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vom 16.05.2017, aktuelle Version,

Karl Theodor Hoeniger

Grab von Karl Hoeniger

Karl Theodor Hoeniger (* 21. Oktober 1881 in Wien; † 28. August 1970 in Meran) war ein Südtiroler Autor und Kulturhistoriker.

Leben

Hoeniger ist als Steirer mit Tiroler Vorfahren in Wien zur Welt gekommen. Dort und in Klagenfurt besuchte er das Gymnasium, dann machte er sein Einjährig-Freiwilligen-Jahr bei der Artillerie in Steyr. An den Universitäten Erlangen und Wien studierte Hoeniger Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie und promovierte 1907 zum Dr. phil.

Nach dem Studium wurde Hoeniger Dramaturg der Vereinigten Städtischen Bühnen in Graz und erhielt später eine Berufung an das Burgtheater. Im Ersten Weltkrieg diente er an der Tiroler Front als Führer einer Feldkanonen-Batterie am Tonale, bei Folgaria, in den Sieben Gemeinden und bei Sexten.

Nach dem Krieg heiratete er Käthe Pitscheider aus Gries und blieb in Südtirol. Er wurde Schriftleiter der Bozner Nachrichten und gab von 1922 bis 1967 den Bozner Hauskalender (heute: Südtiroler Hauskalender) heraus. Er wurde Mittelpunkt eines Kreises, zu dem Friedrich Teßmann, Karl von Hepperger und Josef Blaas zählten. Er leitete auch den Kulturteil der Dolomiten und des "Volksboten", war Theater- und Kunstkritiker und publizierte zahlreiche Beiträge im Schlern.

Während des Zweiten Weltkriegs wirkte Hoeniger an der Südtiroler Kulturkommission des SS-Ahnenerbes in der Arbeitsgruppe "Germanische Weltanschauung und Sinnbilder" mit.[1]

Wegen der Bombardierung Bozens im Krieg verlegte Hoeniger seinen Wohnsitz nach Obermais, wo er bis zu seinem Tode blieb.

Werke

  • Altbozner Bilderbuch, Ferrari-Auer, Bozen 1933, erw. Neuauflage ebd. 1968
  • Südtiroler Weinfibel, Südtiroler Künstlerbund, Bozen 1946
  • Südtiroler Volksleben. In 170 Gemälden und Zeichnungen von Albert Stolz (1875–1947). Ein Heimatbuch, Tyrolia, Innsbruck 1951

Auszeichnungen

Literatur

  • Franz Hieronymus Riedl: Prof. Dr. Karl Theodor Hoeniger – 85 Jahre, in: Der Schlern, 1966, S. 498–499.
  • Eduard Widmoser: Südtirol A–Z, 2. Band (G–Ko), Innsbruck 1983, Südtirol-Verlag, S. 233. DNB 870522426

Einzelnachweise

  1. Michael H. Kater, Das "Ahnenerbe" der SS, 1935–1945: ein Beitrag zur Kulturpolitik des Dritten Reiches. München: Oldenbourg 2006, S. 161f.