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vom 07.02.2017, aktuelle Version,

Liste der Meteoriten Österreichs

Auf dem Gebiet von Österreich in seinen heutigen Grenzen wurden bisher insgesamt acht Meteoriten geborgen, von denen noch heute Material vorhanden ist. Bei fünf wurde vor dem Fund auch der Fall des Meteoriten beobachtet. Alle diese Meteoriten sind Steinmeteorite und werden den Chondriten zugerechnet.

Name Koordinaten Fundort Masse Klasse Falldatum
oder Fundjahr
Ischgl [1] 47° 2′ N, 10° 16′ O Ischgl, Tirol 724 g Gewöhnlicher Chondrit (LL6) Fund, 1976
Lanzenkirchen 47° 45′ N, 16° 14′ O Lanzenkirchen, Niederösterreich 7 kg [2] Gewöhnlicher Chondrit (L4) Fall, 28. August 1925
Mauerkirchen [3] 48° 11′ N, 13° 8′ O Mauerkirchen, Oberösterreich 19 kg Gewöhnlicher Chondrit (L6) Fall, 20. November 1768
Minnichhof 47° 32′ N, 16° 38′ O Kroatisch Minihof, Burgenland 550 g Gewöhnlicher Chondrit Fall, 27. Mai 1905
Mühlau 47° 17′ N, 11° 25′ O Innsbruck-Mühlau, Tirol 5 g Gewöhnlicher Chondrit Fund, um 1877
Neuschwanstein [4] 47° 31′ N, 10° 49′ O Reutte, Tirol 6,218 kg Enstatit-Chondrit (EL6) Fall, 6. April 2002
Prambachkirchen 48° 18′ N, 13° 56′ O Prambachkirchen, Oberösterreich 2,125 kg Gewöhnlicher Chondrit (L6) Fall, 5. November 1932
Ybbsitz 47° 58′ N, 14° 58′ O Ybbsitz, Niederösterreich 14,6 kg Gewöhnlicher Chondrit (H4) Fund, 1977
Anmerkungen
  1. Wurde erst 2008 als Meteorit identifiziert und 2012 im Naturhistorischen Museum Wien der Öffentlichkeit präsentiert, siehe ; die wissenschaftliche Beschreibung wurde 2013 publiziert: Brandstätter, F., J. Konzett, C. Koeberl & L. Ferrière (2013): The Ischgl meteorite, a new LL6 chondrite from Tyrol, Austria. Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien, Serie A, 115, 5-18.
  2. Zwei Steine, 5 kg und 2 kg.
  3. Zum Zeitpunkt des Falls gehörte Mauerkirchen zu Bayern.
  4. Drei Steine. Der dritte und mit 2,843 kg größte Stein des Falls wurde auf Tiroler Gebiet gefunden. Die hier angegebenen Koordinaten geben die Fundposition dieses Stücks an. Die Benennung des Meteoriten bezieht sich auf den Fundort der ersten beiden Steine des Falls (1,750 kg und 1,625 kg), die auf Bayerischen Gebiet unweit von Schloss Neuschwanstein geborgen wurden. Die offizielle Meteoritendatenbank der Meteoritical Society ordnet den Meteoriten aufgrund des Erstfundortes Deutschland zu.

Siehe auch

Literatur

  • Monica M. Grady: Catalogue of Meteorites. 5. Auflage. Cambridge University Press, Cambridge, 2000 ISBN 978-0-521-66303-8
  • Franz Brandstätter, et al.: Meteoriten – Zeitzeugen der Entstehung des Sonnensystems. Verlag des Naturhistorischen Museums, Wien 2012, ISBN 978-3-902421-68-5, S.166-175