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vom 04.01.2016, aktuelle Version,

Naturpark Föhrenberge

Blick vom Frauenstein auf den Husarentempel. Im Vordergrund die namensgebenden Schwarz-Föhren.
Zugang bei der Kuhheide in Gießhübl
Große Kuhschellen
Gedenktafel an Johann Fürst von Liechtenstein, auf den viele Sehenswürdigkeiten des Parkes zurückgehen

Der Naturpark Föhrenberge liegt am östlichen Rand des Wienerwaldes in Niederösterreich. Er zählt zu den Naherholungsgebieten von Wien. Der 6.500 ha große Naturpark reicht von Perchtoldsdorf im Norden bis Gumpoldskirchen. Dazwischen liegen die Gemeindegebiete von Gießhübl, Maria Enzersdorf, Mödling, Hinterbrühl und Gaaden. Der Naturpark ist frei zugänglich.

Natürliche Sehenswürdigkeiten

Der Name des Naturparks rührt von den vielen Österreichischen Schwarz-Föhren – auf wienerisch auch Parapluiebäume und in Niederösterreich als Schirmföhren bezeichnet[1] –, die auf dem Kalksteinboden wachsen. Die höchste Erhebung ist der große Anninger, sein nordöstlicher Ausläufer ist der archäologisch interessante Jennyberg. Das Gebiet liegt an der Grenze der pannonischen Florenprovinz und der alpinen Florenunterregion am Randabbruch des Wiener Beckens. Botanische Raritäten der Föhrenwälder sind die Mödlinger Feder-Nelke und das Karpaten-Felsenblümchen. Die im pannonischen Gebiet zerstreut auftretende Baden-Rispe (Poa badensis) wurde nach der Stadt Baden benannt.

Im Naturpark befindet sich die Perchtoldsdorfer Heide, wo Europäische Ziesel, die auf der roten Liste als besonders schützenswert stehen, beheimatet sind. Die Heide ist ein Trockenrasen und gehört damit zu einer ganzen Serie von trocken-warmen (xerothermen) Biotopen am Rande des Wiener Beckens, wie dem Steinfeld, Heferlberg, Mödlinger Eichkogel, Himmelwiese, Nasenweg, Bisamberg und den Alten Schanzen. Die Perchtoldsdorfer Heide beherbergt eine botanische Rarität: den Österreichischen Drachenkopf, eine typische Steppenrasenpflanze mit sehr disjunkter Verbreitung.

Errichtete Sehenswürdigkeiten

Im Naturpark stehen historische Gebäude wie die Ruine der Burg Mödling, der Husarentempel oder die Burg Liechtenstein. Gleich oberhalb der Kirche von Kaltenleutgeben befindet sich die Rebeccaquelle, welche zwischen 1865 und 1938 den Kurort Kaltenleutgeben mit Heilwasser versorgte. Und drei bis heute öffentlich zugängliche Aussichtswarten wurden bereits vor 1900 errichtet: die Wilhelmswarte auf dem höchsten Punkt des Anningers, die Kaiser-Jubiläumswarte (1898) auf dem Eschenkogel (unweit des Anningers) sowie die am 29. Juni 1881[2] eröffnete Josefswarte auf dem Hinteren Föhrenberg.

Einzelnachweise

  1. Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 252., unter Berücksichtigung der Korrekturen zur 3. Auflage (2008) der Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol (2008) in: Neilreichia 5: 289–296 (2008) (Online; PDF; 232 kB)
  2. Verschönerungs-Verein.. In: Badener Bezirks-Blatt, 9. Juli 1881, S. 7, oben Mitte (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bbb
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