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vom 31.07.2017, aktuelle Version,

Pfarrkirche Hörbranz

Kath. Pfarrkirche hl. Martin in Hörbranz
Innenansicht Richtung Altar

Die römisch-katholische Pfarrkirche Hörbranz steht an der Dorfstraße im Ortskern der Leiblachtaler Gemeinde Hörbranz im Bezirk Bregenz in Vorarlberg. Sie ist dem heiligen Martin geweiht und gehört zum Dekanat Bregenz in der Diözese Feldkirch. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz.[1]

Geschichte

Bereits im 15. Jahrhundert bestand in Hörbranz eine Kapelle. Die Kirche war ursprünglich eine Filialkirche der Pfarre Bregenz. 1477 wurde sie zur Kaplanei erhoben. Bald wurde auch eine Kirche erbaut die 1488 geweiht wurde. 1652 oder 1656 wurde die Kirche zur Kuratienkirche aufgewertet. 1753 wurde die Kirche vergrößert. 1756 erfolgte die Erhebung zur eigenständigen Pfarre. Eine weitere Vergrößerung erfolgte in den Jahren 1840 bis 1850. Dabei wurde auch der Turm errichtet. Der Umbau wurde 1855 geweiht.

Architektur

Kirchenäußeres

Das Langhaus wird durch fünf Flachbogenfenster in Rechteckblendnischen geglioedert. Unter dem Dachansatz ist ein umlaufendes Gesims. der polygonale Chor ist eingezogen. An der Stirnseite ist der Kirchturm angebaut. Im Obergeschoß sind Rundbogenschallöffnungen. Der Turm wird durch einen Spitzhelm bekrönt. An der Südseite des Kirchturmes schließt eine zweigeschoßige Sakristei mit nach Süden ausgerichteter Giebelfassade an.

Kircheninneres

Innen die Kirche ein Saalraum mit einer Flachdecke über einem umlaufenden Gesims. Die Langhauswände sind mit gekoppelten Rundbogenfenstern und breiten Wandpilastern gegliedert. Die Stuckkartuschen sind gemalt, ebenso wie die Kapitelle und die Fensterbekrönung. Ein eingezogener und runder Chorbogen trennt das Langhaus vom eingezogenen 5/8-Chor mit Flachdecke über einem umlaufenden Gesims. In der Stirnwand befinden sich gekoppelte Rundbogenfenster und ein Kreisfenster.

Die Kirche ist mit Fresken bemalt. Im Chor ist Christus mit den Kindern mit „1855 Rick“ bezeichnet. Seitlich sind Engel mit der Osterkerze und einer Trauerfackel gemalt. In gemalten Kartuschen sind Symbole der Kirche dargestellt. An der linken Chorwand ist Gottvater mit musizierenden Engeln, die Anbetung der Könige und der Zwölfjährige Jesus im Tempel abgebildet. Auf der rechten Chorseite sind der Heilige Geist und Maria Magdalena als Büßerin, im Chorbogen Johannes der Täufer und vier Propheten und am Chorbogen das Lamm Gottes mit zwei Engeln dargestellt. Links davon befinden sich Fresken der Evangelisten Matthäus und Johannes, rechts Markus und Lukas. Die Figuren im Chor malte Johann Kärle.

Die Fresken im Langhaus malte 1880 Johann Kaspar Rick, bezeichnet mit „C. Rick“; vorne Christus als Triumphator mit der heiligen Maria in einem Wagen, der von den vier Evangelistensymbolen gezogen wird. Er wird von den vier Kirchenvätern und blumenstreuenden Engeln begleitet. In der Mitte der Langhauswand ist Gottvater von den neun Chören der Engel umgeben. K. Rick malte das Bild 1880. Die Bischofsweihe des heiligen Martin stammt ebenfalls von K. Rick. An der Deckenleiste sind die Symbole der sieben Sakramente dargestellt.

Ausstattung

In den Glasgemälden sind die Acht Seligkeiten in Form von Heiligen dargestellt. Die Gemälde stammen aus der Tiroler Glasmalereianstalt der Jahre 1933/34. Auf der Fassadenseite befinden sich Dekorfenster. Im Langhaus sind links die heilige Cäcilia, die heilige Habrila, die heilige Elisabeth, die heilige Anna, zwei Engel, die selige Ilga, die heilige Notburga, die heilige Agnes sowie die heilige Theriesia, rechts der selige Merbod, der heilige Josef, der heilige Wendelin, der heilige Gebhard, zwei Engel, der heilige Vinzenz von Paul, der heilige Martin, sowie der heilige Sebastian dargestellt. Im Chor zeigen die Glasfenster auf der linken Seite die Verkündigung des Herrn, auf der rechten Seite die heilige Maria mit Kind und das Kruzifix.

Auf dem neuen Altar, der im Rahmen der Renovierung in den Jahren 1999 bis 2003 nach alten Plänen neu aufgebaut wurde, steht ein Tabernakel mit einem Relief, das Jesus mit den vier Evangelistensymbolen zeigt. Der linke Seitenaltar ist ein neuromanischer Aufbau. Das Altarbild mit der heiligen Maria und dem Kind wurde 1861 von Melchior Paul von Deschwanden gemalt. Es wird von Figuren der heiligen Theresia (links) und der heiligen Filomena (rechts) flankiert. Auf der Predella knien links und rechts vor Maria mit dem Kind der heilige Dominikus und die heilige Katharina von Siena. Der rechte Seitenaltar ist ebenfalls ein neuromanischer Aufbau mit einem Altarbild von Melchior Paul von Deschwanden. Es zeigt die Glorifizierung des heiligen Martin. Das Bild flankieren Figuren des heiligen Rupert (links) und des heiligen Wendelin (rechts). Die Predella-Figuren stellen das Herz Jesu sowie zwei Engel dar.

Die neuromanische Kanzel mit den vier Evangelistenfiguren am Korb wurde um 1855/1860 geschaffen. Der Schalldeckel trägt eine Christusfigur. Die Orgel wurde 1939 von der Orgelbaufirma Gebrüder Mayer neu gebaut. Weiters gibt es eine Figur des Königs David aus dem 18. Jahrhundert. Das ehemalige Hochaltarbild im Chor von Melchior Paul von Deschwanden aus dem Jahr 1861 zeigt das Kreuz Jesu mit der heiligen Maria und dem heiligen Johannes. Das Kommuniongitter stammt von 1855, der Beichtstuhl mit dem Relief Christus als Guter Hirte vom Ende des 19. Jahrhunderts. Die Kreuzwegstationen sind Kopien nach Martin von Feuerstein, gemalt von Waldner im Jahr 1934.

An der äußeren Südwand befindet sich in einer Nische eine Steinfigur des seligen Merbod von Gottfried Bechtold nach einem Modell von Alwin Flory.

Literatur

  • DEHIO-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs: Vorarlberg. Hörbranz. Pfarrkirche hl. Martin. Bundesdenkmalamt (Hrsg.), Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1983, ISBN 3-7031-0585-2, S. 260f.
  Commons: Pfarrkirche hl. Martin (Hörbranz)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Vorarlberg – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz.. Archiviert vom Original im Mai 2016. Bundesdenkmalamt, Stand: 21. Juni 2016 (PDF).