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vom 15.01.2018, aktuelle Version,

St. Kathrein in der Scharte

St. Kathrein in Hafling
St. Kathrein vor den Bergen der Texelgruppe

St. Kathrein in der Scharte, auch St. Katharina in der Scharte, ist eine Kirche in Hafling (Südtirol) aus dem 13. Jahrhundert, die der heiligen Katharina von Alexandrien geweiht wurde.

Aufgrund ihrer exponierten Lage ist sie ein beliebtes Postkartenmotiv und weit im Burggrafenamt um Meran zu sehen.

Geschichte

Die heutige Kirche entstand wahrscheinlich in vier Bauphasen.

Nach einer Überlieferung brannte im Jahre 1202 ein Vorgängerbau aus, woraufhin man sich zum Neubau eines romanischen Kirchenschiffes in Form einer Saalkirche entschloss. Dieser wurde 1251 vom Tridentiner Bischof Egno von Eppan geweiht.

Im 15. Jahrhundert setzte man an das Kirchenschiff den heutigen gotischen Chor mit Kreuzrippengewölbe und polygonalem Abschluss, der 1452 geweiht wurde. Aus der gleichen Zeit stammt auch der massive, viergeschossige Turm.

Im 16. Jahrhundert wurde das niedrigere romanische Kirchenschiff auf die Höhe des Chorgewölbes erhöht. Dabei erhielt die Kirche einen neuen Dachstuhl. Die Höhe des alten Dachstuhls kann anhand einer Baunaht am Westgiebel nachvollzogen werden.

Die heutige Vorhalle der Kirche entstammt dem Historismus um 1900.

In den Jahren von 1982 bis 1984 und 1999 wurde das Gotteshaus umfassend saniert.

Ausstattung

BW

In der Vorhalle sind Anfang des 15. Jahrhunderts entstandene Fresken zu sehen. Sie zeigen Szenen aus dem Leben der heiligen Katharina.

Das Innere der Kirche ist schlicht in weiß gehalten. Am Triumphbogen stehen zwei barocke Figuren der heiligen Florian (links) und Rochus (rechts).

An der Südwand des Langhauses steht ein Renaissancealtar, der im Zentrum eine Plastik des heiligen Sebastian zeigt, die von weiteren Heiligen und Putten gerahmt wird.

Gegenüber diesem Altar hängt die wohl ebenfalls aus der Renaissance stammende Kanzel.

Den Chorraum dominiert ein spätgotischer Flügelaltar des 15. Jahrhunderts. Im Zentrum des Schreins steht eine Figur der hl. Katharina, die von Johannes dem Täufer und der hl. Maria Magdalena gerahmt wird. Die Flügel zeigen Reliefs der hll. Georg (links) und Martin (rechts). Im Gesprenge steht eine Madonna zwischen zwei weiteren Heiligen.

Literatur

  • Cornelia Oelwein: Bewahrte Kostbarkeiten in Tirol. Band 2. Tyrolia, Innsbruck 2014, ISBN 978-3-7022-3341-9, S. 26–29.
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