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vom 03.01.2017, aktuelle Version,

St. Peter (Klagenfurt am Wörthersee)

10. Klagenfurter Bezirk
St. Peter
slow. Šenpeter pri Celovcu
Fläche 7,18 km²
Geografische Lage 46° 38′ N, 14° 20′ O
Höhe 439 m ü. A.
(Pfarrkirche St. Peter)
Einwohner 19269 (Stand: 2011)
2684 Einwohner je km²
Postleitzahl 9020, 9024, 9028, 9029
Karte der Bezirke von Klagenfurt
Karte der Bezirke von Klagenfurt

St. Peter (auch: St. Peter-Welzenegg, slowenisch Šentpeter pri Celovcu) ist der 10. Bezirk der Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee.

Geographie

Westansicht von Schloss Harbach ( Markus Pernhart um 1850)

St. Peter befindet sich östlich der Klagenfurter Innenstadt. Im Süden grenzt der Bezirk entlang der Ebenthaler Straße an den Bezirk St. Ruprecht, im Westen verläuft die Grenze entlang der Linie Ebenthaler Straße – Reichenberger Straße – Völkermarkter Straße – Fluss Glan an die Völkermarkter Vorstadt, im Norden entlang von Dammgasse – Karl-Friedrich-Gauß-Straße, quert das Flugfeld des Klagenfurter Flughafens und verläuft weiter entlang der Drasendorfer Straße und umschließt die Ortschaft Witternitz. Im Osten verläuft die Grenze wieder quer durch das Flugfeld, dann entlang der Alten Stadtgrenze und der St. Jakober-Straße und grenzt dann weiters an die Marktgemeinde Ebenthal in Kärnten.

Neben dem IX. Stadtbezirk Annabichl durchfließt die Glan auch St. Peter. Sie „betritt“ den Bezirk im Nordwesten, durchläuft ihn in südöstlicher Richtung und verlässt ihn an der Gemeindegrenze zu Ebenthal in Kärnten. In früheren Jahrhunderten säumten mehrere Mühlen das Flussufer. Keine einzige davon ist mehr erhalten geblieben. Eine Lithografie mit dem Motiv einer solchen Mühle unweit des Schlosses Welzenegg veranschaulicht die damalige Flusslandschaft mitsamt ihrer Infrastruktur.

Geschichte

Glan-Mühle beim Schloss Welzenegg, Anfang 19. Jahrhundert

Die bis dahin eigenständige Gemeinde St. Peter wurde am 15. Oktober 1938 in die Stadt Klagenfurt eingemeindet.

Bedeutende Persönlichkeiten

Spiritus- und Hefefabrik in Limmersach

Herrenhaus (Fischlstraße 34)
ehemaliger Senf-Turm der früheren Spiritus- und Hefefabrik

Der Großindustrielle Siegmund Fischl erwarb 1891 die zu dieser Zeit stillgelegte Spiritus- und Hefefabrik in Limmersach, die viele Jahre später in den Besitz von Mautner-Markhof überging.

Das Werk liegt am Ostrand der nach Fischl benannten Siedlung und stellt nach dessen Schließung Ende des 20. Jahrhunderts nur noch eine Industrieruine dar. Den Blickfang des Besitzes bildet das mehrgeschoßige stattliche Herrenhaus. Dieses wird heute zum Teil als städtischer Kindergarten und Hort genutzt. Südlich davon schließt sich der Fischl-Park mit alten Bäumen, Spazierwegen und einem großen Ententeich an.

Verwaltungsgliederung

St. Peter gliedert sich in zwei Katastralgemeinden und in folgende Ortschaften.

  • St. Peter bei Ebenthal:
    • Ladinach, Limmersach, St. Peter
  • Welzenegg:
    • Haidach (slo. Vresje), Oberhaidach, Welzenegg, Witternitz

Pfarren und Kirchen

Der Bezirk St. Peter ist Sitz einer der beiden Klagenfurter evangelischen Gemeinden und wird von vier katholischen Pfarren verwaltet:

  • Pfarre St. Peter
    • Neue Pfarrkirche
    • Alte Pfarrkirche
  • Pfarre St. Theresia
    • Pfarrkirche St. Theresia
  • Pfarre Welzenegg
    • Pfarrkirche Welzenegg
  • Pfarre St. Modestus
    • Pfarrkirche St. Modestus
    • Kirche St. Ulrich/Krastowitz

Bauwerke

Wirtschaft und Infrastruktur

St. Peter ist nach dem Bezirk St. Martin der Klagenfurt Stadtbezirk mit der zweithöchsten Einwohnerzahl. Hier entstanden große Wohnsiedlungen wie zum Beispiel die Fischl-Siedlung.

Im Bezirk befindet sich das Landesfeuerwehrkommando und die Landesfeuerwehrschule des Landes Kärnten, das Straßenbauamt, das Kinozentrum Cinecity und der Bahnhof Klagenfurt-Ebenthal. An der Völkermarkter Straße und entlang des Südrings entstanden große Einkaufszentren und Großmärkte.

Slowenisches/zweisprachiges Bildungswesen

Eines der slowenischen Kulturzentren der Stadt: der Mladinski dom

In Sankt Peter befinden sich einige der zentralen slowenischen Bildungseinrichtungen der Stadt Klagenfurt, zumal diese seit jeher politisches und kulturelles Zentrum sowie Wohnort von Kärntner Slowenen gewesen ist. Diese Bildungseinrichtungen, die auf Basis der verfassungsmäßig eingeräumten Rechte eingerichtet wurden, dienen zunehmend als interkulturelle Begegnungsstätten für alle Landesbürger.

Darunter befinden sich das Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium für Slowenen (Zvezna gimnazija in Zvezna realna gimnazija za Slovence)[2], die im selben Gebäudekomplex befindliche zweisprachige Bundeshandelsakademie[3], die öffentliche zweisprachige Volksschule 24 (Javna dvojezična ljudska šola 24)[4], sowie seit 1984 der Kindergarten Sonce im Mladinski dom.[5] In der Mikschallee 4 befindet sich auch die slowenische Kärntner Musikschule (Glasbena šola na Koroškem).

Diese Bildungseinrichtungen bedienen sich moderner pädagogischer Ansätze, um den Kindern der Gemeinde Grundlagen für die persönliche Entwicklung und die Erhöhung ihrer Zukunftschance in einem gemeinsamen Europa zu bieten.[6]

In St. Peter ist der Sitz der umfassend bestückten öffentlichen slowenischen Depositarbibliothek Slowenische Studienbibliothek im Mladinski dom und zwar in der Mikschallee 4.[7]

Koralmbahn

Koralmbahn nahe der Südring-Unterführung

Die Koralmbahn von Klagenfurt nach Graz führt in west-östlicher Richtung durch den Stadtbezirk. Voraussichtlich im Jahr 2018 wird die Gesamtstrecke durchgehend befahrbar sein.

Literatur

  • Anton Kreuzer/Johann Jaritz: St. Peter und die Ebentaler Allee, Klagenfurt 2009, Kreuzer Buch, Einigkeitsstraße Nr. 3, 9020 Klagenfurt
  Commons: St. Peter (Klagenfurt am Wörthersee)  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ohne Titel. Google Maps, abgerufen am 14.3.10.
  2. Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium für Slowenen: http://cms.bgslo.at/cms/
  3. Zweisprachige Bundeshandelsakademie: http://web2.cylex.de/firma-home/zweisprachige-bundeshandelsakademie-4434545.html
  4. Öffentliche zweisprachige Volksschule 24/Javna dvojezična ljudska šola 24: http://www.vs-klagenfurt24.ksn.at/
  5. Kindergarten Sonce: http://www.mladinskidom.at/slo/vrtec-slo.htm (mit Kontaktadresse und E-Mail)
  6. Auf der Homepage des „Mladinski dom“ finden sich weitere Informationen: www.mladinskidom.at
  7. Slovenska študijska knjižnica/Slowenische Studienbibliothek: http://www.celovec.sik.si/