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vom 21.01.2019, aktuelle Version,

Mauriz Balzarek

Grab von Mauriz Balzarek mit Foto auf dem St. Barbara-Friedhof in Linz

Mauriz Balzarek (* 21. Oktober 1872 in Tyrnau, Österreich-Ungarn (ungarisch: Nagyszombat, heute Trnava, Slowakische Republik); † 17. Februar 1945 in Linz) war ein österreichischer Architekt. Nach ihm ist der Mauriz-Balzarek-Preis benannt, ein Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Architektur.

Werk

Kraftwerk Steyrdurchbruch bei Molln, Oberösterreich (1908)
Landesvilla in Bad Hall (1912–14)
Villa Reindl in Perg (1928)
Hauptschule in Perg (1929)

Mauriz Balzarek, ein Schüler Otto Wagners, wurde unter anderem bekannt durch den Entwurf der Landesvilla in Bad Hall,[1] errichtet in den Jahren 1912 bis 1914 und als bedeutendster Jugendstilbau Oberösterreichs erachtet.[2]

Von Balzarek stammen die architektonischen Entwürfe für das oberösterreichische Laufkraftwerk Steyrdurchbruch an der Steyr und das erste österreichische Speicherkraftwerk Partenstein im oberen Mühlviertel in Untermühl an der Donau.

In den Jahren 1912/1913 errichtete er in Linz an der Museumstraße ein architektonisches Schmuckstück für die Direktion der ESG Linz, dessen Fassade mit goldfarbenen Ornamenten verziert ist.[3]

Im Jahr 1914 entstand auf dem Grundstück Eternitstraße 21 in Vöcklabruck ein Badehaus, bei dem laut Friedrich Achleitner die Kultur des secessionistischen Details noch vorhanden ist, sich aber andererseits schon die kommende Sachlichkeit in der Prägnanz der Bauformen ankündigt.[3]

In Steyr wurde 1917–1918 nach seinen Entwürfen eine Arbeitersiedlung errichtet (Hohe Ennsleiten, Josef-Wokal-Straße 10–22).

In den Jahren 1923 und 1924 war er mit Arbeiten am Stift Lilienfeld in Niederösterreich befasst.

Die Hauptschule Perg (früher Hauptschule I, heute Neue Mittelschule I) wurde nach seinen Entwürfen errichtet und 1929 eröffnet.

Die Villa Reindl mit dem traditionellen Eckturm in Perg, Bahnhofstraße 12, aus dem Jahr 1928 zählt ebenfalls zu seinen Werken. Das Objekt wurde Ende der 1990er-Jahre sorgfältig saniert.

In Vöcklabruck, Hatschekstraße 27–45, errichtete Balzarek 1930 die aus Reihenhäusern bestehende Hatschek-Siedlung. Auch hier wandte er das Prinzip an, die schlichte Häuserfront durch laubenartige Vorbauten zu beleben.[3]

Bauten und Entwürfe

  • 1905: Pavillon Café Traxlmayr in Linz
  • 1906: Villa Liebherr in Linz, Auf der Gugl 7
  • 1908: Stiege und Brunnenanlage in Linz, Lessingstraße 32
  • 1907–1908: Kraftwerk Steyrdurchbruch, Molln
  • 1907–1908: Jubiläums-Volksschule in Wels, Grillparzerstraße 2
  • 1909–1910: Wohnhaus Mozartstraße 56 in Linz
  • 1910: Wohnhaus Stockhofstraße 39 in Linz
  • 1910: Villa Huster in Linz, Lessingstraße 34
  • 1911: Wohn- und Geschäftshaus Landstraße 57 in Linz
  • 1911: Hotel Goldenes Kreuz in Wels, Stadtplatz 69
  • 1912: Pförtnerhaus der Villa Hatschek in Linz, Bauernberganlagen, Bernardisstraße 1
  • 1912: Wohn- und Geschäftshaus Stadtplatz 9–10 in Wels
  • 1912–1913: Direktionsgebäude der ESG in Linz, Museumstraße 6–8
  • 1913: Doppelhaus Zeppenfeldstraße 4 in Linz
  • 1912–1914: Landesvilla in Bad Hall
  • 1913–1914: Gartensiedlung Froschberg in Linz, Niederreithstraße, Hanriederstraße, Keimstraße, Herstorferstraße
  • 1914: Villa Balzarek in Linz, Niederreithstraße 34
  • 1914: Eternit-Badehaus in Vöcklabruck (2016 abgebrochen)
  • 1914: Schmallnauerhaus in Kirchdorf an der Krems, Hauptplatz 3
  • 1917–1918: Arbeitersiedlung Hohe Ennsleiten in Steyr, Josef-Wokral-Straße 10–22
  • 1919–1924: Speicherkraftwerk Partenstein bei Kleinzell im Mühlkreis
  • 1923–1924: Rathaus in Bad Schallerbach
  • 1924: Wohnhaus Bürgerstraße 46 in Linz
  • 1926: Lehrerhaus Dinghoferstraße 27 in Linz
  • 1928: Villa Reindlin Perg, Bahnhofstraße 12
  • 1929: Hauptschule in Perg
  • 1929: Wohnhausanlage Rudolfstraße 86–92 in Linz
  • 1927–1930: Gemeindeamt in Altenberg bei Linz
  • 1930: Reihenhäuser der Hatschek-Siedlung in Vöcklabruck, Hatschekstraße 27–45
  • 1924–1932: Badeanlagen in Bad Schallerbach
  • 1938: Reihenhaussiedlung in Linz, Schultestraße 15–23
  • 1940: Doppelhaus Brahmsstraße 4–6 in Linz

Literatur

  • Alexander Wied: Der Architekt Mauriz Balzarek (1872–1945). Jugendstil und Sachlichkeit in Linz. (Katalog zur Ausstellung des Stadtmuseums Linz in der Neuen Galerie der Stadt Linz, Wolfgang-Gurlitt-Museum, 31. August bis 24. September 1972) (= Kataloge des Stadtmuseums Linz, Band 10.) Stadtmuseum Linz, Linz 1972, DNB 900965169.
  • Alfred Zerlik: Sudetendeutsche in Oberösterreich. Linz 1982, S. 33 f.
  • Marco Pozzetto (Hrsg.): Die Schule Otto Wagners. 1894–1912. Schroll, Wien u. a. 1980, ISBN 3-7031-0524-0.
  • Jutta Kofler: Das Werk des Architekten Mauriz Balzarek (1872–1945). unveröffentlichte Diplomarbeit, Universität Wien, 2013.
  Commons: Mauriz Balzarek  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Konkurrenzprojekt für eine Villa in Bad Hall (II. Preis). In: Der Architekt, Jahrgang 1912, S. 69, Bildteil. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/arc; Grundriss, S. 71 Mitte.
  2. Siegfried Haider: Geschichte Oberösterreichs. (= Geschichte der österreichischen Bundesländer). Verlag für Geschichte und Politik, Wien 1987, ISBN 3-486-54081-5, S. 369. (eingeschränkte Vorschau auf Google Bücher)
  3. 1 2 3 Friedrich Achleitner: Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. band 1, Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg. Residenz-Verlag, St. Pölten / Salzburg 1980, ISBN 3-7017-0248-9.