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vom 15.11.2017, aktuelle Version,

Liste der Gemeinden im Bezirk Lienz

Der Bezirk Lienz im Land Tirol

Diese Liste der Gemeinden im Bezirk Lienz umfasst alle politischen Gemeinden des Tiroler Bezirks Lienz (Osttirol). Der Bezirk Lienz besteht aus insgesamt 33 Gemeinden, in denen 48.879 Einwohner[1] (Stand aller Bevölkerungszahlen 1. Jänner 2017) ihren Hauptwohnsitz haben. Bezogen auf die Fläche des Bezirks mit 2019,3 Quadratkilometern ergibt dies eine Bevölkerungsdichte von rund 24 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Der Bezirk Lienz ist der größte Bezirk in Tirol und ist mit 33 Gemeinden der Bezirk mit der vierthöchsten Anzahl an Gemeinden in Tirol. Von den 33 Gemeinden verfügt nur die Bezirkshauptstadt Lienz über das Stadtrecht. Weiters existieren mit Matrei in Osttirol, Nußdorf-Debant und Sillian drei Marktgemeinden.

Die größte Gemeinde Osttirols gemessen an der Einwohnerzahl ist die Bezirkshauptstadt Lienz mit aktuell 11.945 Einwohnern.[1] Einwohnerzahlmäßiges Gegenstück von Lienz ist die Gemeinde Untertilliach mit lediglich 236 Einwohnern.[1]

Flächenmäßig größte Gemeinde ist Matrei in Osttirol mit einem Gemeindegebiet von 277,94 km², wobei Matrei die zweitgrößte Gemeinde Tirols ist. Die flächenkleinste Kommune des Bezirks ist die Gemeinde Gaimberg mit einem nur 7,27 km² großen Gemeindegebiet.

Gemeinden im Bezirk Lienz

Die angegebenen Gemeindenamen sind jeweils die offiziellen, von den Gemeinden geführten Gemeindebezeichnungen, wie sie per Landesgesetz festgelegt wurden.[2]

Sowohl die in dieser Liste aufgeführten Einwohnerzahlen als auch die daraus errechnete Bevölkerungsdichte (EW/km²) beziehen sich auf Angaben der Statistik Austria mit Stand 1. Jänner 2017. Es handelt sich hierbei jeweils ausschließlich um gemeldete Hauptwohnsitze. Ebenso wurden die Zahlen über die Gemeindeflächen den Angaben der Statistik Austria entnommen, als Quelle für die Katastralgemeinden diente das Geoinformationsservice des Landes Tirol.

Gemeindename Wappen Region Höhe[3] EWZ[1] Fläche[3] EW/km²[4] Katastralgemeinden Bild
Abfaltersbach Pustertal 983 m 646 10,29 63 – Abfaltersbach
Ainet Iseltal 747 m 924 40,4 23 – Ainet
– Alkus
– Gwabl
Amlach Pustertal 689 m 471 22,46 21 – Amlach
Anras Pustertal 1261 m 1.233 62,05 20 – Anras
– Asch mit Winkl
– Ried
Assling Pustertal 1128 m 1.783 98,92 18 – Bannberg
– Burg-Vergein
– Dörfl
– Kosten
– Oberassling
– Penzendorf
– Schrottendorf
– Thal
– Unterassling
Außervillgraten Villgratental 1287 m 759 79,04 10 – Außervillgraten
Dölsach Lienzer Talboden 731 m 2.307 24,17 95 – Dölsach
– Göriach
– Görtschach-Gödnach
– Stribach
Gaimberg Lienzer Talboden 758 m 815 7,27 112 – Obergaimberg
– Untergaimberg
Heinfels Pustertal 1078 m 990 14,56 68 – Panzendorf
– Tessenberg
Hopfgarten in Defereggen Defereggental 1107 m 715 73,12 10 – Hopfgarten in Defereggen
Innervillgraten Villgratental 1402 m 947 87,79 11 – Innervillgraten
Iselsberg-Stronach Lienzer Talboden 1117 m 598 17,97 33 – Iselsberg
– Stronach
Kals am Großglockner Kalser Tal 1324 m 1.139 180,31 6 – Kals
Kartitsch Pustertal 1353 m 808 58,89 14 – Hollbruck
– Kartitsch
Lavant Lienzer Talboden 675 m 319 22,55 14 – Lavant
Leisach Pustertal 710 m 754 33,27 23 – Burgfrieden
– Leisach
Lienz Lienzer Talboden 673 m 11.945 15,92 750 – Lienz
– Patriasdorf
Matrei in Osttirol Iseltal 975 m 4.663 277,94 17 – Matrei in Osttirol Land
– Matrei in Osttirol Markt
Nikolsdorf Lienzer Talboden 675 m 910 33,66 27 – Lengberg
– Nikolsdorf
– Nörsach
Nußdorf-Debant Lienzer Talboden 713 m 3.275 53,43 61 – Obernussdorf
– Unternussdorf
Oberlienz Lienzer Talboden 756 m 1.470 33,76 44 – Glanz
– Oberdrum
– Oberlienz
Obertilliach Tilliacher Tal 1450 m 688 65,06 11 – Obertilliach
Prägraten am Großvenediger Virgental 1312 m 1.157 180,25 6 – Prägraten
St. Jakob in Defereggen Defereggental 1389 m 859 185,96 5 – St. Jakob in Defereggen
St. Johann im Walde Iseltal 748 m 287 32,84 9 – St. Johann im Walde
St. Veit in Defereggen Defereggental 1495 m 685 61,45 11 – St. Veit in Defereggen
Schlaiten Iseltal 876 m 471 36,59 13 – Schlaiten
Sillian Pustertal 1103 m 2.050 36,21 57 – Arnbach
– Sillian
– Sillianberg
Strassen Pustertal 851 m 780 17,02 46 – Strassen
Thurn Lienzer Talboden 855 m 615 12,26 50 – Thurn
Tristach Lienzer Talboden 1388 m 1.394 18,79 74 – Tristach
Untertilliach Tilliacher Tal 1235 m 236 36,31 6 – Untertilliach
Virgen Virgental 1194 m 2.186 88,78 25 – Virgen

Ehemalige Gemeinden des Bezirks Lienz

Im Bezirk Lienz kam es erstmals 1850/52 zu Gemeindezusammenlegungen, als zahlreiche Rotten im Pustertal zur Gemeinde Assling, Untergaimberg und Obergaimberg zur Gemeinde Gaimberg, sowie Stribach und Göriach zur Gemeinde Göriach-Stribach vereinigt wurden.

Einen massiven Einschnitt in die Verwaltungsstruktur des Bezirks Lienz bedeutete das Ende des Ersten Weltkriegs, in dessen Folge Osttirol durch den Friedensvertrag von St. Germain die Gemeinden Innichberg, Innichen, Sexten, Vierschach, Wahlen und Winnebach an Italien abtreten musste. In der Folge wurde der Gerichtsbezirk Sillian aufgelöst und die bei Osttirol verbliebenen Gemeinden dem Gerichtsbezirk Lienz zugeschlagen.

Zur umfangreichsten Änderung der Gemeindestruktur kam es durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten, wobei 1939 zahlreiche Osttiroler Gemeinden zusammengelegt wurden. 40 bisher unabhängige Gemeinden wurden im Zuge dieser Umstrukturierung zu nur noch 15 Gemeinden zusammengelegt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde diese Maßnahme teilweise wieder rückgängig gemacht. So erlangten Außervillgraten und Innervillgraten wieder ihre Unabhängigkeit, Schlaiten wurde aus Ainet ausgemeindet und auch Abfaltersbach und Tessenberg erhielten von Strassen wieder ihre Unabhängigkeit. Ebenso wurde Panzendorf aus Sillian ausgemeindet und die Gemeinde Grafendorf wieder aufgelöst, womit die Ortsteile Gaimberg und Thurn wieder ihre Selbständigkeit erlangten. Aus Döslach wurde wiederum die Gemeinde Iselsberg-Stronach herausgelöst. Ebenso wurden die Gemeinden Amlach und Lavant wieder selbständig, die ab 1939 zu Tristach gehört hatten.

Zur letzten Veränderung kam es 1974, als Tessenberg und Panzendorf zur Gemeinde Heinfels vereinigt wurden.

Gemeindename Anmerkung
Alkus 1939 mit Ainet, Gwabl und Schlaiten zur Gemeinde Ainet vereinigt
Arnbach 1939 mit Sillianberg zu Sillian eingemeindet
Bannberg 1939 nach Assling eingemeindet
Burgfrieden 1939 nach Leisach eingemeindet
Burg-Vergein ab 1850 Teil der Gemeinde Assling
Dörfl ab 1850 Teil der Gemeinde Assling
Glanz 1939 mit Oberdrum und Oberlienz zur Gemeinde Oberlienz vereinigt
Göriach 1852 mit Stribach zur Gemeinde Göriach-Stribach vereinigt, ab 1939 Teil von Dölsach
Göriach-Stribach 1939 mit Görtschach-Gödnach nach Dölsach eingemeindet
Görtschach-Gödnach 1939 mit Göriach-Stribach nach Dölsach eingemeindet
Grafendorf 1939 aus Gaimberg und Thurn gebildet. 1949 wieder aufgelöst
Gwabl 1939 mit Ainet, Alkus und Schlaiten zur Gemeinde Ainet vereinigt
Hollbruck 1939 nach Kartitsch eingemeindet
Innichberg 1919 an Italien abgetreten, heute Teil der Gemeinde Innichen
Innichen 1919 an Italien abgetreten
Iselsberg 1850 mit Stronach zur Gemeinde Iselsberg-Stronach vereinigt
Kosten ab 1850 Teil der Gemeinde Assling
Lengberg 1939 mit Nörsach und Nikolsdorf zur Gemeinde Nikolsdorf vereinigt
Matrei in Osttirol Land 1939 mit Matrei in Osttirol Markt zur Gemeinde Matrei in Osttirol vereinigt
Matrei in Osttirol Markt 1939 mit Matrei in Osttirol Land zur Gemeinde Matrei in Osttirol vereinigt
Nörsach 1939 mit Lengberg und Nikolsdorf zur Gemeinde Nikolsdorf vereinigt
Nußdorf in Osttirol 1969 in Nußdorf-Debant umbenannt
Oberassling ab 1850 Teil der Gemeinde Assling
Oberdrum 1939 mit Glanz und Oberlienz zur Gemeinde Oberlienz vereinigt
Obergaimberg 1850 mit Untergaimberg zur Gemeinde Gaimberg vereinigt
Obernußdorf 1939 mit Unternußdorf zur Gemeinde Nußdorf in Osttirol (ab 1969 Nußdorf-Debant) vereinigt
Panzendorf 1974 mit Tessenberg zu Heinfels vereinigt
Patriasdorf 1939 zu Lienz eingemeindet
Penzendorf ab 1850 Teil der Gemeinde Assling
Schrottendorf ab 1850 Teil der Gemeinde Assling
Sexten 1919 an Italien abgetreten
Sillianberg 1939 mit Arnbach zu Sillian eingemeindet
St. Justina 1850 nach Assling eingemeindet
Stribach 1852 mit Göriach zur Gemeinde Göriach-Stribach vereinigt, ab 1939 Teil von Dölsach
Stronach 1850 mit Iselsberg zur Gemeinde Iselsberg-Stronach vereinigt
Tessenberg 1974 mit Panzendorf zu Heinfels vereinigt
Thal 1850 nach Assling eingemeindet
Unterassling ab 1850 Teil der Gemeinde Assling
Untergaimberg 1850 mit Obergaimberg zur Gemeinde Gaimberg vereinigt
Unternußdorf 1939 mit Obernußdorf zur Gemeinde Nußdorf in Osttirol (ab 1969 Nußdorf-Debant) vereinigt
Vierschach 1919 an Italien abgetreten, heute Teil der Gemeinde Innichen
Villgraten 1939 aus Außervillgraten und Innervillgraten gebildet, 1949 wieder aufgelöst
Wahlen 1919 an Italien abgetreten, heute Teil der Gemeinde Toblach
Winnebach 1919 an Italien abgetreten, heute Teil der Gemeinde Innichen

Bevölkerungsentwicklung

Literatur

  • Martin Kofler: Osttirol. Vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart. Studienverlag, Innsbruck 2005, ISBN 3-7065-1876-7

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahresbeginn 2002-2017 nach Gemeinden (Gebietsstand 1.1.2017) – Stand 1. Jänner 2017
  2. Tiroler Gemeindeordnung 2001 – TGO
  3. 1 2 Statistik Austria, Wohnbevölkerung und Bürgerzahl der einzelnen Gemeinden
  4. Berechnung auf Grundlage der Einwohnerzahlen