unbekannter Gast
vom 17.09.2016, aktuelle Version,

Liste der Gerichtsbezirke in Istrien

Gerichtsbezirke in Istrien (1910)

Diese Liste der Gerichtsbezirke in Istrien listet alle ehemaligen Gerichtsbezirke im österreichischen Kronland Istrien auf.

Geschichte

Istrien gehörte bis 1849 zum österreichischen Königreich Illyrien, danach wurde es mit Triest und Görz und Gradisca zum neuen Kronland Küstenland vereinigt.

Mit der Reichsverfassung von 1861 erlangte die Markgrafschaft Istrien die Eigenschaft eines eigenständigen Kronlands, wobei jedoch der gemeinsame k.k. küstenländische Statthalter in Triest und das gemeinsame Gesetz- und Verordnungsblatt für das österreichisch-illirische Küstenland erhalten blieb.

Auch die Gerichtsorganisation spiegelte die Zusammengehörigkeit der drei Gebiete des Küstenlandes wider, war doch 1850 das k. k. Oberlandesgericht zu Triest als zuständiges Oberlandesgericht für die Gebiete Triest, Istrien und Görz festgelegt worden.[1]

Für das Gebiet der Markgrafschaft Istrien wurde zudem das Landesgericht in Rovinj geschaffen, das über den Bezirksgerichten in den Gerichtsbezirken stand.

Gerichtsbezirke

Die Tabelle enthält im Einzelnen folgende Informationen (Stand 1910):

Gerichtsbezirk (Ital.) Name des Gerichtsbezirkes in italienischer Sprache
Slow./Kroat. Bezeichnung  slowenische/kroatische Bezeichnung
Landesgericht Landesgericht, dem das Bezirksgericht unterstellt war
Politischer Bezirk Politischer Bezirk, in dem der Gerichtsbezirk damals lag
Einwohner Einwohner
Fläche in km² Fläche in km²
Dichte Bevölkerungsdichte in Einwohner pro km²
Dt.-spr. Einwohner mit deutscher Umgangssprache
Ital.-spr. Einwohner mit italienischer Umgangssprache
Slow.-spr. Einwohner mit slowenischer Umgangssprache
Kroat.-spr. Einwohner mit kroatischer Umgangssprache
Sonstige Einwohner mit sonstigen Umgangssprachen sowie Staatsfremde
Gerichts­bezirk (Ital.) Slow./Kroat.
Bezeichnung
Landes­gericht Politischer
Bezirk
Ein­wohner Fläche
in km²
Dichte
Ew./km²
Dt.-
spr.
Ital.-
spr.
Slow.-
spr.
Kroat.-
spr.
Sons­tige
Albona Labin Rovigno Pisino 17.711 318,83 56 40 2.396 166 14.139 970
Buje Buje Rovigno Parenzo 22.227 266,27 84 14 19.728 103 1.904 478
Capodistria Koper Triest Capodistria 45.567 328,98 139 122 18.744 25.438 159 1.104
Castelnuovo Podgrad Triest Volosca-Abbazia 16.689 421,31 40 7 7 13.623 3.031 21
Cherso Cres Rovigno Lussin 8.162 336,10 24 4 2.296 6 5.708 148
Dignano Vodnjan Rovigno Pola 18.032 335,67 54 96 6.620 97 11.070 149
Lussin Lošinj Rovigno Lussin 13.098 175,11 75 418 7.588 91 4.289 712
Montona Montovun Rovigno Parenzo 21.608 310,19 70 21 11.004 1.839 8.603 141
Parenzo Poreč Rovigno Parenzo 17.523 216,51 81 40 10.544 20 6.527 392
Pinguente Buzet Rovigno Capodistria 20.371 386,59 53 15 874 2.151 17.294 37
Pirano Peran Triest Capodistria 23.671 109,02 217 195 18.388 4.306 120 662
Pisino Pazin Rovigno Pisino 30.807 540,43 57 52 1.636 122 28.785 212
Pola Pulj Rovigno Pola 70.948 224,97 315 9.500 30.900 3.510 16.431 10.607
Rovigno Rovinj Rovigno Pola 18.775 218,78 86 331 14.200 122 3.076 1.046
Veglia Krk Rovigno Veglia 21.259 428,45 50 25 1.544 29 19.533 128
Volosca-Abbazia Volosko-Opatija Triest Volosca-Abbazia 37.861 337,82 112 2.399 947 3.742 27.447 3.326

Einzelnachweise

  1. Allgemeines Reichs-Gesetz- und Regierungsblatt für das Kaiserthum Oesterreich. 1850, XLI. Stück, Nr. 138: „Verordnung des Ministers der Justiz vom 6. April 1850 [...]“

Literatur

  • k. k. Statististische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium für das Österreichisch-Illyrische Küstenland. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. Wien 1918 (Spezialortsrepertorien der österreichischen Länder)