Villa Trebesiner, Markt 88, Gutenstein
  • 1890 Villa Schaumann, Vorderbruck 27, Gutenstein
  • 1892 Buchdruckerei Jasper, Tongasse 10–12, Wien 3
  • 1894–1895 Villa Marx, Weissenbach bei Mödling 32, Hinterbrühl
  • 1895–1896 Miethaus „Van Swieten-Hof“, Rotenturmstraße 19, Wien 1
  • 1897–1898 Villa Gerlach, Dittesgasse 11/ Parkstraße, Wien 18
  • 1897–1898 Landhaus Walz, Spitz an der Donau
  • 1899 Wohn- und Geschäftshaus „Römerhof“, Wipplingerstraße 2, Wien 1, mit Wunibald Deininger, die Fassade wurde nach Kriegsschäden verändert
  • um 1900 Wohn- und Geschäftshaus Wollzeile 28
  • 1904–1905 Villa Ladewig, Gutenstein 95, mit Wunibald Deininger
  • 1904–1905 Handels- und Gewerbebank in Mährisch-Ostrau (Ostrava), mit Wunibald Deininger
  • 1905–1907 Neue Wiener Handelsakademie, Hamerlingplatz 5–6, Wien 8
  • 1906–1907 Kurhaus für die Österreichische Gesellschaft vom Goldenen Kreuz, Karlsbad (Karlovy Vary), mit Wunibald Deininger
  • 1907–1910 K.k. Staatsgewerbeschule, Rosensteingasse 79/ Hernalser Hauptstraße 98–100, Wien 17, mit Wunibald Deininger
  • 1909–1910 Schloss Hoyos, Gutenstein (Umbau)
  • 1914 Büro- und Fabriksgebäude Altmann, Siebenbrunnengasse 21, Wien 5

Denkmäler

  • 1895–1896 Gruft Fürst Hohenlohe, Niederhofen, Stainach-Pürgg
  • 1896 Friedrich Schmidt-Denkmal (Architektur), Friedrich Schmidt-Platz, Wien 1, mit Bildhauer Edmund Hofmann von Aspernburg
  • um 1897 Grabmal der Familie Trebesinger, Friedhof Gutenstein
  Commons: Julius Deininger  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. viennatouristguide: Grab von Julius Deininger, abgerufen am 12. Oktober 2018