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vom 24.02.2017, aktuelle Version,

Porzellanmanufaktur Augarten

Neue Wiener Porzellanmanufaktur Augarten GmbH
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1923
Sitz Wien
Branche Eisenwaren- und Hartwarengroßhandel
Website www.Augarten.at

Wiener Porzellanmanufaktur Augarten
In der Manufaktur
Filiale am Stock-im-Eisen-Platz in Wien 1

Die Porzellanmanufaktur Augarten ist eine Wiener Porzellanmanufaktur; gegründet wurde sie in ihrer heutigen Form 1923.

Benannt ist sie nach dem Augarten, jenem Park, in dem ihre Manufakturgebäude (Schloss Augarten und ein in der Zweiten Republik errichteter Erweiterungsbau) Nachbarn des Palais Augarten der Wiener Sängerknaben sind.

Bedeutung

Von der kunsthistorischen Bedeutung her ist Augarten Porzellan mit Meißen und der Porzellanmanufaktur Nymphenburg vergleichbar. Die Stücke werden in der Manufaktur im 2. Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt händisch hergestellt. Die Produkte von Augarten sind das teuerste österreichische Porzellan und werden auch für Staatszwecke wie in der Hofburg, dem Bundeskanzleramt und österreichischen Botschaften, sowie als Staatsgeschenke verwendet. Die Produktpalette umfasst Vasen, Speise-, Tee- und Kaffeeservices, Figuren, Lampen und Geschenke. Die Entwürfe entstammen verschiedenen Epochen und umfassen unterschiedliche Motive. Neben Chinoiserien, Blumen-Buketts, Jagd- und Naturmotiven stehen Klassizismus, Biedermeier, Art Déco und Moderne zur Auswahl.

Geschichte

Nach Ende der Donaumonarchie und der Stabilisierung der Nachkriegswirtschaft wurde am 2. Mai 1923 im Schloss Augarten die „Wiener Porzellanmanufaktur Augarten“ (Porzellanfabrik Augarten A.-G.) im Beisein von Bundespräsident Michael Hainisch eröffnet.[1] Das Unternehmen bezieht sich auf die Tradition der ehemaligen, 1864 geschlossenen Wiener Porzellanmanufaktur und verwendet teilweise deren Designs.

Das Art Déco war in dieser Zeit sehr beliebt und die Produkte wurden von Künstlern wie Franz von Zülow, Josef Hoffmann und Michael Powolny entworfen. Die Manufaktur produziert nach wie vor Altbewährtes aus allen Zeitrichtungen. Künstler wie Friedrich Ludwig Berzeviczy-Pallavicini, Thomas Feichtner, Walter Bosse, Yu Feng, Joseph Nigg, Gottfried Palatin, Ena Rottenberg, Claudia Stuhlhofer Mayr und Robert Ullmann sorgen für immer neue Entwürfe.

2003 - nachdem die Manufaktur wegen Konkurs geschlossen und das gesamte Personal gekündigt wurde - kaufte die Firma VMS Value Management Services GmbH des Sanierers Erhard Grossnigg[2] die Konkursmasse auf und gründete damit eine neue Firma namens Neue Porzellanmanufaktur Augarten.

In einem Seitenflügel befindet sich seit dem Jahr 2011 das Porzellanmuseum im Augarten.

Im Jahr 2014 gab die Manufaktur in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Post die erste Porzellan-Briefmarke der Welt heraus.

Signierung

Auf jedem Produkt von Augarten wird der blaue Bindenschild aufgestempelt. Des Weiteren wird die Malernummer, Dekornummer und Formnummer aufgetragen.[3]

Filialen

Augarten unterhält Filialen in Wien, Linz und Salzburg. Das Schloss selber steht zur Besichtigung offen. Besucher können dort bei täglichen Führungen einen Einblick in die Produktionsweise von Augarten Porzellan gewinnen. Im neu gestalteten Porzellanmuseum können Besucher anhand repräsentativer Exponate die Geschichte des Wiener Porzellans erleben. Die Produkte sind nicht nur in Österreich begehrt, auch bei Japanern finden sie großen Absatz. Im Flagshipstore in der Spiegelgasse 3 gibt es extra eine japanische Kundenbetreuerin. Im Kaiserpalast von Tokio wurde Augarten-Porzellan ebenfalls gesichtet.[4]

Galerie

Siehe auch

Literatur

  • Reinhard Engel, Marta Halpert: Luxus aus Wien II. Czernin Verlag, Wien 2002. ISBN 3-7076-0142-0
  • Waltraud Neuwirth: Die Wiener Porzellan- Manufaktur Augarten. Jugend u. Volk, Wien (1996). ISBN 3-224-18867-7
  • Waltraud Neuwirth: Wiener Porzellan. Original, Kopie, Verfälschung, Fälschung. Jugend u. Volk, Wien. (1996) ISBN 3-224-18867-7
  • Waltraud Neuwirth: Porzellan aus Wien. Von du Paquier zur Manufaktur im Augarten. Jugend u. Volk, Wien (1992) ISBN 3-8113-6084-1
  • Waltraud Neuwirth: Wiener Porzellan. 1744-1864. Neuwirth, Wien (1983). ISBN 3-900282-11-0
  • Wilfried Seipel (Hg.): Weißes Gold aus Europa. Ausstellungskatalog, Kunsthistorisches Museum. Wien (1997). ISBN 3-900325-79-0
  • Wilhelm Siemens: Impulse - Europäische Porzellanmanufakturen als Wegbereiter internationaler Lebenskultur. Zweckverband Dt. Porzellanmuseum, (1995). ISBN 3-927793-43-4

Auszeichnungen

  Commons: Wiener Porzellanmanufaktur Augarten  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Eröffnung der Porzellanfabrik im Augarten. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 21424/1924, 3. Mai 1924, S. 8, Mitte unten. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
  2. Porzellanmanufaktur Augarten auf www.boerse-express.com, abgerufen am 4. September 2011
  3. Signierung. Augarten Wien, 22. November 2009, abgerufen am 22. November 2009.
  4. Frau im Spiegel, Nr.10 - 1. März 2007
  5. The Sound of Augarten: auf . Stand 7. Februar 2015.