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vom 17.05.2017, aktuelle Version,

Oberösterreichische Versicherung

Oberösterreichische Versicherung AG
Logo der Oberösterreichischen Versicherung AG
Rechtsform Aktiengesellschaft (Österreich)
Gründung 1811
Sitz Linz, Österreich
Leitung Josef Stockinger Vorstandsvorsitzender
Mitarbeiter 851 FTE (2016)
Umsatz 431,4 Mio. Euro (verrechnete Prämien, 2016)
Branche Versicherungen
Website www.keinesorgen.at

Die Oberösterreichische Versicherung AG ist ein österreichisches Versicherungsunternehmen mit Sitz in Linz (Oberösterreich).

Der Versicherer wurde im Jahr 1811 von König Maximilian I. von Bayern als Allgemeine Brandversicherungsanstalt gegründet. Die Oberösterreichische ist Mitglied im Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO), der Vereinigung Österreichischer Länderversicherer [1] sowie der Arbeitsgemeinschaft der in Oberösterreich tätigen Versicherer. Das Unternehmen ist mit eigenem Außendienst in der Steiermark sowie über Maklerpartner auch in Salzburg, in Wien sowie im restlichen Österreich tätig. Die Oberösterreichische unterhält 30 Kundenbüros, davon sechs in der Steiermark, 58 Kfz-Zulassungsstellen sowie eine Niederlassung im deutschen Hanau. Insgesamt werden rund 1.000 haupt- und nebenberufliche Mitarbeiter beschäftigt.

Geschichte

Am 23. Jänner 1811 ordnete König Maximilian I. von Bayern die Errichtung einer „Allgemeinen Brandversicherungsanstalt“ für das Königreich Bayern an.[2] Dieses umfasste neben Salzburg (Bundesland) und Teilen des Hausruckviertels auch das Innviertel, das zwar 1779 mit dem Frieden von Teschen Oberösterreich zugefallen war, jedoch von Napoleon Bonaparte wieder dem Königreich Bayern angegliedert wurde. Am 1. April 1811 wurde die erste bekannte Polizze des Hauses ausgestellt.[3]

1877 führte die damalige „Oberösterreichische wechselseitige Landes-Brandschaden-Versicherungsanstalt“ die so genannte Mobiliarversicherung, Vorläufer der heutigen Haushaltsversicherung ein. Im gleichen Jahr wurde Rückversicherung als eigener Geschäftszweig eingeführt.[4]

1932 wurde als Konsequenz der so genannten „Brandseuche“ der 1930er Jahre von der „Landes-Brandschaden“ die „Landeskommission für Brandverhütung“, als Vorläufer der heutigen Brandverhütungsstelle gegründet.[5]

Im Jahr 1952 entwickelte die Oberösterreichische das erste Produkt zur Sturmschadenversicherung auf dem österreichischen Versicherungsmarkt.[6]

1962 entschloss sich die Brandschaden aufgrund der immer höher werdenden Mobilisierung in der Bevölkerung die Kfz-Sparten sowie alle sonstigen wesentlichen Schadensversicherungszweige einzuführen.

1974 wurde die heutige Generaldirektion in der Linzer Gruberstraße[7] errichtet und in weiterer Folge 1990 und zuletzt 2015 ausgebaut.

1977 wurde die Lebensversicherung, die heute neben der Schaden/Unfallversicherung die zweite wesentliche wirtschaftliche Säule des Unternehmens darstellt, eingeführt.

1984 gründete die Oberösterreichische ihre Landesdirektionen in Leoben für die Steiermark bzw. 1991 jene in Salzburg.

Im Jahr 1994 lagerte die damalige OÖ Landes-Brandschaden als wechselseitiger Versicherungsverein ihren Versicherungsbetrieb in eine Aktiengesellschaft aus.

2007 wurde die damalige HV Hanauer Versicherungsservice AG im deutschen Hanau übernommen, die seit 2014 als „Maklerservice Deutschland“ vor allem als Spezialanbieter im Bereich Photovoltaik aktiv ist.

Kennzahlen

Das Prämienvolumen des Konzerns betrug im Jahr 2016 431,4 Mio. Euro nach 448,6 Millionen Euro im Jahr davor. Das Ergebnis gewöhnlicher Geschäftstätigkeit belief sich auf 21,6 Mio. Euro. Mehr als 1,6 Mio. Versicherungsverträge bei rund 450.000 Kunden werden verwaltet.[8]

Personen

Dem Unternehmen steht ein Zweiervorstand vor: Generaldirektor Josef Stockinger als Vorsitzender des Vorstandes und Generaldirektor-Stellvertreter Othmar Nagl, Mitglied des Vorstandes. Präsident des Aufsichtsrates ist der frühere Generaldirektor der Energie AG Oberösterreich, Dr. Leo Windtner.

Sonstiges

Die Oberösterreichische Versicherung engagiert sich aktiv in den Bereichen Kunst, Kultur, Wissenschaft, Gesellschaft, Sport und Soziales. Sie ist Namensgeber der Keine Sorgen Arena der SV Ried sowie der Linzer Keine Sorgen Eis Arena, der Austragungsstätte der Heimspiele des EHC Linz.

Literatur

  • Wolfgang Rohrbach (Hrsg.): Paradigmenwechsel in stürmischen Zeiten. 200 Jahre Oberösterreichische Versicherung. Versicherungsgeschichte Österreichs Band X. Wien 2011
  • Wolfgang Rohrbach (Hrsg.): Ethik – Nachhaltigkeit – Versicherung. Jubiläumsband 25 Jahre. Versicherungsgeschichte Österreichs Band XI. Beograd – Wien 2013
  • 200 Jahre Keine Sorgen. Jubiläumsbeilage zum Geschäftsbericht 2010

Einzelnachweise

  1. siehe Rohrbach: Paradigmenwechsel in stürmischen Zeiten. Kapitel 2.8. 2011. Seite 296
  2. siehe Rohrbach: Paradigmenwechsel in stürmischen Zeiten. Kapitel 5. 2011. Seite 327 ff
  3. siehe Rohrbach: Paradigmenwechsel in stürmischen Zeiten. Kapitel 3.3. 2011. Seite 300 ff
  4. siehe Rohrbach: Paradigmenwechsel in stürmischen Zeiten. Kapitel 8. 2011. Seite 341 f
  5. siehe Rohrbach: Paradigmenwechsel in stürmischen Zeiten. Kapitel 10.1. 2011. Seite 350 ff
  6. siehe Rohrbach: Paradigmenwechsel in stürmischen Zeiten. Kapitel 13. 2011. Seite 361 ff
  7. Hässliche Entlein – Architektur der 60er und 70er in Linz Lorenz Potocnik in: spotZ 04/07. Monatszeitschrift für "Kunst, Kultur, Szene und Linz". abgerufen am 3. Juli 2015
  8. Website der Oberösterreichische Versicherung. abgerufen am 16. Mai 2017