unbekannter Gast
vom 08.06.2017, aktuelle Version,

Martin Vischer

Martin Vischer (geboren 1981 in Basel) ist ein Schweizer Schauspieler, der seit 2015 am Wiener Burgtheater engagiert ist.

Leben und Werk

Vischer zählte 1997 zu den Gründungsmitgliedern von The Glue (auch theGlue; „der Leim“), einer Schweizer A-cappella-Musikgruppe, die auf dem Vorbild der Prinzen beruhte und vorwiegend selbst geschriebene Songs singt. Nach der Matura war er als freier Werbetexter tätig, begann jedoch 2001 ein Studium der Germanistik, Philosophie und Französisch an der Universität Basel. Von 2003 bis 2007 absolvierte er eine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig und musste in Folge dessen aus der Band The Glue ausscheiden.

Bereits während seines Studiums war er Studiomitglied am Neuen Theater Halle, erhielt Gastengagements ans Maxim-Gorki-Theater Berlin und ans Volkstheater in Wien und inszenierte Was ihr wollt – ein Manifest in Halle an der Saale. In der Spielzeit 2008/09 war er am Schauspiel Essen, am Staatstheater Braunschweig und bei Cuckoo, einer freien Gruppe in Basel. 2009 erhielt er ein Berlin-Stipendium der Akademie der Künste und arbeitet in dessen Rahmen mit der Schauspielerin und Schauspiellehrerin Jutta Wachowiak zusammen. Danach ging er drei Spielzeiten lang in ein festes Engagement ans Schauspiel Hannover.

2012 übersiedelte Vischer nach Wien, hatte jedoch in der Spielzeit 2012/2013 noch Rollenverpflichtungen am Schauspielhaus Hannover. In Wien war er zunächst freischaffend tätig. Er spielte in einer Reihe von Kurzfilmen, später auch in Fernseh- und Kinoproduktionen und übernahm ab 2013 zentrale Rollen am Schauspielhaus Wien, durchwegs in zeitgenössischen Stücken und konnte auf sich aufmerksam machen. Am Schauspielhaus Wien war er in Inszenierungen von Alexander Charim, Daniela Kranz, Katharina Schwarz und Michal Zadara zu sehen.[1] 2014 war er im DRS-Hörspiel Die Napoleon Bonapartefrau von Franziska Müller und Tobias Lambrecht zu hören, Regie führte Johannes Mayr. Bei den Klosterspielen Wettingen spielte er in der turbulenten Inszenierung von Shakespeares Viel Lärm um nichts des Regisseurs Þorleifur Örn Arnarsson den Benedikt. 2015 übernahm er in Endzeit, einer österreichischen Webserie der Geschwister Anna & Jan Gros, die Rolle des Max in der Zukunft und bei den Salzburger Festspielen den Filch in Brecht/Weills Dreigroschenoper, die dort als Experimentalfassung unter dem Titel Mackie Messer – Eine Salzburger Dreigroschenoper vorgestellt wurde. Die musikalische Bearbeitung stammte von Martin Lowe, Regie führten Julian Crouch und Sven-Eric Bechtolf. Spielstätte war die Felsenreitschule.

Seit der Spielzeit 2015/2016 gehört er dem Ensemble des Wiener Burgtheaters an. Im Jänner 2016 wurde die Folge 185 von SOKO Kitzbühel ausgestrahlt, Episodentitel: Racheengel, in der Vischer unter der Regie von Gerald Liegel die Rolle des Ivo Hoffmann übernahm, der mit seiner (zu Beginn der Episode ermordeten) Ehefrau Ramona eine Racheagentur betrieb.

Zitat

„Mein Bruder ist Philosoph und Völkerrechtler. Unsere beiden Lebenswelten haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Und doch geht es in beiden darum, Spiegel der Gesellschaft zu sein. Umso schöner finde ich es auch, dass ich nun Ensemblemitglied in einem Theater bin, wo kürzlich Slavoj Žižek auf der Bühne vorgelesen hat. So kommt das eine letztlich doch wieder zum anderen.“

Martin Vischer[2]

Rollen am Burgtheater

Filmographie

  • 2005: Box (Kurzfilm), Regie: Tristan Vostry – Hauptrolle
  • 2008: Freies Land (Kurzfilm), Regie: Hannes Treiber
  • 2010: Über Leben (Kurzfilm), Regie: Sophie Narr
  • 2010: The One you Love (Kurzfilm), Regie: Martin Murch
  • 2012: Notruf Hafenkante (ZDF), Regie: Thomas Jauch
  • 2012: Der letzte Mensch (ZDF), Regie: Pierre-Henry Salfati
  • 2015: SOKO Kitzbühel, 185: Racheengel (ARD, ORF, Beo), Regie: Gerald Liegel
  • 2016: SOKO Wien – Außer Kontrolle

Auszeichnungen

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Agentur Schönemann: Martin Vischer, abgerufen am 21. März 2016
  2. Hier zitiert nach dem gemeinsamen Presse-Interview mit Marie-Luise Stockinger, geführt von Daniel Kalt im September 2015, abgerufen am 21. März 2016