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vom 21.07.2017, aktuelle Version,

Pfarrkirche Eisenkappel

Michaelskirche Eisenkappel

Die römisch-katholische Michaelskirche Eisenkappel ist die Pfarrkirche von Eisenkappel-Vellach. Die dem Erzengel Michael geweihte Kirche gehört innerhalb des Dekanats Eberndorf/Dobrla vas zur Diözese Gurk.

Geschichte

Eine Kirche in Eisenkappel wurde erstmals zwischen 1050 und 1065 urkundlich genannt. Die Erhebung zur Pfarrkirche erfolgte entweder 1106 oder erst im 13. Jahrhundert.

Beschreibung

Der Chor stammt aus dem 14. Jahrhundert, das Langhaus wurde nach der Zerstörung durch einen Türkeneinfall 1473 im späten 15. Jahrhundert als dreischiffige, dreijochige Halle wiedererrichtet.

Nordöstlich des Langhauses befindet sich die barocke Pestkapelle mit Kreuzgratgewölbe. Der Turm an der Südwestecke ist im Kern älter als das Kirchenschiff und besitzt einen Turmhelm aus dem 19. Jahrhundert. Eine 1571 von Georg Renner gegossene Glocke ist nicht mehr in Verwendung.

Neben dem die halbe Breite des Kirchenschiffes einnehmenden Turm befindet sich die zweiachsige Vorhalle und darüber die zweiachsige Westempore, beide sind netzrippengewölbt. Die Portale an der Süd- und Westseite sind spätgotisch. Das Sternrippengewölbe im Mittelschiff und die Netzrippengewölbe in den Seitenschiffen stützen sich auf vier kantonierte Pfeiler und an den Wänden auf Pfeilervorlagen.

Ein reich profilierter spitzbogiger Chorbogen verbindet das Langhaus mit dem zweiwöchigen Chor mit Fünfachtelschluss. Hier ruht ein Kreuzrippengewölbe auf eingezogenen polygonalen Pfeilern, deren Profil sich in den Gurtbögen fortsetzen. Die Absenker in den Ecken weisen Maskenkonsolen auf.

Das Portal an der Chorsüdseite mit gemaltem Rahmenschmuck ist mit 1599 bezeichnet. Die gotische Sitznische ist maßwerkbekrönt.

Für die Fenster im Langhaus schuf Valentin Oman im Jahre 2000 reliefierte Glasscheiben.

Ausstattung

Hochaltar

Der Hochaltar aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit freier Säulenstellung und Opfergangsportalen trägt die Statuen der Heiligen Michael, Petrus und Paulus, sowie im Aufsatz eine Dreifaltigkeitsgruppe. Am in der zweiten Hälfte des 17, Jahrhunderts gefertigten Altar mit Knorpelwerk stehen eine Pietà sowie Figuren der Pestheiligen Sebastian und Rochus. Die Nische in der Mensa birgt eine Liegefigur der heiligen Rosalia.

Die Konsolfiguren der Heiligen Martin, Katharina, Barbara und Georg im Chor entstanden im 18. Jahrhundert und stammen von einem ehemaligen Altar. Die barocken Statuetten der vier Evangelisten aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts waren ursprünglich Teil der Kanzel. Zur weiteren Ausstattung der Kirche zählen ein barockes Kruzifix, eine Madonna aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, eine Figur des heiligen Leonhard aus dem 16. Jahrhundert, sowie 1850 entstandene Kreuzwegbilder.

An Grabdenkmälern sind in der Kirche die Grabplatten des Andreas Resoschnigg (1676), der Maria Clara Gap von Timerburg (1691), der Theresia Rupprecht (1738), sowie die Wappengrabplatte des Josef Johann Graf von Christallnigg (1751) zu sehen.

Literatur

  • Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 33 f.
  • Wilhelm Deuer: Jauntaler Kulturwanderungen – Ein kunstgeschichtlicher Begleiter durch den Bezirk Völkermarkt. Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 2001, ISBN 3-85366-977-8, S. 59.
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