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vom 01.06.2020, aktuelle Version,

Hinterbrühl

Marktgemeinde
Hinterbrühl
Wappen Österreichkarte
Wappen von Hinterbrühl
Hinterbrühl (Österreich)
Hinterbrühl
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mödling
Kfz-Kennzeichen: MD
Fläche: 16,97 km²
Koordinaten: 48° 5′ N, 16° 14′ O
Höhe: 280 m ü. A.
Einwohner: 4.003 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 236 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2371, 2393 (Sparbach)
Vorwahl: 02236, 02237 (Sparbach)
Gemeindekennziffer: 3 17 12
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 29
2371 Hinterbrühl
Website: www.hinterbruehl.gv.at
Politik
Bürgermeister: Erich Moser (ÖVP)
Gemeinderat: (2020)
(25 Mitglieder)
14
7
3
1
14  7  3  1 
Insgesamt 25 Sitze
Lage von Hinterbrühl im Bezirk Mödling
AchauBiedermannsdorfBreitenfurt bei WienBrunn am GebirgeGaadenGießhüblGumpoldskirchenGuntramsdorfHennersdorfHinterbrühlKaltenleutgebenLaab im WaldeLaxenburgMaria EnzersdorfMödlingMünchendorfPerchtoldsdorfVösendorfWiener NeudorfWienerwaldNiederösterreich Lage der Gemeinde Hinterbrühl im Bezirk Mödling (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap

Blick über die Hinterbrühl, in der Mitte die Pfarrkirche
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Hinterbrühl ist eine Marktgemeinde mit 4003 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im niederösterreichischen Bezirk Mödling, etwa 17 km südwestlich von Wien.

Geografie

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Hinterbrühl, Sparbach und Weißenbach bei Mödling.

f1  Karte mit allen Koordinaten: OSM | WikiMap

Angrenzende Gemeinden

Kaltenleutgeben Gießhübl, Perchtoldsdorf Maria Enzersdorf
Wienerwald Mödling
Gaaden

Durch einen Gebietsabtausch zwischen Perchtoldsdorf und Kaltenleutgeben in der Größenordnung von 58 ha entstand im Jahr 2012 eine neue Nachbarschaft. So grenzt nun auch Perchtoldsdorf auf einer Länge von etwa 300 Metern an Weissenbach an, während Gießhübl die gemeinsame Grenze mit Kaltenleutgeben verlor.[2]

Klima

Hinterbrühl
Klimadiagramm
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Temperatur in °C
Quelle: Klima.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen für Hinterbrühl
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Max. Temperatur (°C) 1 3 7 15 19 24 25 23 20 14 7 3 Ø 13,5
Min. Temperatur (°C) -4 -3 1 6 8 14 15 15 11 7 3 -1 Ø 6
Sonnenstunden (h/d) 2 3 5 6 8 8 9 8 7 4 3 1 Ø 5,3
Regentage (d) 15 14 13 13 13 14 13 13 10 13 14 15 Σ 160
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Quelle: Klima.org

Geschichte

Die damalige „Hinter Brühl“, die „Vorder Brühl“ und deren Umgebung um 1872 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Bereits vor 6000 Jahren war das Gebiet, wie Funde am Kalenderberg und in Wassergspreng beweisen, besiedelt. Um 1182 wird das erste Mal ein Hinterbrühler mit dem Namen Gerungus de průle erwähnt. Der Name steht zu brüel ‚Wiese, Wald‘ oder ‚Feuchtgebiet‘.

Wie auch die übrige Umgebung litt die Hinterbrühl unter den beiden Türkenbelagerungen 1529 und 1683. Da ein Großteil der Bevölkerung getötet oder verschleppt wurde, wurde der Ort mit Siedlern aus der Steiermark besiedelt.

Unter dem Einfluss von Fürst Johann I. von und zu Liechtenstein erfolgte die Ausgestaltung der ganzen Gegend zu einem romantischen Naturpark mit vielen künstlichen Ruinen von Mödling bis Sparbach.

In der Biedermeierzeit bis zum ersten Viertel des 20. Jahrhunderts war Hinterbrühl ein beliebter Aufenthaltsort von Künstlern wie Franz Schubert, Ludwig van Beethoven, Ferdinand Raimund, Johann Nestroy, Ferdinand Georg Waldmüller oder Alois Arnegger und erlebte einen steten Aufschwung zur populären Sommerfrische.

Im Sommer 1850 fanden in der Hinterbrühl erstmals Gemeinderatswahlen statt. Im Jahr 1883 wurde von Mödling aus die Lokalbahn Mödling–Hinterbrühl als erste österreichische elektrische Lokal- und Straßenbahn zunächst bis Vorderbrühl eröffnet und 1885 bis Hinterbrühl verlängert. Der Betrieb wurde am 31. März 1932 eingestellt. Erhalten blieb nur der Bahnplatz, wo sich die Endstation befand, sowie teilweise der Bahndamm entlang des Mödlingbaches in der Parkstraße.

Nach dem Anschluss Österreichs im Jahr 1938 wurde der Ort in Groß-Wien zum 24. Bezirk eingemeindet. Erst im Jahr 1954 wurde der Ort wieder eigenständig und fiel an Niederösterreich zurück.

Am 4. August 1943 wurde in der Hinterbrühl ein Außenlager des KZ Mauthausen errichtet, in dem politische Gefangene aus ganz Europa in der Seegrotte im Auftrag der Heinkelwerke unter Tage Kriegsflugzeuge für die Wehrmacht in Zwangsarbeit fertigen mussten. In den letzten Kriegstagen 1945 löste die NS-Führung das Außenlager auf. Insgesamt 1.884 Männer wurden auf einen tagelangen Todesmarsch nach Mauthausen versetzt, den 204 Gefangene nicht überlebten. 51 Häftlinge wurden bereits vor dem Abmarsch mit Benzininjektionen getötet bzw. von SS-Angehörigen erwürgt und in ein Massengrab geworfen.[3]

1988 wurde oberhalb der Seegrotte – an dem Ort, an dem sich vormals das Massengrab der 51 getöteten Zwangsarbeiter befand – eine Gedenkstätte errichtet. Im Juli 2000 sowie im Jänner 2004 wurde diese von unbekannten Tätern beschädigt und teilweise zerstört.

Im Jahr 2007 wurden zwei Stolpersteine für Karl von Motesiczky (vor dem früheren Wohnhaus im heutigen SOS-Kinderdorf) und Eduard Göth verlegt, die im Widerstand gegen das NS-Regime ihr Leben verloren haben.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Eingemeindungen

Im Jahr 1971 wurden im Zuge der niederösterreichischen Gemeindereform die damals selbständigen, aber wesentlich kleineren Gemeinden Weissenbach mit der Rotte Wassergspreng sowie Sparbach eingemeindet.

Wappen

„In einem von Gold über Rot geteilten Schild im unteren Feld ein silberner auf schwarzen Hölzern stehender und von roten Flammen umzüngelter Kessel, aus dem in das obere Feld hineinragend eine jugendliche männliche nackte und weißgeschürzte Gestalt mit gekreuzten Armen und Nimbus wächst, begleitet von den schwarzen Buchstaben S und V“

Markterhebungsurkunde vom 15. Juni 1963

Bei dieser Gestalt handelt es sich um den Lokalpatron St. Vitus, der bereits um 1735 gemeinsam mit der Heiligen Margareta Schutzpatron der ehemaligen Hinterbrühler Kirche war. Die Gemein Hindtern Priell führte bereits 1703 den Heiligen Vitus im Siegel und besteht auch im heutigen Gemeindesiegel.[5]

Politik

Alte Wetterstation beim Beethovenpark

Gemeinderat nach der Gemeinderatswahl 2020:[6]

  • 14 ÖVP-Aktionsgemeinschaft,
  • 07 Unabhängige Bürgerliste,
  • 03 SPÖ und
  • 01 FPÖ.

Bürgermeister ist Erich Moser (ÖVP), Vizebürgermeister ist Ulrike Götterer (ÖVP)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Seegrotte Hinterbrühl: Im Jahre 1912 strömten nach einer Sprengung im damaligen Gipsbergwerk Hinterbrühl mehr als 20 Millionen Liter Wasser mit ungeheurer Wucht in die Gänge und Stollen. Durch diesen Einbruch bildete sich der größte unterirdische See Europas mit einer Fläche von 6200 m². Bis zu der Entdeckung dieses Naturspektakels durch internationale Höhlenforscher in den 1930er Jahren blieb das Bergwerk geschlossen. Es wurde beschlossen, ein Schaubergwerk einzurichten. Während des Zweiten Weltkrieges beschlagnahmte das NS-Regime die Seegrotte zur Einrichtung eines Rüstungsbetriebes. Im Schaubergwerk der Seegrotte starben 2004 fünf Menschen, nachdem ein umgebauter Katamaran mit einer deutschen Reisegruppe an Bord gekentert war.
  • Römerwand: künstliche Ruine auf dem Halterkogel; erbaut 1826 unter dem Einfluss von Fürst Johann I. von und zu Liechtenstein unter dem Baumeister Josef Kornhäusl.
Heiliger Vitus an der Musikschule

Ausflugsziele in der Nähe sind der Naturpark Sparbach oder der Husarentempel. Auch die Burg Liechtenstein ist ganz in der Nähe.

Bildung

Wirtschaft

Der Ort ist durch die Großstadtnähe von Wien eine reine Wohngemeinde, wo auch ein großer Teil der Einwohner Zweitwohnsitzer sind und täglich auspendeln. Die wenigen Betriebe sind hauptsächlich Bürobetriebe. Dementsprechend niedrig ist das Steueraufkommen der Gemeinde.

Die Gebäude von Hinterbrühl stehen auf Gesteinen, in denen sich Gipsvorkommen befinden. Das Grundwasser kann zu Auswaschungen und zum Entstehen von Hohlräumen führen. Ende Jänner 2017 wurde auf der Grundlage eines geologischen Gutachtens für große Teile Hinterbrühls eine Bausperre verhängt.[7] In Zukunft muss bei Bauverfahren ein geologisches Gutachten vorgelegt werden, welches die Tragfähigkeit des Untergrundes bestätigt. Dies beruht auf einer Studie der Landesgeologie des Landes Niederösterreich und auf mehreren Hinweisen der Montanbehörde Ost, die für die Seegrotte zuständig ist.[8]

Verkehr

Nordwestlich von Hinterbrühl verläuft die Wiener Außenringautobahn A21. Die Bundesstraße 11 führt am Ortskern vorbei. Wichtigste Durchzugsstraße ist von Nordosten kommend die L 152, die im weiteren Verlauf Richtung Mödling die Nummer L 2094 trägt. Öffentliche Verkehrsmittel sind Busse der ÖBB mit Verbindung nach Mödling.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter:

Personen mit Bezug zum Ort:

In der Hinterbrühl hielten sich zur Sommerfrische viele bekannte Persönlichkeiten auf:

Commons: Hinterbrühl  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Hinterbrühl  – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Alle Tirolerhofer nun „Landsleute“ in der NÖN Woche 04/2012 Seite 23
  3. Pfarre Hinterbrühl, abgerufen am 13. April 2015.
  4. Die Marktgemeinde Hinterbrühl lädt ein. Marie-Louise von Motesiczky Charitable Trust, 1. August 2007, archiviert vom Original am 25. April 2010; abgerufen am 28. November 2015.
  5. 1 2 Der Hinterbrühler. Periodische Zeitung Ausgabe September 2008.
  6. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Hinterbrühl. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 9. Februar 2020.
  7. Kundmachung der Gemeinde, Zahl: 256/17. (PDF; 56,6 KB) Verordnung Bausperre in den Zonen 1 und 2 gemäß § 35 NÖ Raumordnungsgesetz 2014. 31. Januar 2017, abgerufen am 6. März 2019.
  8. Gips: Bausperre in Hinterbrühl. In: Der Hinterbrühler. Jahrgang 2017, Heft 1, S. 9. Brief des Bürgermeisters. S. 3.