unbekannter Gast
vom 22.09.2016, aktuelle Version,

Stallhof

Wappen der früheren Gemeinde Stallhof

Stallhof ist ein Ort in der Weststeiermark. Er war bis Ende 2014 eine Gemeinde mit 535 Einwohnern (Stand 2014) im Bezirk Deutschlandsberg (Gerichtsbezirk Deutschlandsberg). Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform wurde Stallhof 2015 mit den Gemeinden Stainz, Stainztal, Rassach, Marhof und Georgsberg zusammengeschlossen,[1] die neue Gemeinde führt den Namen Stainz weiter. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz - StGsrG.[2]

Geografie

Stallhof liegt in der Weststeiermark. Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden außer Stallhof.

Geschichte

Der Ort war Teil der 1122 entstandenen Mark Steiermark, die 1180 als Herzogtum Steiermark von Bayern getrennt wurde. Ab 1192 wurde das Gebiet durch die Babenberger in Personalunion zwischen Österreich und der Steiermark regiert. Von 1282 bis 1918 stand das Gebiet unter der Herrschaft der Habsburger, es lag im zunächst im „Viertel zwischen Mur und Drau“, danach im Marburger Kreis der Steiermark, der zunächst bis in das Kainachtal reichte, dessen Grenze aber mehrfach nach Süden verschoben wurde, sodass Stallhof mit den anderen Gemeinden des Stainztals ab 1. November 1783 im Grazer Kreis lag. Am 6. November 1918 kam der Ort als Teil der Steiermark zur Republik Deutsch-Österreich.

An der Ortsgrenze lag die Stainzer Zündwarenfabrik, die im April 1927 aufgrund wirtschaftlicher Probleme geschlossen werden musste. Weil das Fabriksgebäude fast gänzlich in Stainz lag, die Werkswohnungen aber in Stallhof, hatte die ehemalige Gemeinde damals die Lasten aus der Versorgung der Arbeitslosen zu tragen. Da das mit Ausbruch der Weltwirtschaftskrise nicht mehr ausreichend möglich war, drohte die Bevölkerung zu verarmen. Aufmärsche, Protestaktionen und politische Konflikte waren die Folge, auch deswegen, weil sich nun die Situation der bisher wirtschaftlich noch besser gestellten agrarischen Schichten der Gemeinde ebenso rapide zu verschlechtern begann.[3]

Lage der früheren Gemeinde Stallhof im Bezirk Deutschlandsberg mit den Gemeindegrenzen bis Ende 2014

Ein weiterer wirtschaftlicher Schlag für Stallhof war die Einstellung der Lokalbahnlinie von Stainz nach Preding-Wieselsdorf erstmals mit 18. Jänner 1932, die auch nach Wiederaufnahme eines eingeschränkten Betriebes keine dauernde wirtschaftliche Relevanz mehr erreichen konnte.

Nach der Annexion Österreichs 1938 kam lag der Ort im Reichsgau Steiermark, 1945 bis 1955 war er Teil der britischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerungsentwicklung

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat bestand zuletzt aus 9 Mitgliedern und setzte sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 1 ÖVP
  • 8 SPÖ – stellt den Bürgermeister

Bürgermeister

Bürgermeister war Harald Kienzl (SPÖ).

Wappen

Die Verleihung des Wappens an die frühere Gemeinde erfolgte mit Wirkung vom 1. August 2007, die Wappenbeschreibung lautet: „In silbernem Schild pfahlweise ein aus roten Ziegelsteinen gefügter sich nach oben verjüngender Schlot, begleitet von je einem grünen kleeblattförmig ausgeschlagenen Seeblatt, daraus je ein grüner dreifach beblätterter Kleestängel wachsend.“[4]

Kultur

In Stallhof sind acht Kapellen, Bildstöcke und Wegkreuze dokumentiert.[5]

Historische Landkarten

  Commons: Stallhof  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. § 3 Abs. 2 Z 5 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 2.
  3. Gerald M. Wolf: „Jetzt sind wir die Herren …“ Die NSDAP im Bezirk Deutschlandsberg und der Juli-Putsch 1934. Grazer zeitgeschichtliche Studien, hrsg von Klaus Hödl und Werner Suppanz. Band 3. Studienverlag Innsbruck 2008. ISBN 978-3-7065-4006-3. Seite 51, 54–55 und 61, Fußnote 112.
  4. Landesgesetzblatt Steiermark Nr. 59/2007
  5. Winfried Bräunlich, Dieter Weiss: Zeichen am Weg. Religiöse Kleindenkmäler in den Gemeinden Georgsberg, Rassach, Stainztal und Stallhof. Simadruck Deutschlandsberg. Stainz 2012. S. 159–165.