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vom 21.03.2020, aktuelle Version,

Julius Meinl I.

Julius Meinl I. (* 10. April 1824 in Graslitz, Böhmen; † 24. Dezember 1914 in Wien) war ein österreichischer Kaufmann und Gründer der Großhandelsfirma Julius Meinl AG.

Leben

Julius Meinl wurde als Sohn des Bäckermeisters Franz Anton Meinl (1789–1867) und dessen Ehefrau Anna, geborene Dotzauer im Haus Nr. 603 in Graslitz geboren und am 12. April 1824 katholisch getauft. Auch sein Meinl-Großvater war Bäckermeister in Graslitz.

Er absolvierte eine Lehre im Farbwarengeschäft eines Onkels in Prag. Im Jahr 1862 eröffnete er ein Delikatessengeschäft auf dem Wiener Fleischmarkt und verkaufte dort auch „täglich frisch gebrannten Kaffee“. 14 Jahre später war er zahlungsunfähig. Er spezialisierte sich mit eigenen Mischungen erfolgreich im Kaffeehandel und entdeckte 1877 mit dem gewerbsmäßigen Kaffeerösten eine Einnahmequelle und eröffnete 1891 die erste Röstfabrik.

Im Feber 1913 schied er aus der Firma aus und übergab er seinem Sohn Julius Meinl II. ein Filialnetz, das über die gesamte Monarchie Österreich-Ungarn reichte.[1] Julius Meinl starb nach kurzer Krankheit im 91. Lebensjahr am Morgen des 24. Dezember 1914. Nach der Aufbahrung im Stephansdom wurde er auf dem Dornbacher Friedhof in der Familiengruft beigesetzt. Neben seinem homonymen Sohn hinterließ er die verheiratete Tochter Anna Floderer sowie mehrere Enkelkinder.

Literatur

  • Josef Weinmann: Egerländer Biografisches Lexikon mit ausgesuchten Personen aus dem ehemaligen Reg.-Bez. Eger. Band 1, Verlagsgesellschaft Bayreuth, Männedorf/ZH 1985, ISBN 3-922808-12-3, S. 147 f.
  • Heribert Sturm: Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder. Herausgegeben im Auftrag des Collegium Carolinum (Institut), R. Oldenbourg Verlag, München 1984, Band 2, ISBN 3-486-52551-4, S. 629.
  • R. Ohlbaum: Verdienste um Österreich, 1977
  • Ingrid Proksch: Das Haus Julius Meinl. Die Entwicklung eines österreichischen Unternehmens von 1862–1937. Dissertation Universität Wien 1970.

Einzelnachweise

  1. Amtsblatt zur Wiener Zeitung, 12. Februar 1913, 217, S. 31.