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vom 04.03.2016, aktuelle Version,

Richard Walzel

Richard Walzel (* 3. September 1895 in Neunkirchen, Niederösterreich; † 28. Dezember 1977 in Leoben, Steiermark) war ein österreichischer Montanist und Hochschullehrer.

Leben

Der aus Neunkirchen in Niederösterreich gebürtige Arbeitersohn Richard Walzel widmete sich nach abgelegter Matura einem Studium des Hüttenwesens an der Montanistischen Hochschule in Leoben, das er unterbrochen durch seine Teilnahme am Ersten Weltkrieg (1915–1918), 1920 mit der Sponsion zum Dipl.-Ing. abschloss. Walzel trat in unmittelbarer Folge an das Studium in das Hüttenwerk Donawitz der Österreichisch-Alpine Montangesellschaft (ÖAMG) ein, 1926 wurde ihm dort die Leitung sowie Organisation der „Stahlversuchsabteilung“ übertragen.

Walzel, der sich speziell auf dem Gebiet der Qualitätsentwicklung der Stähle profilierte, unternahm zahlreiche Studienreisen, 1929 erfolgte seine Promotion zum Dr. mont. in Leoben. 1933 folgte Walzel in der Nachfolge von Anton Keil-Eichenthurn einem Ruf auf den Lehrstuhl für Eisenhüttenkunde sowie die Leitung des Eisenhütteninstituts an der Montanistischen Hochschule in Leoben. Dazu amtierte Walzel im Studienjahr 1936/37 als Dekan der Leobener Abteilung der Technischen und Montanistischen Hochschule Graz-Leoben, im darauffolgenden Studienjahr als Rektor der wieder selbstständigen Montanistischen Hochschule Leoben. Walzel, der 1939 zum Polenfeldzug eingezogen wurde, bald darauf für den Hochschuldienst sowie die wissenschaftliche Beratung der ÖAMG freigestellt wurde, wurde 1957 emeritiert.

Darüber hinaus wirkte Walzel als geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Fachverbandes "Eisenhütte Österreich", als Mitarbeiter an der internationalen Normung der Stähle, als Berater und Gutachter für Werkstoff- und metallurgische Fragen sowie 1954 als Gastprofessor an der Universität Manchester. 1958 wurde Richard Walzel mit der Ehrenmitgliedschaft[1] der österreichischen Gesellschaft für Metallurgie & Werkstofftechnik (ASMET) ausgezeichnet.

Während seines Studiums schloss er sich 1913 der schlagenden Studentenverbindung Corps Schacht an. Aufgrund seines Einsatzes für die Corpsbrüder und seinen engagierten Arbeiten zur Historie des Schacht und des Montanwesens, bekam er Ende der 1960er Jahre die Ehrenmitgliedswürde des Schacht verliehen. Walzel war zudem aktives Mitglied des Verein für corpsstudentische Geschichtsforschung.

Schriften

  • Beitrag zur Kenntnis der Abhängigkeit einiger Stahleigenschaften von der Höhe des Roheisensatzes. Dissertation, Montanistische Hochschule Leoben, 1931
  • Beitrag zur Kenntnis der mechanischen Alterung weichen Flusstahles, In: Bericht des Werkstoffausschusses des Vereins deutscher Eisenhüttenleute, 197, 1933
  • Mit Friedrich Neuwirth: Bestimmung der Säurelöslichkeit von Stählen: Bericht über eine Gemeinschaftsarbeit des Fachausschusses für Korrosionsfragen der Eisenhütte Oesterreich, In: Bericht des Werkstoffausschusses des Vereins deutscher Eisenhüttenleute, 338, 1936
  • Statische und dynamische Warmhärte von Stählen, In: Mitteilungen aus dem Eisenhütteninstitut der Technischen und Montanistischen Hochschule Graz-Leoben in Leoben, Verlag Stahleisen, 1937

Literatur

  • Stephen Taylor (Hrsg.): Who's who in Austria, The Central European Times Pub. Co. Ltd., 1964. S. 623.
  • Verein Deutscher Eisenhüttenleute, Verein Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller. Nordwestliche Gruppe: Stahl und Eisen: Zeitschrift für das Deutsche Eisenhüttenwesen Band 98, 1978. S. 128.
  • Gerhard Friedrich Hiebsch: Geschichte des Corps Schacht zu Leoben 1861-2011. Corps Schacht, Leoben 2011, S. ?.
  • Andreas Weber: Festschrift zum 150. Stiftungsfest des Corps Schacht. Corps Schacht, Leoben 2011, S. ?.

Einzelnachweise

  1. Liste der Ehrenmitglied der österreichischen Gesellschaft für Metallurgie & Werkstofftechnik (ASMET) in www.asmet.at