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vom 06.03.2020, aktuelle Version,

Schwedenschanze (Achatzberg)

Burgstall-Schwedenschanze Achatzberg mit der Burg Clam im Hintergrund der rechten Bildhälfte

Die Schwedenschanze von Achatzberg liegt östlich der Burg Clam im Ortsteil Achatzberg der Gemeinde Klam im unteren Mühlviertel. Die Wallburg entstand bereits in der Eisen- oder Hallstattzeit.[1] Möglicherweise hatte sie auch zur Zeit des Hussiteneinfalls 1422 eine Schutzfunktion. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde die Befestigung zur Kontrolle der Klamschlucht und zur Abwehr eines etwaigen Angriffs der Schweden erneuert.

Lage

Klamburg vom Ortsteil Achatzberg aus gesehen

Der Burgstall befindet sich am Gipfel einer natürlichen Felsformation, die nach Westen schroff und hoch in die Klambachschlucht ragt. Die gegenüberliegende Burg Clam auf der westlichen Flanke der Schlucht liegt auf etwa gleicher Höhe und ist nur 150 bis 200 Meter Luftlinie vom Burgstall entfernt. Im Kriegsfall war die Besetzung dieses strategischen Punktes wichtig, um einerseits die Klamschlucht zu kontrollieren und andererseits einen Kanonenbeschuss der nahen Burg Clam zu verhindern.

Beschreibung

Den Kern der Anlage bildet ein 32 mal 20 Meter[1] großes ovales Plateau. Von diesem Burgstall führt ein etwa 250 Meter langer und 3 Meter hoher Wall in einem langgezogenen Halbkreis zu einer zweiten kleinen Wehranlage im Südwesten. Verschiedene Beobachtungen sprechen dafür, dass es sich beim Ringwall um die Reste einer verfallenen, massiven Ringmauer handelt.[2]

Der südliche Abhang ist durch zwei bis drei zusätzliche Vorwälle abgesichert. Zwischen dem mächtigen Ringwall und dem obersten Vorwall liegt ein etwa 5 Meter breiter Sohlgraben.

Über die ehemalige Innenbebauung ist nichts bekannt.[2] Innerhalb des ovalen Burgstalls bzw. des Ringwalls konnten jedenfalls Wachmannschaften ein Zeltlager aufschlagen. Bei der Anlage könnte es sich um die zweite Burg von Klam („duo castra Chlamme“[3]) handeln, die 1149/1150 im Besitz der Herren von Machland war.[2] Sie bot einen hervorragenden Überblick über die Schlucht. Heutzutage ist sie allerdings von hohen Bäumen überwachsen.

Erforschungsgeschichte

In den 1930er-Jahren fand hier ein Heimatforscher aus Grein verzierte Gefäßscherben mit Würfelaugenmuster, die in die Hallstattzeit verweisen.[1]

1978 fertigte Wladimir Obergottsberger[1] einen Vermessungsplan an, der einen guten Überblick über die komplexe Anlage gibt.[2]

Freizeit

Die Schwedenschanze bzw. der Burgstall ist nicht ausgeschildert, es gibt keinen gekennzeichneten Weg dorthin und keine Hinweise dazu in touristischem Werbematerial. Man erreicht diese Schanze jedoch auf Forstwegen. Parkplätze gibt es beim südlich angrenzenden „FriedWald Clam“.

Siehe auch

Literatur

  • Christian K. Steingruber: Neue Erkenntnisse zu Norbert Grabherrs Historisch-topographischem Handbuch der Wehranlagen und Herrensitze Oberösterreichs. In: Oberösterreichische Heimatblätter. 65. Jahrgang, 2011, Heft 1/2, S. 25f, gesamter Artikel S. 3–44, PDF auf land-oberoesterreich.gv.at
  • Dehio-Handbuch Die Kunstdenkmäler Österreichs, Oberösterreich Mühlviertel. Horn/Wien 2003, ISBN 3-85028-362-3, S. 366.
Commons: Schwedenschanze Achatzberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Steingruber 2011, S. 25.
  2. 1 2 3 4 Burgenbau in Oberösterreich im Forum OoeGeschichte.at, mit einem Plan vom „Burgstall“ bei Clam.
  3. „Item duo castra Chlamme. Item duo Castra Plasenstein“ im Passauer Traditionskodex, 13. Jh. In: Alfred Höllhuber: "... duo castra Plasenstein..." - Die zwei Burgen Blasenstein (Ein Beitrag zur Bestimmung ihrer Lage – mit einem Fundbericht). In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 124, Linz 1979, S. 69, gesamter Artikel S. 67–104, online (PDF) im Forum OoeGeschichte.at.