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vom 30.10.2016, aktuelle Version,

Public Relations Verband Austria

Der Public Relations Verband Austria (PRVA) ist der österreichische Berufsverband der Kommunikationsexperten mit Sitz in Wien. Der Verband ist 1980 aus dem 1975 gegründeten Public Relations Club Austria (PRCA) hervorgegangen und stellt neben vielen anderen PR-Verbänden die wichtigste österreichische Plattform und das Sprachrohr der Kommunikationsbranche dar. Der PRVA versteht sich als „die freiwillige Standesvertretung der professionellen, selbständig und unselbständig erwerbstätigen PR-Fachleute in Unternehmen, Agenturen, Organisationen, Institutionen, Gebietskörperschaften und der Politik“[1]. Der PRVA leistet mit seinen vielfältigen Aktivitäten einen wesentlichen Beitrag zur Professionalisierung der PR-Branche.

Organisation

Der Vorstand besteht aus derzeit zehn Mitgliedern, die ihre Funktionen ehrenamtlich ausüben. Präsidentin des PRVA ist Susanne Senft. Für die zweijährige Vorstandsperiode erstellt der Vorstand ein Arbeitsprogramm, dessen Ziele aber nur durch die Unterstützung zahlreicher Engagierter erreicht werden kann. Kritik übt der PRVA an dem verabschiedeten Lobbying- und Interessensvertretungs-Transparenz-Gesetz, das Anfang 2013 in Kraft getreten ist, da es Ungleichbehandlung von Agenturen gegenüber Verbänden gebe.[2]

Tätigkeiten

Veranstaltungen

Der PRVA veranstaltet jährlich zahlreiche Veranstaltungen. Es gibt jedes Jahr einen Kommunikationstag und eine PR-Gala. Zentrale Anliegen des PRVA sind systematischer Erfahrungsaustausch, Nachwuchsförderung und Qualitätssicherung. PRVA-Mitglieder sind verpflichtet, sich an die international vereinbarten PR-Ethikkodizies „Code de Lisbonne“ und „Code d´Athènes“ zu halten.

Preise

Der Verband richtet jährlich den Staatspreis für Public Relations aus, der vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFJ) verliehen wird. Außerdem verleiht er jährlich den Österreichischen Wissenschaftspreis für Public Relations für Masterthesen, Diplom-/ Magister-/ Masterarbeiten sowie alle drei Jahre für Dissertationen. In Kooperation mit dem Manstein-Verlag vergibt er den „BEST PRactice Award“, mit dem besonders innovative PR-Leistungen ausgezeichnet und einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt werden. Weiters vergibt der Verband seit 1995 die Auszeichnung „Kommunikator des Jahres“. 2012 gewann Armin Wolf[3][4] den Preis, 2011 Hannes Androsch[5] und 2010 die Science Busters[6]. Mit diesem Titel soll eine Persönlichkeit geehrt werden, die durch ihre herausragende kommunikative Leistung auf gesellschaftspolitisch relevante Themen aufmerksam macht und vorwiegend in Österreich agiert.[7]

Wissenschaft

Der PRVA versucht auch, die wissenschaftliche Basis der PR-Branche zu verbessern. In einer so ausdifferenzierten Gesellschaft müssen PR-Leute Fachleute sein – keine selbst ernannten Experten. Sie müssen nicht nur Medienmitteilungen schreiben können, sondern auch beobachten und analysieren. An der Universität Wien versucht man, die Forschung mit Einwiller die praxisnahe Lehre zu stärken. [8]

PR-Neueinsteiger

Auch der PR-Nachwuchs wird von der PRVA unterstützt. Über 100 junge Leute sind prNa-Mitglieder. prNa - Public Relations Newcomers Austria - wurde im Oktober 2011 gegründet und ist Anlaufstelle für junge PR-Treibende, unterstützt bei der Jobsuche und bietet Vorträge und Diskussionsrunden an. [9]

Entwicklung der Agentur- und Verbandsszene

1968 wurde die Arbeitsgemeinschaft für Pressereferenten ins Leben gerufen mit dem Ziel, Termine von Pressekonferenzen zu koordinieren. Die AG für Pressereferenten versuchte, erstmals ein Berufsbild der Pressereferenten zu erstellen. Ein Jahr später, 1969, wurde die Österreichische PR-Gesellschaft gegründet. Doch dieser Versuch, eine Standesvertretung zu gründen, missglückte. Erst der 1975 gegründete PR Club Austria (PRCA) konnte sich durchsetzen. Er wurde 1980 in den Public Relations Verband Österreich (PRVA) umbenannt.

Aber nicht alle österreichischen PR-Leute sind Mitglied im PRVA, denn dieser „verfolgt in seiner Mitgliederpolitik ein klares Ausleseprinzip, nicht zuletzt auch, um Public Relations so eindeutig wie möglich von anderen Berufen mit unterschiedlichen Zielsetzungen abzugrenzen. Diese Ausrichtung bringt es mit sich, dass der Verband hohe Ansprüche an seine Mitglieder stellt“ [10].

Die Agenturszene entwickelte sich auch relativ spät: 1963 gründete Ernst Haupt-Stummer die erste PR-Agentur Österreichs (Pubrel Public Relations Ges.m.H.), 1964 Prof. Mittag die Agentur Publico (vgl. Wachta, 2000). Die Agenturen sind im internationalen Vergleich betrachtet klein und überschaubar. Viele Agenturen sind „Ein-Mann/Frau-Betriebe“. Von der Größe her sind also die österreichischen PR-Agenturen mit internationalen Dimensionen nicht vergleichbar. Was die Qualität betrifft, so halten sie dem internationalen Vergleich sehr wohl stand, was u. a. die vielen internationalen Auszeichnungen belegen.[11]

Einzelnachweise

  1. vgl. www.prva.at
  2. PRVA kritisiert Ungerechtigkeiten im neuen Lobbying-Gesetz – PRVA-Präsidentin Vogl wittert eine "Zwei-Klassen-Transparenz" und erfreuliche Nachrichten vom Deutschen PR-Preis. In: standard.at. 2. Juli 2012, abgerufen am 20. Dezember 2012.
  3. ORF-Journalist Armin Wolf ist "Kommunikator des Jahres". In: Der Standard. 22. November 2012, abgerufen am 20. Dezember 2012.
  4. Armin Wolf ist Kommunikator des Jahres. In: Der Kurier. 23. November 2012, abgerufen am 20. Dezember 2012.
  5. Androsch Kommunikator des Jahres 2011. PRVA, 22. November 2012, abgerufen am 20. Dezember 2012.
  6. Ausgezeichnete PR: "Staatspreissieger für Public Relations", "Sonderpreis der Staatspreisjury" und "Kommunikator des Jahres" im Rahmen der PR-Gala geehrt. PRVA (Pressemitteilung), abgerufen am 20. Dezember 2012.
  7. Wer gewinnt die Auszeichnung Kommunikator des Jahres 2012? 26. September 2012, abgerufen am 20. Dezember 2012.
  8. Patricia Käfer: Public Relations brauchen ein akademisches Gesicht. In: Die Presse. 15. Oktober 2008, abgerufen am 20. Dezember 2012.
  9. Public Relations Verband Austria: Mitgliederzuwachs von 17 Prozent
  10. Bogner 1999, S. 99
  11. Vgl.: Nemmann, Karl: PR in Österreich. Anfänge und Entwicklungen. In: Bentele, Günther / Fröhlich, Romy / Szyszka, Peter: Handbuch Public Relations. Westdeutscher Verlag. 2002.

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