Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. Ihre Nachricht (optional mit Ihrer E-Mail):
unbekannter Gast
vom 11.12.2018, aktuelle Version,

Severin Schneider

Severin Schneider OSB (2011)

Severin Schneider OSB (* 22. Mai 1931 in Wien als Heinrich Schneider; † 2. November 2018 in Judenburg, Steiermark) war ein österreichischer römisch-katholischer Ordensgeistlicher, Theologe, Philosoph und Germanist.[1]

Leben und Wirken

Heinrich Schneider absolvierte das Gymnasium Fichtnergasse in Wien-Hietzing und trat nach seiner Reifeprüfung als Novize in die Benediktinerabtei Seckau ein, die er in Rahmen von Exerzitien bei Laurentius Hora OSB kennengelernt hatte. Er erhielt den Ordensnamen Severin – nach dem spätantiken Heiligen und Missionar Severin von Noricum. Im Anschluss an seine Profess am 4. Dezember 1951 studierte er Philosophie und Katholische Theologie in der Erzabtei Beuron und wurde am 23. September 1956 zum Priester geweiht.[2] Seine nachfolgenden Studien der Germanistik und Philosophie an der Universität Graz schloss er 1968 mit dem Doktorat ab.

Er wirkte als Erzieher und Professor für Religion, Deutsch und Philosophie am Abteigymnasium Seckau, dessen Direktor er von 1980 bis 1996 war. Nach dem Tod des Abtes Athanasius Recheis OSB übernahm Severin Schneider von 1997 bis 2000 als Prior-Administrator die Leitung der Seckauer Klostergemeinschaft, deren Subprior und Prior er bereits viele Jahre davor war. Von 2001 bis 2006 übte er im Kloster die Funktion des Cellerars aus.[1]

Severin Schneiders seelsorgliche Tätigkeit war über viele Jahrzehnte hinweg gekennzeichnet durch große Vielfalt: er förderte das Laienapostolat, engagierte sich in der Katholischen Hochschulgemeinde, übernahm von 2001 bis 2006 die Aufgabe des geistlichen Generalassistenten der Katholischen Aktion in der Diözese Graz-Seckau und hielt weit über die Grenzen Österreichs hinaus unzählige Einkehrtage und Exerzitien.[3] Viele Jahre hindurch wirkte er mit besonderer Beauftragung durch den steirischen Diözesanbischof auch als Spender des Sakramentes der Firmung.[4]

Prägend für sein Leben waren nicht nur seine Liebe und Treue zum Stundengebet, sondern auch seine umfassende Begeisterung für die Fotografie. Überall hin begleitete ihn sein Fotoapparat.[3] Immer wieder fand er Motive mit dem Blick auf das Wesentliche, das er gekonnt auch in entsprechende Worte zu fassen verstand.[1] Severin Schneider richtete als Direktor des Abteigymnasiums Seckau ein kleines Photographica-Museum für seine Schüler ein und gab seit 1992 den von ihm begründeten und jährlich erscheinenden Seckauer Kalender mit zumeist von ihm selbst erstellten Fotografien heraus,[3] wobei der jeweilige Untertitel des Kalenders den gewählten Schwerpunkt der Fotografien bezeichnete (z. B. Dächer, Zeitzeugnisse, Unbeachtetes, ...).

Das Zusammenwirken von Wort und Bild wird beispielhaft in zwei von ihm verfassten Büchern, dem Bildkatechismus Glauben gibt dem Leben Sinn von 1978 und dem Bildband Weg Jakobsweg Lebensweg: Impressionen von 2009, deutlich. Das letztgenannte Buch (siehe auch Abschnitt: Publikationen) zeigt eine Zusammenstellung von Bildern und dazu passenden Gedanken, entstanden während dreier Fußwallfahrten nach Santiago de Compostela, die Schneider allesamt nach Vollendung seines 70. Lebensjahres durchführte (2001, 2003, 2005).[5]

„Die Erfahrung lehrt, dass Wort und Bild, einander unterstützend und ergänzend, dem Menschen mehr sagen als das Wort allein oder das Bild allein. ... Ich meine, dass unser Glaube lebendiger wird, wenn man das ins Wort Gefasste im Bild schaut und das im Bild Ausgedrückte durch das Wort verdeutlicht.“

Severin Schneider, aus dem Vorwort zum Buch Glauben gibt dem Leben Sinn. Ein Bildkatechismus.

Der frühere steirische Diözesanbischof Egon Kapellari wählte im Jahr 2016 als Coverbild für sein zu seinem 80. Geburtstag erschienenes Buch Schritte zur Mitte. Eine Nachlese ein von Severin Schneider fotografiertes Bild der Seckauer Kreuzigungsgruppe.[6]

Severin Schneider starb am 2. November 2018 nach langer Krankheit im Landeskrankenhaus Judenburg-Knittelfeld. Am 10. November 2018 feierte der Erzbischof von Salzburg Franz Lackner OFM gemeinsam mit dem emeritierten Diözesanbischof von Linz Maximilian Aichern OSB, dem Bischofsvikar der Diözese Graz-Seckau Heinrich Schnuderl, den Mitgliedern des Seckauer Konventes sowie vielen weiteren Priestern, Freunden und Wegbegleitern das Requiem in der Basilika Seckau, anschließend wurde Schneider am Seckauer Ortsfriedhof beigesetzt.[1][3][7]

Ehrungen und Auszeichnungen

Publikationen

  • Severin Schneider: denn du bist da. Psalmengebete. Echter/Tyrolia-Verlag, Würzburg 1972, ISBN 3-429-002-32 X
  • Severin Schneider: dich suchen wir. Psalmengebete. Echter/Tyrolia-Verlag, Würzburg 1973, ISBN 3-429-00294 X
  • Severin Schneider: Sein Wort trifft immer. Meditationen zum Lukas-Evangelium. Echter/Tyrolia-Verlag, Würzburg 1975, ISBN 3-429-00411 X
  • Severin Schneider: Glauben gibt dem Leben Sinn. Ein Bildkatechismus. Echter-Verlag, Würzburg 1978, ISBN 3-429 00540 X
  • Severin Schneider: Erfüllt von Gottes Wort. Psalmengebete. Alle Fotos von Severin Schneider. Echter-Verlag, Würzburg 1983, ISBN 3-429-00822-0
  • Severin Schneider (Hrsg.): Im Schönen verweilen, Edition Seckau, Band 1, Benediktinerabtei Seckau, 3/1995, ISBN 3-9015-0001-4
  • Severin Schneider (Hrsg.): Im Schönen verweilen II, Edition Seckau, Band 2, Benediktinerabtei Seckau, 6/2001, ISBN 3-9015-0004-9
  • Severin Schneider: Weg Jakobsweg Lebensweg: Impressionen, Ingenium-Verlag, Graz 2009, ISBN 978-3-902380-07-4
  • Severin Schneider mit P. Othmar Stary: Benediktinerabtei Seckau, Seckau 2014.
  Commons: Severin Schneider  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 Parte P. Dr. Severin Schneider OSB, abtei-seckau.at vom 2. November 2018, abgerufen am 4. November 2018.
  2. Steirische Priesterjubilare 2016, sonntagsblatt.at vom 10. Jänner 2016, abgerufen am 4. November 2018.
  3. 1 2 3 4 Abschied - Seckau trauert um 
P. Severin Schneider, sonntagsblatt.at vom 7. November 2018, abgerufen am 8. November 2018.
  4. Unsere Firmspender, sonntagsblatt.at vom 28. Dezember 2010, abgerufen am 8. November 2018.
  5. Pilgern als spirituelle und erlebnisreiche Entdeckungsreise. Buchpräsentation des Buches „Jakobsweg – Lebensweg – Impressionen“ von Pater Severin Schneider, schuetzenhoefer.steiermark.at, abgerufen am 4. November 2018.
  6. Schritte zur Mitte, sonntagsblatt.at vom 21. Jänner 2016, abgerufen am 11. Dezember 2018.
  7. Trauer um Pater Severin Schneider, kleinezeitung.at vom 6. November 2018, abgerufen am 7. November 2018.
  8. Dieter Rupnik: Höchste Landesauszeichnungen für Personen aus den Bereichen Medizin, Wirtschaft, Bildung und Medienkultur, kommunikation.steiermark.at vom 25. Jänner 2005, abgerufen am 4. November 2018.