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vom 25.04.2017, aktuelle Version,

Wiener Außenring Autobahn

Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/AT-A
Autobahn A21 in Österreich
 
Karte
Verlauf der A 21
Basisdaten
Betreiber:
Gesamtlänge: 38,2 km

Bundesland:

A21 am Knoten Vösendorf
A21 am Knoten Vösendorf

Die Wiener Außenring Autobahn A 21 (ugs. auch Allander Autobahn) ist eine Autobahn in Österreich und Teil der Europastraße 60. Sie verbindet die West Autobahn A 1 am Knoten Knoten Steinhäusl mit der Süd Autobahn A 2 am Knoten Vösendorf wo sie in die Wiener Außenring Schnellstraße S 1 einmündet.

Die Wiener Außenring Autobahn bildet künftig in Verbindung mit weiteren Schnellstraßen und Autobahnen einen Teil des so genannten Regionenrings um Wien.

Ausführung

Die A 21 ist zwischen Knoten Vösendorf und Brunn am Gebirge sechsspurig. Die weitere Strecke zum Knoten Steinhäusl ist grundsätzlich vierspurig, in Steigungsbereichen existiert jedoch jeweils ein zusätzlicher Langsamfahrstreifen.

Die beiden Teilstücke der A 21 bei Steinhäusl und Gießhübl gehören mit maximal 5,2 % zu den steilsten Abschnitten des österreichischen Autobahnnetzes. So muss mehrmals im Jahr, wenn in Ostösterreich Schnee fällt, Schneekettenpflicht für Lkw verhängt werden bzw. für diese komplett gesperrt werden.

Geschichte

Lager des Reichsarbeitsdienstes bei der Autobahnbaustelle in Weissenbach bei Mödling
Knoten Steinhäusl

Die Wiener Außenring Autobahn wurde bereits in den 1930er Jahren geplant. Mit dem Bau der Talübergänge wurde bereits 1940 begonnen (siehe Geschichte Allands). So wurden beispielsweise in Weissenbach oder Sittendorf Barackenlager eingerichtet, in denen vorerst reguläre Bauarbeiter untergebracht wurden, später aber als Unterkunft für Kriegsgefangene dienten. So waren im Sittendorfer Lager ursprünglich verhältnismäßig gut bezahlte Arbeiter aus Wien, dem Burgenland, aber auch aus Deutschland untergebracht. Im September 1941 kamen Ukrainer in dieses Lager und wurden als Soldaten ausgebildet. Später kamen aber Gefangene aus Frankreich und später Serbien in das Lager. Bis zu 250 Insassen beherbergte das Lager. 1942 brach Typhus aus und forderte zahlreiche Opfer. Nachdem die Baracken noch kurze Zeit als Lager für Flugzeugteile aus der Seegrotte diente, wurden sie wie die gesamten Baustellen in den Kriegswirren eingestellt.[1]

Nach dem Krieg fielen die bereits eingetauschten oder abgelösten Grundstücke als Deutsches Eigentum in sowjetische Hände und gelangten erst nach dem Staatsvertrag im Jahr 1955 wieder in Besitz der Republik Österreich.

Vor dem Weiterbau wurden auch andere Trassenvarianten in Betracht gezogen. So war eine Variante, die A 21 ab Alland südlicher verlaufen zu lassen. Da aber das Helenental, ein enges Tal, landschaftlich zu sehr in Mitleidenschaft gezogen worden wäre, ließ man diese Variante wieder fallen. Nur im Bereich von Heiligenkreuz wurde die Trasse weiter vom Ort weg verlegt, um das Stift Heiligenkreuz nicht zu beeinträchtigen. Außerdem war ein großer Teil der für den Bau notwendigen Grundstücke bereits abgelöst. So wurde erst 1964 mit dem Weiterbau begonnen.

Das erste Teilstück zwischen Knoten Vösendorf und Brunn am Gebirge war ab 1968 in beide Richtungen befahrbar. Die letzten Abschnitte zwischen Mayerling und Hinterbrühl wurden 1982 fertiggestellt. Ferner sollte die Autobahn auch noch weiter verlaufen und dann bei Schwechat in die A 4 übergehen. Dieser Abschnitt wurde in Form der 2006 eröffneten S 1 ausgeführt.

Bald nach Eröffnung der durchgehenden Autobahn sollte am Standort des heutigen Rastplatzes Hinterbrühl eine Raststation errichtet werden. Nach teilweisem Widerstand der ortsansässigen Bevölkerung, die eine Beeinträchtigung ihres Lebensraumes befürchtete, wurde der Plan fallen gelassen und die Raststation in Alland errichtet.

Probleme

Am 2. Dezember 2010 blieben nach starkem Schneefall 80 Lkw auf der A 21 hängen und die gesamte Autobahn war fünf Stunden lang gesperrt. Nach heftigen Schneefällen musste 1. Dezember 2016 die A21 am Knoten Steinhäusl gesperrt werden, da trotz Winterausrüstung Lkws dort hängen geblieben waren. Ein Grund sei die dortige Steigung von 5 %. [2] Erneut kam es am 19. April 2017 nach starken Schneefällen zu einer Sperre, da etliche Lastwagen und viele Pkw, die bereits auf Sommerreifen unterwegs waren, auf der A21 für Stunden hängen geblieben waren. [3] Wie der ORF berichtete, bleiben schon wie 2010 etwa 80 Laster auf der A21 hängen. Die Asfinag entgegnete auf die erneute Kritik zu spät auf die Schneefälle reagiert zu haben, das man schon Stunden vor dem Einsetzen der stärksten Schneefälle die Schneepflüge auf Straße gesandt hatte. Querstehende Laster und das nicht Bilden der Rettungsgasse durch Autofahrer habe es verunmöglicht den Schneepflügen durchzukommen. [4] In einer Stellungnahme am 20. April 2017 erklärte Infrastrukturminister Leichtfried dazu, die Winterreifenpflicht für LKW bis zum 15. Mai zu verlängern. [5]

Einzelnachweise

  1. Niederösterreichische Nachrichten anlässlich der Errichtung des „Barackendenkmals“ 2007
  2. Chaos durch hängengebliebene LKW trotz Winterausrüstung
  3. Wintereinbruch zu Ostern 2017
  4. "ASFINAG weist Schuld an Schneechaos zurück"
  5. Verlängerung der Winterreifenpflicht angedacht.
  Commons: Wiener Außenring Autobahn A21  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien