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vom 18.04.2017, aktuelle Version,

Nikolaus Habjan

Regisseur, Puppenbauer und Puppenspieler © Kanizaj Marija
Nikolaus Habjan mit der Elfriede-Jelinek-Handpuppe aus Schatten (Eurydike sagt), Nestroy-Theaterpreis 2013

Nikolaus Habjan (* 24. September 1987 in Graz) ist ein österreichischer Regisseur, Kabarettist, Puppenspieler und Kunstpfeifer.

Leben und Wirken

Nikolaus Habjan wuchs in Graz auf und besuchte dort das BRG Carneri. Er studierte von 2006 bis 2010 Musiktheaterregie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Im Jahr 2003 erlernte er bei einem Puppenspiel-Workshop von Neville Tranter den Umgang mit Klappmaulpuppen, die er häufig in seinen Stücken einsetzt. Seine Karriere begann 2008 als Regieassistent und Abendspielleiter am Schubert Theater in Wien Alsergrund. In Zusammenarbeit mit dessen Direktor Simon Meusburger entstand Schlag sie tot, ein Figurenstück, für das er sowohl die Puppen baute, als auch auf der Bühne spielte.[1] Es folgten weitere Stücke am Schubert Theater und Gastauftritte, unter anderem am Theater am Lend in Graz. Von 2009 bis 2016 war Habjan als Co-Direktor des Schubert Theaters tätig.

Im Mai 2010 arbeitete Habjan am Staatstheater Mainz als Puppenspieltrainer für die Produktion Die verkaufte Braut von Regisseurin Tatjana Gürbaca. Sein Debüt als Puppenspieler am Burgtheater Wien erfolgte im Februar 2012 in Fool of Love[2] unter der Regie von Matthias Hartmann und Michael Schachermaier.

Die Produktion des Schubert Theaters F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig von Nikolaus Habjan und Simon Meusburger erhielt den Nestroy-Theaterpreis 2012 in der Kategorie Beste Off-Produktion. Im gleichen Theater veranstaltet Habjan Kunstpfeifabende unter dem Namen „Ich pfeife auf die Oper“.

Am 29. Juni 2014 erhielten Nikolaus Habjan und Simon Meusburger den Aargauer Förderpreis für junges Figurentheater Grünschnabel. Rund 24 Gruppen aus 7 europäischen Nationen, Israel, Chile und USA haben sich für den Grünschnabel 2014 beworben.

Die Produktion des Schauspielhaus Graz Das Missverständnis von Albert Camus wurde bei der Nestroy-Theaterpreis Verleihung 2015 als beste Bundesländerproduktion nominiert.

Stücke

  • 2008: Schlag sie tot – Bitterböses Puppentheater, Schubert Theater Wien
  • 2008: Schlag sie tot – Deluxe, Schubert Theater Wien
  • 2010: Herr Berni macht Urlaub, Schubert Theater Wien
  • 2010: Becoming Peter Pan – An Epilogue to Michael Jackson, Schubert Theater Wien
  • 2010: Der Herr Karl, Schubert Theater Wien
  • 2011: Freaks, Performance für Puppen und Schauspieler nach dem Film Freaks, Schubert Theater Wien
  • 2012: F. Zawrel – Erbbiologisch und sozial minderwertig, Puppenspiel, Uraufführung am 23. März 2012 im Schubert Theater, Regie: Simon Meusburger, Buch, Puppenbau und -spiel: Nikolaus Habjan
  • 2012: Fly Ganymed von Paulus Hochgatterer, Regie: Jacqueline Kornmüller, Uraufführung am 6. September 2012 im Theseustempel / KHM Wien
  • 2013: Schatten (Eurydike sagt) von Elfriede Jelinek, Regie: Matthias Hartmann, Uraufführung der Theaterfassung am 17. Januar 2013 im Akademietheater / Burgtheater Wien
  • 2013: Max’n Morizz feat. Texta frei nach Wilhelm Busch, Konzept und Inszenierung: Dominik Günther, Landestheater Linz, Puppenspiel: Nikolaus Habjan und Manuela Linshalm
  • 2014: 6 Österreicher unter den ersten 5. Figurentheater nach dem gleichnamigen Buch von Dirk Stermann, Textfassung und Inszenierung: Simon Meusburger, Rabenhof Theater Wien, Puppenspiel: Nikolaus Habjan und Manuela Linshalm
  • 2014: Das Missverständnis. Figurentheater nach dem gleichnamigen Drama von Albert Camus, Textfassung und Inszenierung: Nikolaus Habjan, Schauspielhaus Graz, Puppenbau: Nikolaus Habjan, Puppenspiel: Seyneb Saleh, Florian Köhler, Nikolaus Habjan, Bühne: Jakob Brossmann, Kostüme: Denise Heschl
  • 2015: Doch bin ich nirgend, ach! zu Haus. Musik von Franui nach Schubert, Schumann, Brahms, Mahler, Texte von Robert Walser und Jürg Amann sowie Liedtexte. Konzept, Dramaturgie: Nikolaus Habjan, Markus Kraler, Andreas Schett. Uraufführung in der Minoritenkirche Krems am 14. März 2015
  • 2015: Das Wechselbälgchen. Figurentheater nach der gleichnamigen Erzählung von Christine Lavant, Bühnenfassung Maja Haderlap, Inszenierung: Nikolaus Habjan, Volkstheater Wien, Puppenbau: Nikolaus Habjan, Puppenspiel: Seyneb Saleh, Claudia Sabitzer, Florian Köhler, Gábor Biedermann, Bühne: Jakob Brossmann, Kostüme: Denise Heschl
  • 2016: Faust. Eine Tragödie. Schauspiel von Johann Wolfgang Goethe, Inszenierung: Nikolaus Habjan, Next Liberty Graz, Puppenbau: Nikolaus Habjan, Puppenspiel / Schauspiel: Manuela Linshalm, Klaus Huhle, Alice Peterhans, Helmut Pucher, Bühne: Jakob Brossmann, Kostüme: Denise Heschl
  • 2016: Ich pfeife auf die Oper. Ein musikalischer Streifzug durch die Operngeschichte, mit Kunstpfeifer Nikolaus Habjan, am Flügel: Daniel Nguyen, Schauspielhaus Graz, Werke von Mozart, Rossini Delibes, Puccini, u.a.
  • 2016–2017: Kottan ermittelt – Das Puppen-Musical. Nach einer Idee von Helmut Zenker, Inszenierung: Jan und Tibor Zenker, Rabenhof Theater Wien, mit Christian Dolezal als Major Kottan, Puppenspiel:Nikolaus Habjan und Manuela Linshalm
  • 2017 Nathan der Weise Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing, Inszenierung: Nikolaus Habjan, Volkstheater Wien, Puppendesign: Nikolaus Habjan, Puppenspiel / Schauspiel: Steffi Krautz, Stefan Suske, Günter Franzmeier, Katharina Klar, Christoph Rothenbuchner, Claudia Sabitzer, Gabor Biedermann, Bühne: Jakob Brossmann und Denise Heschl, Kostüme: Denise Heschl, Licht: Paul Grilj

Preise

  • Best Off Styria Publikumspreis für Der Herr Karl, September 2010.
  • Preis der Stiftung der Grazer Theatergemeinschaft, Jänner 2011.
  • Nestroy-Preis 2012 „Beste Off-Produktion“ für F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig mit Simon Meusburger (Regie)
  • Aargauer Förderpreis Grünschnabel 2014 für F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig mit Simon Meusburger (Regie)
  • Wolfgang Swoboda Preis für Menschlichkeit im Strafverfahren 2016[3]
  • Dorothea-Neff-Preis 2016 (Publikumspreis) für Fasching, Das Missverständnis, Das Wechselbälgchen[4]
  • Nestroy-Theaterpreis 2016 – Publikumspreis[5]

Literatur

  • Florian Klenk: Die Klage der Klappmaulpuppen. In: Falter, 15/2012
  • Frido Hütter: Diese Reise ist kein Spaß. In: Kleine Zeitung Graz, 8. September 2012
  • Margarete Affenzeller: Stumpfe Worte für spitze Keulen. In: derstandard.at, 6. November 2012, 18:56
  • Michaela Reichart: Düsterer Blick in den Abgrund. In: Kronenzeitung Steiermark, 19. Oktober 2014, 12:30
  • Elisabeth Willgruber-Spitz: Gruselkabinett der Bestialität. In: Kleine Zeitung, Graz", 19. Oktober 2014, 13:00
  • Thomas Miessgang: Der Herr der Puppen. In: Die Zeit, 22. Oktober 2015
  • Christiane Lutz: Herr Berni und die Wahrheit. In: Süddeutsche Zeitung, 03. Mai 2016
  • Daniele Muscionico: Ein österreichischer Puppenspieler: Hauptberuf:Maulheld. In: Neue Zürcher Zeitung, 11. März 2016
  • Manuel Brug: Der Puppenspieler, der die Nazis tanzen lässt. In: Die Welt, veröffentlicht am 7. Februar 2017

Einzelnachweise

  1. Homepage zu „Schlag sie tot“; abgerufen 30. Oktober 2010
  2. Fool of Love Burgtheater; abgerufen am 21.Februar 2012
  3. Dankesrede von Nikolaus Habjan anlässlich der Verleihung des Wolfgang-Swoboda-Preises 2016; abgerufen am 1. März 2016
  4. Nominierte und Preisträger der Dorothea-Neff-Preise 2015/16; abgerufen am 27. Juni 2016
  5. Kleine Zeitung: Grazer Künstler räumen bei der Nestroy-Gala ab. Artikel vom 7. November 2016, abgerufen am 7. November 2016.