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vom 16.09.2018, aktuelle Version,

Pannoniabahn

Wulkaprodersdorf–Parndorf
Kursbuchstrecke (ÖBB): 730
Streckenlänge: 40,2 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Bf Wulkaprodersdorf: 25 kV 50 Hz ~
Maximale Neigung: 13 
Minimaler Radius: 190 m
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Raaberbahn von Sopron
0,000 Wulkaprodersdorf 175 m ü. A.
Raaberbahn nach Ebenfurth
0,363 Eigentumsgrenze ÖBB-RÖEE
1,304 Wulkaprodersdorf Haltestelle
beabsichtigte Schleife nach Müllendorf
6,674 Eisenstadt 159 m ü. A.
7,364 Eisenstadt Schule
5,831 Sankt Magarethen-Rust
2,622 Oslip
13,700
0,000
Schützen am Gebirge 175 m ü. A.
14,589 Schützen Haltestelle
17,116 Oggau (aufgelassen am 1. September 1988)
19,446 Donnerskirchen
23,114 Purbach am Neusiedler See 119 m ü. A.
28,405 Breitenbrunn
29,597 Winden
32,236 Jois
Neusiedler Seebahn von Fertőszentmiklós
34,724 Neusiedl am See 130 m ü. A.
ehemalige Stammstrecke nach Parndorf
40,006 Parndorf Ort
Ostbahn

Die Pannoniabahn, auch Leithagebirgsbahn genannt, ist das Teilstück der historischen Bahnverbindung von Sopron nach Bratislava (ung. Pozsony) zwischen Wulkaprodersdorf und dem Bahnhof Parndorf Ort.

Geschichte

Ein „ Blauer Blitz“ verlässt 1987 den im Jahr darauf aufgelassenen Bahnhof Oggau

Diese ursprünglich westungarische Lokalbahn wurde als Sopron-Pozsonyi helyiérdekű vasút konzessioniert[1] und am 18. Dezember 1897 eröffnet. Zwischen Sopron und Wulkaprodersdorf benutzte sie die Strecke der Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn, der nördliche Abschnitt entspricht der heutigen Zweigstrecke Parndorf–Bratislava der Ostbahn.[2]

Mehrmals schien die Strecke, trotz Bedienung der Landeshauptstadt Eisenstadt, in Listen einstellungsgefährdeter Bahnen auf. Erste Modernisierungsschritte durch Einführung eines Taktfahrplanes mit abgestimmten Anschlüssen an den Endpunkten ab den 1990er-Jahren sowie die Einführung von Eilzügen von Wien über die Raaberbahn und Wulkaprodersdorf nach Eisenstadt, brachten den erhofften Fahrgastzuwachs, der letztendlich auch zum Entschluss zu einer umfassenden Modernisierung und Elektrifizierung führte.

Seit 2009 ist die Strecke von Neusiedl am See nach Wulkaprodersdorf elektrifiziert[3], wobei auf dem Teilstück Neusiedl–Eisenstadt das Stromsystem der ÖBB (15 kV mit 16,7 Hz) zur Anwendung kommt, auf dem Stück von Eisenstadt nach Wulkaprodersdorf jenes der Raaberbahn (25 kV mit 50 Hz).

Beim Ausbau der Pannoniabahn kam erstmals der Wiener Bogen zum Einsatz. Diese spezielle Kurvenbauart ermöglichte die Anhebung der Streckenhöchstgeschwindigkeit ohne nennenswerte Streckenbegradigungen von 80 auf 120 km/h. Dadurch wurden Fahrzeitgewinne von circa zehn Minuten erzielt.

Strecke

Die Strecke verläuft an den Ausläufern des Leithagebirges, im österreichischen Bundesland Burgenland und stellt die Verbindung der burgenländischen Landeshauptstadt Eisenstadt mit dem österreichischen Eisenbahnnetz dar. Sie führt von Wulkaprodersdorf am Leithagebirge entlang nach Neusiedl am See.

Fahrzeuge

Die Pannoniabahn wird seit der Elektrifizierung vor allem von Triebwagen der Reihe 4124 befahren. Vor der Elektrifizierung waren vorrangig Dieseltriebwagen der Reihe 5047 der ÖBB und der Raaberbahn, sowie deren Vorgängerbaureihen im Einsatz.

Fahrplan

Bahnhof Eisenstadt

Abgesehen vom frühen Morgen besteht ein stündlicher Grundtakt mit Zugkreuzung in Eisenstadt, allerdings mit einer Symmetriezeit, die vier Minuten vor der sonst üblichen liegt. Im nachmittäglichen Berufsverkehr wird das Zugangebot von Bruck an der Leitha bis Wulkaprodersdorf zu einem angenäherten Halbstundentakt verdichtet.

Flügelbahn nach St. Margarethen-Rust

Ausgehend vom Bahnhof Schützen am Gebirge wurde im Zuge der Errichtung der Stammstrecke eine sechs Kilometer lange Flügelbahn zu den Steinbrüchen in St. Margarethen errichtet, die ebenfalls am 18. Dezember 1897 eröffnet wurde. Die Abzweigung kann man noch im Gelände erkennen, interessanterweise war die Bahn aber von Richtung Norden an den Bahnhof Schützen am Gebirge angebunden.

In Oslip bestand ein Bahnhof, an den heute nur mehr die „Bahnstraße“ erinnert. Bei St. Margarethen erinnert die Straße „Am alten Bahnhof“, die von St. Margarethen in Richtung der Steinbrüche führt, an die Bahnstrecke. Im Steinbruch sind noch die ehemaligen Bahnanlagen zu erkennen.

Der Personen-, Gepäck-, Eil- und Frachtstückgutverkehr wurde am 1. Jänner 1937 eingestellt und am 1. November 1943 wieder aufgenommen. Im April 1945 wurde die Wulkabrücke gesprengt, wodurch der Verkehr bis zum Wiederaufbau im Jahr 1948 unterbrochen war. Das endgültige Ende kam für den Personenverkehr am 2. Oktober 1949. Der Strecke wurde für den Güterverkehr noch bis zum 18. Februar 1952 als Schleppbahn betrieben. Im Jahr 1953 wurde sie schließlich abgebaut und die Liegenschaften verkauft.

Name

Nach einem Wettbewerb wurde die Bahnstrecke am 22. Juni 2010 auf den Namen Pannoniabahn getauft.[4] Davor hatte die Strecke Neusiedl am See – Eisenstadt – Wulkaprodersdorf – Ebenfurth – Wr. Neustadt im ÖBB-Kursbuch (Fahrplanbild 730) als Neusiedlerseebahn firmiert. Die Herkunft und historische Bedeutung der Bezeichnung Leithagebirgsbahn, die in Eisenbahnforen verwendet wird, ist unklar.

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Einzelnachweise

  1. Die Eisenbahngesellschaft wurde im Jahre 1897 unter dem Namen Sopron-Pozsonyi helyi érdekű vasút részvény társaság (deutsch: Ödenburg-Preßburger Lokalbahn AG) gegründet. Auf den im Mai 1897 ausgegebenen Stammaktien steht als deutsche Bezeichnung Sopron-Pozsonyer Localbahn-Actien-Gesellschaft, und die französische Angabe lautet Société anonyme du chemin de fer vicinal Oedenburg-Presbourg [sic], siehe Faksimile der 100-Gulden-Stammaktie.
  2. Dieter Geerkens: Wertpapiere österreichischer Eisenbahnen, Seite 188–189, bahnmedien.at, Wien 2009
  3. Rechnungshofbericht. In: oesterreich.orf.at, 14. Jänner 2011, abgerufen am 21. März 2011.
  4. Neuer Name für die Bahnstrecke: „Pannoniabahn“. In: burgenland.orf.at, 22. Juni 2010, abgerufen am 21. März 2011.