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vom 26.05.2018, aktuelle Version,

Peter Loidolt

Peter Loidolt (* 9. März 1945 in Mariazell, Steiermark) ist ein österreichischer Festspielleiter. Er gründete gemeinsam mit seiner Frau Renate Loidolt den Kulturverein Reichenau an der Rax und ist seit 1988 Intendant der Festspiele Reichenau.

Leben

Loidolt besuchte ein Gymnasium in Wien-Neubau, schloss allerdings nicht mit der Matura ab, sondern absolvierte eine einjährige Lehre im Schmuckgroßhandel. In der Folge war er in der Wirtschaft tätig, unter anderem bei drei großen Reedereien.

Ab 1988 bauten Peter Loidolt und seine aus Reichenau gebürtige Frau, eine studierte Volkswirtin, die Festspiele Reichenau auf. Das Gründerpaar wollte Publikumsschichten, die dem etwa von Burgtheaterdirektor Claus Peymann gepflegten Regietheater deutscher Prägung distanziert gegenüberstanden, für ein Schauspielertheater mit betont österreichischer Note und heimischen Stars gewinnen.[1] Regietheater ist hier ein Fremdwort und es gibt in den Regieverträgen eine Klausel, die der Festspielleitung das Recht auf den "Final Cut" einräumt. "Das behalten wir uns vor, um garantieren zu können, dass etwas herauskommt, mit dem wir uns auch identifizieren können."[2]

Von Peter Loidolt stammen auch die Bühnenbilder der Theaterinszenierungen, Renate Loidolt ist Geschäftsführerin der Festspiele Reichenau GmbH. 2012 wies das Festival nach eigenen Angaben eine Eigenwirtschaftlichkeit von 90 Prozent auf.[3] Damit haben die Loidolts eines der wirtschaftlich erfolgreichsten Kulturprojekte Österreichs geschaffen. Bei der Vergabe der etwa 40.000 Eintrittskarten pro Jahr werden die 4.800 Mitglieder des Fördervereins bevorzugt (Stand 2013).

Das Ehepaar hat zwei Töchter.

Peter Loidolt wurde vom österreichischen Bundespräsidenten mit der Verleihung des Titels „Professor“ ausgezeichnet und er ist Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Land Niederösterreich.[4]

Er hat gemeinsam mit seiner Frau für seine Verdienste um die Festspiele Reichenau am 23. September 2014 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst von Bundesminister Josef Ostermayer verliehen bekommen.[5]

Einzelnachweise

  1. Manfred Wagner (Hg): Niederösterreich : eine Kulturgeschichte von 1861 bis heute. Band 1: Menschen und Gegenden, Wien u. a.) 2004, S. 317
  2. Der Falter, 2010
  3. Kleine Zeitung, 11. Jänner 2012
  4. Ehrenzeichen für Peter Loidolt auf ORF vom 12. Mai 2015 abgerufen am 13. Mai 2015
  5. Kulturminister Ostermayer überreichte Ehepaar Loidolt das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. Presseaussendung des Bundespressedienst. Abgerufen am 20. November 2014.