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vom 22.04.2018, aktuelle Version,

Liste von Erdbeben in Österreich

In dieser Liste von Erdbeben in Österreich werden starke Erdbeben aufgeführt, die sich auf dem Gebiet des heutigen Österreich ereignet haben. In die Liste aufgenommen werden Erdbeben ab einer Magnitude 4,0 oder der Intensität VI. Ein weiterer Aufnahmegrund ist ein besonderes damit verbundenes Ereignis oder überregionales Interesse.

Überblick

Österreich selbst liegt im Westen der Eurasischen Kontinentalplatte, der auch als Europäische Platte bezeichnet wird. In Österreich gibt es jährlich etwa 600 registrierte Erschütterungen, wobei mehr als die Hälfte von Sprengungen stammt. Etwa 30 bis 60 Beben werden von der Bevölkerung wahrgenommen. Erdbeben mit Gebäudeschäden treten in sehr unregelmäßiger Folge auf. Im statistischen Mittel ereignet sich alle drei Jahre ein Erdbeben mit leichten Gebäudeschäden, alle 15 bis 30 Jahren mit mittleren Gebäudeschäden und alle 75 bis 100 Jahre ein Erdbeben, welches auch vereinzelt zu schweren Gebäudeschäden führen kann.[1] Leichtere Beben, die nur mit Meßgeräten wahrgenommen werden können, ereignen sich in Österreich mehrmals wöchentlich, sie werden von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik publiziert.[2]

Die meisten Erdbeben ereignen sich im Wiener Becken, Mürztal und dem Inntal. Der südliche Teil von Kärnten ist durch die Erschütterungen von Erdbeben betroffen, deren Epizentrum in Italien und Slowenien liegt.[1]

Liste

Legende:

T = Tiefe des Erdbebenherdes in km
M = Magnitude nach Richter
I = Intensität
Q = Quelle der Informationen
Datum Zeit
(UTC)
Zeit
MEZ /
MESZ
Epizentrum Beschreibung T M I Q
04. Mai 1201 10 Uhr 11 Uhr Katschberg / Ktn. 8 6,1 9 [3]

[1]

08. Mai 1267 02 Uhr 03 Uhr Kindberg / Stmk. 8 5,4 8 [3][1]
25. Jan. 1348 16 Uhr 17 Uhr Friaul / Italien Auch bekannt als „Das große Villacher Beben von 1348“. Das Erdbeben von Friaul 1348 führte auch zu einem Bergsturz am Dobratsch und zerstörte in Kärnten mindestens elf Burgen (namentlich genannt sind die Ortenburg und Kellerberg). Wiederholt wird eine Opferzahl von 5.000 genannt, worin aber auch die Pesttoten desselben Jahres enthalten sind. 8 6,8 10 [3][1][4]
01. Nov. 1571 -  -  Innsbruck / Tirol Ein in der Vergangenheit irrtümlich angenommenes Erdbeben. -  -  -  [3]
04. Jan. 1572 18:45 19:45 Innsbruck / Tirol 6 4,2 6–7 [3]
15. Sep. 1590 17 Uhr 18 Uhr Riederberg / NÖ Auch bekannt als „Neulengbacher Beben“. Die bisher stärksten Auswirkungen auf Wien, mehrere Todesopfer. In Studien thematisiert zur Volksabstimmung 1978 über das nahe Kernkraftwerk Zwentendorf, heute ein europäisches Beispiel für Standortsicherheitsfragen. 6 5,2 8 [3][1][5][6]
15. Sep. 1590 23:50 00:50 Riederberg / NÖ Vergleiche Beben von 18 h Ortszeit. Stärkstes Beben jemals in Österreich, 9 Tote bei Einsturz eines Hauses in der Rothenturmstraße, Turm der Michaelerkirche in Wien stürzte ein (später neu aufgebaut), 26 Häuser in Wien wurden stark beschädigt, viele Kamine stürzten ein. [7] 6 5,75 9 [3][1]
27. Aug. 1668 - - Wr. Neustadt / NÖ Ein in der Vergangenheit irrtümlich angenommenes Erdbeben. - - - [3]
17. Juli 1670 01:15 02:15 Hall / Tirol 6 5,2 8 [3][1]
22. Dez. 1689 01 Uhr 02 Uhr Innsbruck / Tirol 6 4,8 7–8 [3]
04. Dez. 1690 14:45 15:45 Friaul ? / Italien 8 6,1 9 [3][1]
10. Apr. 1712 -  -  Wr. Neustadt / NÖ 7 4,0 6 [3][1]
05. Aug. 1766 -  -  St. Margarethen / Bgld. 6 4,6 7 [3][1]
16. Aug. 1766 -  -  St. Margarethen / Bgld. 6 4,6 7 [3]
21. Nov. 1767 -  -  Straßburg / Ktn. 8 4,8 7 [3][1]
27. Feb. 1768 01:45 02:45 Wr. Neustadt / NÖ Für die damalige Zeit einmalige Schadensbeschreibung unter dem Hofmathematiker Joseph Anton Nagel. 9 5,0 7 [3][1][8]
06. Feb. 1794 12:18 13:18 Leoben / Stmk. Gute Dokumentation durch eine „Augenscheins-Commission“. 8 4,7 7 [3][1][9]
18. Juli 1810 -  -  Admont / Stmk. 6 4,5 6 [3][1]
17. Juli 1820 06:30 Schwaz / Tirol 6 4,5 7 [3][1]
14. Mär. 1837 15:40 16:40 Mürzzuschlag / Stmk. 8 4,7 7 [3][1]
13. Juli 1841 12:30 13:30 Wr. Neustadt / NÖ 7 4,0 6 [3][1]
25. Dez. 1857 01:30 02:30 Rosegg / Ktn. 7 4,6 7 [3][1]
17. Juli 1876 12:17 13:17 Scheibbs / NÖ 8 4,4 6–7 [3][1]
30. Apr. 1885 23:15 00:15 Kindberg / Stmk. 8 5,0 7 [3]
28. Nov. 1886 22:30 23:30 Nassereith / Tirol 8 5,1 7–8 [3][1]
12. Apr. 1888 05:10 06:10 Siegendorf / Bgld. 6 4,6 7 [3][1]
13. Juli 1910 08:32 09:32 Nassereith / Tirol 8 4,8 7 [3][1]
01. Mai 1916 10:24 12:24 Judenburg / Stmk. 7 4,7 7 [3][1]
25. Juli 1927 20:35 21:35 Wartberg / Stmk. 11 5,1 7 [3][1]
08. Okt. 1927 19:49 19:49 Schwadorf / NÖ Das bisher letzte Erdbeben in Österreich mit einer Epizentralintensität von 8 Grad und schweren Gebäudeschäden. 6 5,2 8 [3][1][10]
07. Okt. 1930 23:27 00:27 Namlos / Tirol 9 5,3 7–8 [3][1]
03. Okt. 1936 15:48 16:48 Obdach / Stmk. 8 5,0 7 [3][1]
08. Nov. 1938 03:12 04:12 Ebreichsdorf / NÖ 10 5,0 7 [3][1]
18. Sep. 1939 00:14 01:14 Puchberg / NÖ 10 5,0 7 [3]
16. Apr. 1972 10:10 11:10 Seebenstein,
Pitten / NÖ
800 Feuerwehreinsätze in Wien 10 5,3 7–8 [3][1][10][11]
06. Mai 1976 20:00 21:00 Friaul / Italien 6 6,5 10 [3][1]
02. Mai 1991 10:15 12:15 20 km SW von Wien / NÖ 4,2 [12]
11. Juli 2000 02:49 04:49 Ebreichsdorf / NÖ Verputzrisse an vielen Häusern [13] 4,8 6 [10]
20. Sep. 2013 02:06 04:06 Ebreichsdorf / NÖ 12 4,3 [14]
02. Okt. 2013 17:17 19:17 Ebreichsdorf / NÖ 10 4,2 5 [15]
17. Apr. 2014 14:59 16:59 16 km S von Mürzsteg / Stmk. 10 4,1 [16]
25. Apr. 2016 10:28 12:28 3 km N von Alland / NÖ 9 4,2 [17]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 Erdbeben in Österreich (Lexikon). Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), abgerufen am 20. September 2013 (Stand: vor Juli 2012).
  2. aktuelle Erdbebenkarte und -Liste (laufend aktualisiert).
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 Stärkste Erdbeben. (Erdbeben in Österreich). Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), abgerufen am 20. September 2013 (Stand: Juli 2012).
  4. Das Erdbeben von 1348 in Friaul. Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Abgerufen am 20. September 2013.
  5. Ried am Riederberg 1590. Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), abgerufen am 20. September 2013.
  6. Die stärksten Beben in Österreich. In: Die Presse Printausgabe & Online. 30. Mai 2012, abgerufen am 20. September 2013.
  7. Vom Leben der Natur : Teil 3: Das große Beben von 1590. oe1.orf.at, Ö1 Radio, gesendet 16. November 2016 08:55 Uhr. 7 Tage nachhörbar.
  8. Wr. Neustadt 1768. (Historische Erdbeben in Österreich). Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), abgerufen am 20. September 2013.
  9. Leoben 1794. (Historische Erdbeben in Österreich). Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), abgerufen am 20. September 2013.
  10. 1 2 3 Stärkste Erdbeben. Kurzbeschreibung einiger Starkbeben Österreichs. Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, abgerufen am 20. September 2013.
  11. 40 Jahre Erdbeben in Seebenstein. In: noe.orf.at. 16. April 2012, abgerufen am 20. September 2013.
  12. Wiener Erdbeben in Potsdam gespürt. In: www.neues-deutschland.de. 3. Mai 1991, abgerufen am 6. Oktober 2013.
  13. Erdbeben im Raum Ebreichsdorf (NÖ). In: http://www.zamg.ac.at/. 20. September 2013, abgerufen am 27. Oktober 2013.
  14. Zahlreiche Schäden nach Erdbeben. In: noe.orf.at. 20. September 2013, abgerufen am 20. September 2013.
  15. Erdbeben - Karten und Listen. Übersicht der Erdbeben in Österreich. In: http://www.zamg.ac.at/. 2. Oktober 2013, abgerufen am 2. Oktober 2013.
  16. Erdbeben bei Mürzsteg / Steiermark, M 4.1. In: http://www.zamg.ac.at/. Abgerufen am 7. Mai 2014.
  17. Erdbeben bei Alland / Niederösterreich, M 4.2. In: http://www.zamg.ac.at/. Abgerufen am 25. April 2015.