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vom 20.04.2017, aktuelle Version,

Energie AG Oberösterreich

Energie AG Oberösterreich
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1892
Sitz Linz, Österreich
Leitung Werner Steinecker (Vorstandsvorsitzender)
Andreas Kolar (Mitglied des Vorstands, Fachbereich Finanzen)
Stefan Stallinger (Mitglied des Vorstands, Fachbereich Technik)
Mitarbeiter 4.362 (2015/16)[1]
Umsatz 1.534,9 Mio. Euro (2015/16)[1]
Branche Energie und Infrastruktur
Website www.energieag.at

Die Energie AG Oberösterreich (früher Oberösterreichische Kraftwerke AG, kurz OKA) ist ein regionales Energieversorgungs- und Infrastrukturunternehmen. Der Konzern ist mit seinen Tochterunternehmen und Beteiligungen in den Sparten Energie, also Strom, Erdgas und Wärme sowie in den Bereichen Entsorgung und Wasser tätig. Durch stetige Expansion war die Energie AG bis Mitte 2013 in zehn Ländern Zentral- und Osteuropas (Österreich, Deutschland, Italien, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Moldawien, Ukraine, Slowenien) aktiv. Nach dem Verkauf der Osteuropa-Aktivitäten der Entsorgungsgruppe AVE fokussiert sich das Unternehmen wieder auf den Kernmarkt Österreich.

Seit September 2008 ist der Konzern mit allen Abteilungen im Power Tower nahe dem Linzer Hauptbahnhof angesiedelt.

Geschichte

Der Beginn der Planung einer Dampfzentrale in St. Wolfgang mit 25 PS (18 kW) im Jahr 1892 war die Geburtsstunde der ersten öffentlichen Stromversorgung im Salzkammergut. Zehn Jahre später wurde, erbaut durch Stern&Hafferl das erste große Wasserkraftwerk in Oberösterreich, das Kraftwerk Traunfall, in Betrieb genommen. 1905 kam es zur Gründung der Aktiengesellschaft Elektrizitätswerke Stern&Hafferl AG. Vier Jahre später beschloss der Oberösterreichische Landtag die Beteiligung des Landes an der EW Stern&Hafferl AG. Das Ende des Ersten Weltkrieges 1918 und der Zerfall der Österreichisch-Ungarischen Monarchie bedingten den Verlust großer Teile des Staatsgebietes Österreichs und eine völlige Neuordnung der Energieversorgung entstand. Es kam zur Gründung der Oberösterreichischen Wasserkraft Ges.m.b.H., die schon zwei Jahre später in die Oberösterreichische Wasserkraft- und Elektrizitäts-AG (OWEAG) umgewandelt wurde. 1924 begann der Bau der ersten 110-kV-Leitung Österreichs vom Speicherkraftwerk Partenstein nach Linz/Wegscheid und Steyr. 1929 vereinigten sich die OWEAG und die EW Stern&Hafferl AG zur Österreichischen Kraftwerke AG (ÖKA). Die neue Gesellschaft besaß 12 Wasserkraftwerke und zwei Kohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von 85 MW und 3250 Kilometer Stromleitungen. Die ÖKA wurde 1941 in Kraftwerke Oberdonau AG (KOA) umbenannt. 1945 kam es zu einem starken Rückgang des Strombezuges bei Kriegsende. Notstandsmaßnahmen bei der ÖKA nach schweren Kriegsschäden an den Anlagen waren notwendig geworden. Es kam zur Rückbenennung der KOA in ÖKA. Mit dem Zweiten Verstaatlichungsgesetz 1947 wurde die OKA zur Landesgesellschaft für Oberösterreich. Der Name änderte sich in Oberösterreichische Kraftwerke AG (OKA).

Die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg

1964 wurde das neue Bürogebäude der Generaldirektion in der Böhmerwaldstraße in Linz fertiggestellt. Drei Jahre später begann der Bau des Kraftwerks Riedersbach. Dies stellte die größte Investition in der Geschichte der OKA dar. Mit der Beteiligung an der Welser Abfallverwertungsgesellschaft m.b.H. (WAV) stieg die OKA 1989 in den Bereich der Müllentsorgung ein. Die OKA eröffnete im gleichen Jahr das Sonnenkraftwerk am Loser und erzeugte zum ersten Mal Ökostrom. 1991 wurde die Abfall-, Verwertung-, Entsorgungsgesellschaft mbH (AVE) gegründet. Im Modellhaus Haus der Zukunft wurde Bauen und Wohnen mit der Sonne 1996 einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. 1999 wurde aus der OKA nach einer Reorganisation die Energie AG Oberösterreich.

Entwicklung ab dem Jahr 2000

Ab 2000 stieg das Unternehmen zunehmend in die Bereiche Entsorgung und Wasserwirtschaft ein. 2001 stellte die Liberalisierung des Strommarktes in Österreich das Unternehmen vor eine neue Herausforderung. 2004 folgte die Gründung der Wärme Oberösterreich G.m.b.H. zur Bündelung aller Fernwärmeaktivitäten des Konzerns und im Jahr darauf der Baubeschluss für den Bau des 400-MW-Gas-und-Dampfkraftwerkes in Timelkam. Die Energie AG wurde 2006 Oberösterreichs größter Infrastrukturkonzern. Die Geschäftsfelder Energie (Strom, Wärme und Gas), Entsorgung und Wasser wurden tragende Säulen des Unternehmens. Die Marktgebiete lagen nun in Österreich, Süddeutschland, Tschechien, Ungarn und den angrenzenden zentraleuropäischen Staaten. 2008 konnte die neue Konzernzentrale, der Power Tower in der Böhmerwaldstraße in Linz bezogen werden. Im gleichen Jahr erfolgte die Inbetriebnahme des 400 MW-Gas-und-Dampf-Kraftwerkes in Timelkam. Mit dem Markteintritt in Italien (Entsorgung) und Slowenien (Wasser) 2009 wuchs der Konzern weiter. 2011 bestellte der Aufsichtsrat der Energie AG Oberösterreich Andreas Kolar per 1. Januar 2012 zum neuen Finanzvorstand. 2013 wurden die Osteuropa-Aktivitäten der Entsorgungssparte verkauft. 2015 begann die Umsetzung der Power Strategie 2020: Vollintegration der OÖ. Ferngas AG. [2][3] Am 28. Februar 2017 schied Leo Windtner als Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender aus dem Unternehmen aus[4]. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Technikvorstand Werner Steinecker bestellt[5], zu Steineckers Nachfolger Stefan Stallinger.[6]

Unternehmensprofil

Aktionäre

Das Unternehmen war bis 2002 zu 100 % im Besitz des Landes Oberösterreich. 25 % plus eine Aktie wurden beim Eintritt in die Energie Allianz an deren Mitgliedsgesellschaften veräußert. 2006 zog sich die Energie AG aus der Energie Allianz zurück – das Land als Mehrheitseigentümer musste die Anteile zurück kaufen. Die Linz AG biehielt sich ihr Aktienpaket und war fortan mit 6,25 % an der Energie AG beteiligt. 93,75 % waren wieder im Besitz des Landes Oberösterreich.

Das zurückgekaufte Aktienpaket stand in weiterer Folge zum Verkauf. Verhandlungen mit der TIWAG folgten, führten allerdings zu keinem Ergebnis. Das Ende der Verhandlungen stand im Frühjahr 2007 fest. Am 5. Juli 2007 beschloss der oberösterreichische Landtag mit Stimmenmehrheit, einen Teil der Energie AG (100 % − 6,25 % der Linz AG − 51 % in der Verfassung festgeschriebener Mindestanteil der öffentlichen Hand = 42,75 %) über einen Börsengang zu verkaufen. Dem Beschluss folgte eine massive Kampagne der SPÖ Oberösterreich mit ihrem Vorsitzenden Erich Haider (der gleichzeitig auch stellvertretender Aufsichtsratspräsident der Energie AG war) gegen den Börsengang.

Die SPÖ konnte Anfang Dezember die notwendigen Unterschriften für die Einleitung einer Volksbefragung im Frühjahr 2008 vorlegen. Zur Bürgerbefragung ist es aber nicht mehr gekommen, weil Landeshauptmann Josef Pühringer den Börsengang am 9. Jänner 2008 völlig überraschend gestoppt hat. Anstelle des Börsengangs präsentierte er den „Plan B“, der eine Kernaktionärsgruppe aus Oberösterreich mit Banken, Versicherungen und Leitunternehmen des Landes sowie die Mitarbeiter und strategische Partner als Anteilseigner vorsah. Dieser Plan wurde im Juli 2008 umgesetzt.

Eigentümerstruktur der Energie AG Oberösterreich
  • Land OÖ: 52,45 %
  • Raiffeisen Landesbank OÖ: 13,91 %
  • Linz AG: 10,30 %
  • TIWAG: 8,24 %
  • Verbund AG: 5,18 %
  • Oberbank: 5,15 %
  • Energie AG Belegschaft Privatstiftung: 0,2 %
  • voestalpine: 2,06 %
  • OÖ Landesbank: 1,03 %
  • OÖ Sparkasse: 0,52 %
  • OÖ Versicherung: 0,52 %
  • Land Oberösterreich: 0,1 %
  • Die Differenz sind eigene Aktien. Stand per 30. September 2013
Quelle: Energie AG[3]

Innerhalb des Landes Oberösterreich ist die Energie AG nach 2005 unterhalb der OÖ Landesholding, der zentralen Beteiligungsverwaltung des Landes, angesiedelt worden.[7] Dabei liegen 52,45 % der Anteile in der Holding, und 0,1 % beim Land Oberösterreich direkt.

Vorstand

  • Werner Steinecker, Vorstandsvorsitzender
  • Andreas Kolar, Mitglied des Vorstands, Fachbereich Finanzen
  • Stefan Stallinger, Mitglied des Vorstands, Fachbereich Technik

Kennzahlen

Konzern-Umsatz 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2011/12* 2012/13*
Gesamt Mio. EUR 1.141,8 1.520,1 1.806,0 1.978,8 2.219,9 2.123,8 1.940,0 1.812,6
Energie Mio. EUR 819,6 1.116,1 1.369,4 1.480,8 1.630,6 1.578,2 1.579,1 1.467,1
Entsorgung Mio. EUR 255,2 323,8 328,7 379,7 456,2 414,9 230,1 215,1
Wasser Mio. EUR 67,0 80,2 107,9 118,3 133,1 130,7 130,8 130,4

Aufgrund der Veräußerung der Gesellschaften der AVE in Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Ukraine sowie Moldawien wurden diese als aufgegebener Geschäftsbereich entsprechend IFRS 5 dargestellt. Aufgrund der Eingliederung der OÖ. Ferngas AG entsteht eine neue Segmentierung der Berichterstattung des Konzerns ab dem Geschäftsjahr 2013/2014:[8]

Konzern-Umsatz 2013/14 2014/15
Gesamt Mio. EUR 1.722,1 1.573,9
Energie Mio. EUR 1.087,1 936,1
Netz Mio. EUR 277,0 276,5
Entsorgung Mio. EUR 198,7 196,2
Wasser Mio. EUR 124,5 126,0
Holding & Services Mio. EUR 34,8 39,1

Firmensitz: Power Tower

Power Tower, Konzernzentrale der Energie AG

Die Konzernzentrale, der Power Tower, ist eine Symbiose aus moderner Architektur und einzigartiger Energieanwendung. Das neuartige Energiekonzept basiert auf den drei Säulen Gebäudehülle, Energietechnik und Energieaufbringung. Der Power Tower ist das erste Bürohochhaus mit Passivhauscharakter und bezieht seine Energie zum größten Teil aus Erde, Sonne und Wasser.

Konzernstruktur

2006 entschloss sich die Energie AG zu einer Holding-Struktur. In der Holding sind Steuerungs- und Konzernfunktionen angesiedelt. Neben der Energie AG Holding sind Geschäftsbereiche mit operativen und kaufmännischen Tätigkeiten und Servicebereichen in Form von Einzelgesellschaften angesiedelt, diese sind somit selbstverantwortlich.

Außer der Holding und den zahlreichen Gesellschaften gibt es noch vier Servicebereiche (Tech, Business, Customer und Personal), die eigenständig arbeiten.

Leitgesellschaften

  • Energie AG Oberösterreich Umwelt Service GmbH[9]
    In der Gesellschaft war das gesamte Entsorgungsgeschäft der Energie AG Oberösterreich gesammelt. Nach dem Beschluss des Aufsichtsrates am 18. Juni 2013 wurde das gesamte Osteuropa-Geschäft der AVE-Gruppe an die tschechische EP Industries, a.s. verkauft. Die Ländergesellschaften Österreich und Südtirol verbleiben im Konzernverbund. Mit 1. Oktober 2014 wurde die Gesellschaft von AVE Österreich GmbH in Energie AG Oberösterreich Umwelt Service GmbH umbenannt. [3] Die Gesellschaft ist in Österreich Marktführer im Bereich der Entsorgungsdienstleistungen und bietet alle Wertschöpfungsstufen der Abfallbehandlung an.
  • Energie AG Oberösterreich Wasser GmbH
    Kümmert sich um die Bereiche Wasser und Abwasser in Österreich, Tschechien, Süddeutschland, der Slowakei und Ungarn. In Österreich gibt es eine eigene Wasserdienstleistungsgesellschaft (WDL), die in den Sparten Wasser, Kanal und Kläranlagen tätig ist. Am tschechischen Markt ist die Energie AG mit vier Gesellschaften beteiligt (VAK JC in Budweis, VAK BEROUN nahe Prag, Vodos Kolin und VS Chrudim).
  • Energie AG Oberösterreich Wärme GmbH
    Zuständig in Oberösterreich und Tschechien für die Aktivitäten im Bereich Wärme. Im Detail ist das die Fernwärmeversorgung von Oberösterreich, die Versorgung von Industriekunden mit Prozesswärme sowie Biomasse- und Geothermie-Aktivitäten.

Einzelgesellschaften

  • Energie AG Oberösterreich Kraftwerke GmbH
    Zuständig für Planung, Errichtung, Betrieb und Instandhaltung von Kraftwerken für Strom- und Wärmeerzeugung.
  • Energie AG Oberösterreich Trading GmbH
    Tätigt energiewirtschaftliche Dienstleistungen. Handel mit elektrischer Energie und Zertifikaten, Planung und Optimierung des Kraftwerkeinsatzes und der Brennstoffbeschaffung.
  • Netz Oberösterreich GmbH (seit 1. Oktober 2013; vorher: Energie AG Oberösterreich Netz GmbH) [10]
    Planung, Bau, Betrieb und Wartung von 31.400  km Stromleitungen, 49  Umspannwerken und 5.423  km Gasleitungen.
  • Energie AG Oberösterreich Vertrieb GmbH & Co KG
    Betreut Kunden in Privathaushalten, Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie.
  • Energie AG Oberösterreich Telekom GmbH
    Dienstleistungen im Telekommunikationsbereich innerhalb des Konzerns und in der freien Wirtschaft. Die Energie AG Oberösterreich Telekom GmbH betreut ein flächendeckendes Lichtwellenleiternetz in Oberösterreich, bietet Dienstleistungen zur Messung von Energieträgern und betreibt ein GPS-System.
  • Enamo GmbH[11]
    Joint-Venture-Vertriebsunternehmen zwischen Energie AG Oberösterreich (65 %) und Linz AG (35 %), führt seit dem Markteintritt am 1.  Juli 2007 die Geschäfte der Stromvertriebstöchter beider Konzerne.
  • Energie AG Oberösterreich Power Solutions GmbH[12]
    Mit der Integration im Oktober 2014 hat der Konzern auf die Veränderungen am Energiemarkt reagiert und damit die Versorgung mit Erdgas gesichert. Zudem bietet das Unternehmen auch Dienstleistungen zur Steigerung der Energieeffizienz und Wärmelösungen auf Basis aller Energieträger an. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen durch die Integration der Fair Energy GmbH auch Leistungen auf Basis erneuerbarer Energien. Alternative Antriebsformen, wie Elektromobilität und Fahren mit Erdgas, runden das Angebot des Unternehmens ab. [13] [14]
  • Energie AG Oberösterreich Fair Energy GmbH (aufgelöst)[15]
    Projekte, Dienstleistungen und Know-how bei erneuerbaren Energien Wind und Photovoltaik, Elektromobilität und Energieeffizienz für Gebäude. Die Gesellschaft wurde am 1. März 2015 in die Energie AG Oberösterreich Power Solutions GmbH integriert. [12]

Geschäftsbereiche

  • Energie (Strom, Gas, Fernwärme, Telekommunikation)
  • Entsorgung
  • Wasserversorgung

Konzernauftritt

„Wir denken an morgen“ lautet der Slogan der Energie AG mit Webauftritt unter wir-denken-an-morgen.at.

Kraftwerke

Die Energie AG betreibt 74 Kraftwerke[16] (Wasserkraftwerke, thermischen Kraftwerke und Verwertungsanlagen, Photovoltaikgroßkraftwerke und dezentralen Photovoltaik-Bürgerkraftwerke, Windkraftanlagen) in Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark und Niederösterreich. Dazu gehören 30[17] meist kleinere Wasserkraftwerke, davon sind 26 Laufkraftwerke an der Traun, der Steyr und anderen Flüssen, sowie neun Speicherkraftwerke. Insgesamt produzieren diese Kraftwerke 1100 GWh pro Jahr, was 11 Prozent des oberösterreichischen Stromverbrauchs entspricht. Die großen Donaukraftwerke in Oberösterreich werden nicht von der Energie AG sondern vom Verbund betrieben. Die Kraftwerke an Enns und Steyr werden teilweise von der Ennskraftwerke AG betrieben, die zu gleichen Teilen der Energie AG Oberösterreich und dem Verbund gehört.

Daneben betreibt das Unternehmen zwei große kalorische Kraftwerksstandorte, in Timelkam und Riedersbach, mehrere Müllverbrennungsanlagen in Wels und Lenzing. Im Frühjahr 2013 wurde beschlossen, die Kohleverstromung am Standort Riedersbach bis 2016 auslaufen zu lassen, weil diese wegen niedriger Erlöse aus dem Strompreis und hoher Transportkosten der Kohle nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben ist. Die letzte Tonne Steinkohle wurde am 23. März 2016 im Kraftwerksblock Riedersbach II verfeuert.[18] Weiters werden Kraftwerke mit Energieerzeugung aus Photovoltaik und Biomasse betrieben. Im Geschäftsjahr 2014/2015 erfolgte der Einstieg in die Stromproduktion aus Windenergie durch den Erwerb von Windparks im östlichen Niederösterreich[19] und einem Anteil am Windpark Munderfing[20].

Insgesamt produziert die Energie AG im Geschäftsjahr 2014/2015 rund 3,1 TWh pro Jahr, womit das Unternehmen 35 % des an die Endkunden verkauften Stroms selbst produziert.[8]

Thermische Kraftwerke

Liste thermischer Kraftwerke in Oberösterreich

Wasserkraftwerke

Liste von Wasserkraftwerken in Oberösterreich

Liste von Wasserkraftwerken im Bundesland Salzburg

Photovoltaik

Die Energie AG betreibt zusätzlich mehrere Photovoltaikanlagen:

  • Versuchsanlage Seewalchen am Attersee, entlang der A 1 West Autobahn
  • Photovoltaik am Loser, mit maximal 30 KW
  • Photovoltaik am Power Tower, der Konzernzentrale in Linz
  • Photovoltaik Eberstalzell, Inbetriebnahme im Mai 2010, Leistung: 1 Megawatt – derzeit größtes Photovoltaik-Forschungskraftwerk Österreichs.
  • Photovoltaik mit Bürgerbeteiligung an mehreren Standorten, mit insgesamt 1,2 Megawatt Leistung (Timelkam, Wels, Rohrbach, St. Florian, Großraming, Ternberg, Waldneukirchen, Ostermiething, Kremsmünster, Großarl).

Windenergie

2014 ist die Energie AG in die Nutzung der Windenergie eingestiegen und an folgenden Windparks beteiligt:

  • Windpark Scharndorf III: 3 Windkraftanlagen, Gesamtleistung 9 MW, Energie AG-Anteil: 50 % [21]
  • Windpark Trautmannsdorf Nord: 4 Windkraftanlagen, Gesamtleistung 12 MW, Energie AG-Anteil: 50 % [22]
  • Windpark Munderfing: 5 Windkraftanlagen, Gesamtleistung 15 MW, Energie AG-Anteil: 14,7 % [23]

Die eigenen Windkraftprojekte im oberösterreichischen Alpenvorland in den Gemeinden Ternberg, Molln und Reichraming bzw. Reichraming und Großraming werden - weil wirtschaftlich nicht darstellbar[24] - vorläufig nicht weiterverfolgt.

Kommunikation

Mit Powerspeed[25] bietet die Energie AG Oberösterreich Telekom GmbH die Vernetzung von Unternehmensstandorten an. Das Netz ist das rund 5000 Kilometer lange Glasfasernetz, über das alle Gemeinden Oberösterreichs erschlossen sind. Seit Ende 2013 werden auch FTTH (fiber-to-the-home)-Anschlüsse – basierend auf echten Glasfaseranschlüssen – für Privatkunden angeboten.

Innovationen

Die Energie AG positioniert sich unter anderem bei der Entwicklung und Förderung der Wärmepumpentechnologie, der Anwendungsforschung im Bereich der Brennstoffzellen, dem Passivhausbau und bei Solarkraftwerken.

Sportförderung

Die Energie AG sponsert gesellschaftsrelevante Bereiche wie Sport, Kultur, Bildung und Soziales. Mit der Energie AG Sportfamilie unterstützt der Konzern heimische Spitzen- und Nachwuchssportler, wie die Weltmeisterin im Ski-Cross Andrea Limbacher oder den Olympia-Zweiten im Skisprung Michael Hayböck.[26][27][28][29]

Quellen

  • Downloadverzeichnis: Infomaterial, energieag.at
  • Geschäftsbericht der Energie AG Oberösterreich 2011/2012 (PDF, 3,5 MB, news.energieag.at)
  • Geschäftsbericht der Energie AG Oberösterreich 2012/2013 (PDF, 2,2 MB, news.energieag.at)
  • Geschäftsbericht der Energie AG Oberösterreich 2013/2014 (PDF, 1,9 MB, news.energieag.at)
  • Geschäftsbericht der Energie AG Oberösterreich 2014/2015 (PDF, 2,3 MB, news.energieag.at)
  • Geschäftsbericht der Energie AG Oberösterreich 2015/2016 (PDF, 3,1 MB, news.energieag.at)

Einzelnachweise

  1. 1 2 Geschäftsbericht 2015/16 Abgerufen am 11. Januar 2016
  2. Kurier-Artikel vom 1.10.2014. Abgerufen am 24. Juni 2015.
  3. 1 2 3 Geschäftsbericht 2013/14. Energie AG Oberösterreich, abgerufen am 21. April 2015 (PDF; 1,9 MB).
  4. Pressemeldung vom 24.2.2017. Abgerufen am 14. März 2017.
  5. Pressemeldung vom 19.12.2016. Abgerufen am 14. März 2017.
  6. Pressemeldung vom 1.3.2017. Abgerufen am 14. März 2017.
  7. vergl. etwa:
    Verhandlungsgegenstände: Beilage 647/2005: Vorlage der Oberösterreichischen Landesregierung betreffend die Ermächtigung zur Einbringung der Energie AG Oberösterreich in die OÖ Landesholding GmbH. In: 21. Sitzung des Oberösterreichischen Landtags, XXVI. Gesetzgebungsperiode, Montag, 12. September 2005. Kurzschriftlicher Bericht. (pdf, land-oberoesterreich.gv.at).
    Oberösterreichischer Landesrechnungshof (Hrsg.): Initiativprüfung Beteiligungsmanagement des Landes Oö. Bericht, LRH-100025/11-2006-Wa, Linz, November 2006, Abschnitt Beurteilung der Nicht-Einbeziehung der Energie AG Oberösterreich, S. 17 ff (pdf, lrh-ooe.at).
    Bericht des Finanzausschusses betreffend die Einbringung einer Mehrheitsbeteiligung am Grundkapital der Energie AG Oberösterreich in die OÖ Landesholding GmbH, Landtagsdirektion: L-460/1-XXVII, Linz, 20. Mai 2010 (pdf, land-oberoesterreich.gv.at).
    alle abgerufen 9. Februar 2013
  8. 1 2 Geschäftsbericht 2014/15 Abgerufen am 11. Januar 2016
  9. Website der Energie AG Oberösterreich Umwelt Service GmbH (vormals AVE Österreich GmbH)
  10. Website der Netz Oberösterreich GmbH
  11. Website der Enamo GmbH
  12. 1 2 Website der Energie AG Oberösterreich Power Solutions GmbH
  13. Newsportal der Energie AG vom 19.12.2014. Abgerufen am 24. Juni 2015.
  14. Artikel Mein Bezirk vom 24.6.2014. Abgerufen am 24. Juni 2015.
  15. Website der Fair Energy
  16. News-Portal der Energie AG Oberösterreich: Über uns
  17. Website der Energie AG Oberösterreich Kraftwerke GmbH
  18. News-Portal der Energie AG Oberösterreich: Ende der Kohleverstromung am Standort Riedersbach
  19. News-Portal der Energie AG Oberösterreich: Energie AG erwirbt mit Partner Windparks südöstlich von Wien
  20. News-Portal der Energie AG Oberösterreich: Energie AG übernimmt Anteil an Windpark Munderfing
  21. News-Portal der Energie AG Oberösterreich: Windenergie-Einstieg
  22. News-Portal der Energie AG Oberösterreich: Windenergie-Einstieg
  23. News-Portal der Energie AG Oberösterreich: Energie AG übernimmt Anteil an Windpark Munderfing
  24. News-Portal der Energie AG Oberösterreich: Nach Vorliegen detaillierter Windmessungen verfolgt die Energie AG die Projekte nicht weiter
  25. powerSPEED – das Glasfasernetz der Energie AG
  26. Sportfamilie vom 26.1.2015. Abgerufen am 24. Juni 2015.
  27. Artikel Die Presse vom 25.1.2015. Abgerufen am 24. Juni 2015.
  28. Artikel OÖ Nachrichten vom 2.3.2015. Abgerufen am 24. Juni 2015.
  29. Sportfamilie. Abgerufen am 24. Juni 2015.