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vom 04.06.2020, aktuelle Version,

Rodundwerk II

Rodund II
Lage
Rodundwerk II (Vorarlberg)
Rodundwerk II
Koordinaten 47° 5′ 6″ N,  52′ 54″ O
Land Österreich
Daten
Betreiber Vorarlberger Illwerke AG
Betriebsaufnahme 1976
Eingespeiste Energie 2011 486 GWh
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Das Wasserkraftwerk Rodund II ist ein Speicherkraftwerk der Vorarlberger Illwerke AG im österreichischen Montafon.

Die beiden Werke Rodund I und Rodund II liegen unmittelbar miteinander verbunden auf dem Gemeindegebiet von Vandans.

Beide Kraftwerke nutzen den Höhenunterschied zum Staubecken Latschau oberhalb von Tschagguns aus.

Geschichte und Verwendung

Das Rodundwerk II wurde zur Entlastung des Regelbetriebs des Rodundwerks I errichtet. Das Werk II wurde 1976 in Betrieb genommen.

Der hydraulische Maschinensatz des Rodundwerkes II ist eine Pumpturbine (Francis-Turbine). Diese kann in die eine Drehrichtung als Turbine (Generatorbetrieb), in der anderen Drehrichtung als Pumpe (Pumpbetrieb) arbeiten.

Auch der Generator und der Motor des Maschinensatzes ist in einer Maschine vereint (luftgekühlter Motorgenerator). Die Regelung des Generators erfolgt über die Wasserdurchflussmenge. Die Anfahrregelung im Pumpbetrieb wird thyristorgesteuert durch einen Umrichter realisiert.

1976 war das Rodundwerk II das leistungsstärkste Pumpspeicherkraftwerk in Europa.[1] Aufgrund von starken Schwingungen konnte der ursprüngliche Maschinensatz im Regelbereich von 0 bis 110 MW (bei Maximallast 276 MW) jedoch nicht im Dauerbetrieb verwendet werden.[2] Die Pumpturbine des Rodundwerkes II zeichnet sich neben ihrer Anfahrschnelligkeit auch durch ihren hohen Wirkungsgrad und ihre Leistungsfähigkeit für Wirkleistung- und Blindleistungsregelungsaufgaben im Netz aus.

Das Rodundwerk II dient, neben der Erzeugung von Spitzen- und Regelenergie, der Wälzpumpspeicherung.

Bis zur Inbetriebnahme des Kopswerks II (2008) war das Rodundwerk II das stärkste Kraftwerk in Vorarlberg. Seither ist das Rodundwerk II das zweitgrößte Kraftwerk der Illwerke AG. Nach Inbetriebnahme des Obervermuntwerk II 2018 wird dieses das zweitgrößte Kraftwerk der Illwerke AG sein.

Technische Daten

Die Leistung des Maschinensatzes des Rodundwerks II ist in der Lage, mehr als die Hälfte der in Vorarlberg benötigten Energiemenge im Winter abzudecken.[1]

Das Kraftwerk ist in einem freistehendes Krafthaus untergebracht. Der Maschinensatz selbst ist eine vertikale Maschine (Schachtkraftwerk). Diese besteht aus einer Francis-Turbine, gekuppelt mit einem Motorgenerator. Gesamtgewicht Laufrad, Welle und Rotor: 487 Tonnen[3]

  • Engpassleistung (Turbinennennleistung): bis 2009: 276 MW, ab 2011 (nach Schadensfall): 295 MW
  • Aufgenommene Motorleistung im Pumpbetrieb (2011): 276 MW
  • Regelarbeitsvermögen (2011): 486 GWh
  • Generatornennleistung: bis 2009: 310 MVA, ab 2011: 345 MVA

Das Rodundwerk II nutzt, wie das Rodundwerk I, die Gefällstufe Latschau – Rodund. Es ist jedoch vom Rodundwerk I hydraulisch bis zum Unterwasserbecken Rodund (Rodundbecken I bis III) vollkommen getrennt (eigener Druckschacht).

  • Rohfallhöhe ca. 350 m
  • Wasserdurchfluss im Generatorbetrieb: bis 2009: 90 m3/s, ab 2011: 98 m3/s
  • Wasserdurchfluss im Pumpbetrieb (ab 2011): 73 m3/s.

Schadensfall 2009

Am 3. Juli 2009 wurde das Rodundwerk II wegen eines Gewitters automatisch abgeschaltet (Notabschaltung).[4][5] Durch die Notabschaltung wurde ein etwa sieben Tonnen schwerer Pol aus dem Rotor gelöst (Rotorbleche). Dieser zerstörte den Generator und die Turbine (Totalschaden). Durch austretendes Lageröl kam es zusätzlich zu einem Brand.[6]

In den Jahren 2009 bis 2011 wurde ein neuer Maschinensatz eingebaut und gleichzeitig die Leistungskapazität des Generators um ca. 11 % gesteigert. Die offizielle Wiederinbetriebnahme erfolgte am 30. Dezember 2011 nach einem Betriebsstillstand von 913 Tagen.[3] Die Kosten der Wiederherstellung betrugen rund 65 Millionen Euro.[7]

Commons: Rodundwerk II  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Webseite der Illwerke AG, abgefragt am 29. Juni 2015
  2. DI Werner Neyer in „Wir haben unser ganzes Ingenieurswissen eingebracht“. ILLWERKE VKW MAGAZIN (Memento des Originals vom 2. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vkw.de (PDF; 274 kB)
  3. 1 2 Rodundwerk II ist wieder am Netz (Memento des Originals vom 2. April 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.illwerke.at – Webseite der Illwerke AG – Aktuelles.
  4. Vorarlberger Illwerke (Memento des Originals vom 1. April 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.illwerke.at Brand in Rodundwerk II, abgefragt am 29. Juni 2015
  5. ORF Vorarlberg Brand im neunten Kellergeschoss, Großeinsatz der Feuerwehren aus dem Raum Bludenz, ORF Vorarlberg 3. Juli 2009
  6. Rodundwerk II geht 2011 wieder in Betrieb vbgv1.orf.at, ORF Vorarlberg, 13. April 2010, abgefragt 29. Juni 2015.
  7. Davon sollen laut Aussendung der Illwerke AG von der Versicherung 38,7 Millionen Euro abgedeckt sein. Rodundwerk II geht 2011 wieder in Betrieb vbgv1.orf.at, ORF Vorarlberg, 13. April 2010, abgefragt 29. Juni 2015. – Rund 60 Millionen Euro soll der leistungsgesteigerte Maschinensatz kosten. "Die Versicherung sicherte eine Entschädigungsleistung in Höhe von 38,7 Millionen Euro zu, schreiben die Illwerke in einer Aussendung."