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vom 30.05.2020, aktuelle Version,

Bezirk Deutschlandsberg

Lage
Bezirk Bruck-MürzzuschlagBezirk DeutschlandsbergGrazBezirk Graz-UmgebungBezirk Hartberg-FürstenfeldBezirk LeibnitzBezirk LeobenBezirk LiezenBezirk MurauBezirk MurtalBezirk SüdoststeiermarkBezirk VoitsbergBezirk Weiz Lage des Bezirks Deutschlandsberg im Bundesland Steiermark (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Basisdaten
Bundesland Steiermark
NUTS-III-Region AT-225
Verwaltungssitz Deutschlandsberg
Fläche 864 km²
Einwohner 60.821 (1. Jänner 2019)
Bevölkerungsdichte 70 Einw./km²
Kfz-Kennzeichen DL
Bezirkshauptmannschaft
Bezirkshauptmann Helmut-Theobald Müller
Webseite bh-deutschlandsberg.
steiermark.at
Karte
Bad SchwanbergDeutschlandsbergEibiswaldFrauental an der LaßnitzGroß Sankt FlorianLannachPölfing-BrunnPredingSankt Josef (Weststeiermark)Sankt Martin im SulmtalSankt Peter im SulmtalSankt Stefan ob StainzStainzWettmannstättenWiesSteiermark Lage der Gemeinde Bezirk Deutschlandsberg im Bezirk Deutschlandsberg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild

Der Bezirk Deutschlandsberg ist ein politischer Bezirk des Landes Steiermark.

Geografie

Geografische Lage

Der Bezirk Deutschlandsberg liegt im Südwesten der Steiermark in den Lavanttaler Alpen. Er wird im Westen und Südwesten von der Koralpe begrenzt und im Südosten – östlich des Radlpasses – vom Poßruck. Im Norden wird er durch die östlichen Ausläufer der Packalpe begrenzt. Lediglich im Osten existiert keine natürliche Grenze. Der Bezirk misst sowohl in Nord-Süd- als auch in Ost-West-Richtung an der breitesten Stelle circa 35 km.

Der Bezirk wird größtenteils nach Osten zur Mur hin entwässert. Der äußerste Nordosten an der Grenze zum Bezirk Graz-Umgebung gehört zum Einzugsgebiet der Kainach. Der Norden wird von der Laßnitz und ihrem wichtigsten Nebenfluss, dem Stainzbach, entwässert. Der Süden gehört zum Einzugsgebiet der Schwarzen und der Weißen Sulm, den beiden Quellflüssen der Sulm. Der Südosten wird vom Saggaubach entwässert. Lediglich die Feistritz im Südwesten gehört zu den Nebenflüssen der Drau.

Die höchsten Erhebungen des Bezirks sind die Handalm (1853 m ü. A.) im Nordwesten und der Große Speikkogel (2140 m ü. A.) im Westen. Der niedrigste Punkt befindet sich mit 286 m ü. A. im Gemeindegebiet von Preding.

Angrenzende Gebietskörperschaften

Der Bezirk Deutschlandsberg grenzt:

Gebietsveränderungen

Nach dem Ersten Weltkrieg kamen die Gemeinde Soboth (Sobota oder v Soboti) und Teile der Gemeinden Oberfesing (Zgornja Vižinga), Pernitzen (Pernice) und St. Primon ob Hohenmauthen (Sveti Primož nad Muto) zu Österreich und damit zum Bezirk Deutschlandsberg. Mit 1. Jänner 1924 wurden die Marktgemeinde Preding und die Gemeinde Tobis aus dem Bezirk Leibnitz (bzw. Gerichtsbezirk Wildon) dem Bezirk Deutschlandsberg und dessen Bezirksgericht zugewiesen.[1]

Kleinere Veränderungen erfolgten ab 1952 zwischen folgenden (damaligen) Gemeinden:[2]

  • 1952 zwischen Gasselsdorf und St. Johann im Saggautal (Ried Weichselberg-Blaselberg)
  • 1964 zwischen Dietmannsdorf im Sulmtal und Prarath
  • 1965 zwischen Breitenbach in Weststeiermark und Gießenberg
  • 1980 zwischen Wettmannstätten und St. Nikolai im Sausal
  • 1981 zwischen Lannach, Lieboch und Mooskirchen
  • 1986 zwischen Großradl und Oberhaag
  • 1988 zwischen Lannach und Dobl
  • 1989 zwischen Preding, Hengsberg und St. Nikolai im Sausal
  • 1990 zwischen Sulmeck-Greith und Gleinstätten
  • 1991 zwischen Preding und Zwaring-Pöls
  • 1994 zwischen Sulmeck-Greith und Oberhaag

Die Amtsräume der Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg befanden sich ab 1868 provisorisch im Gebäude gegenüber dem heutigen Bezirksgericht in der Kirchengasse (ehem. Gasthaus Stelzer), danach bis 1901 im Feilhofer Schlössl. Die Geschichte der Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg wurde in sieben Schautafeln grafisch aufbereitet. Diese Tafeln wurden am 27. August 2018 aus Anlass der 150-Jahr-Feier übergeben, sie sind im zweiten Stock des Amtsgebäudes (Kirchengasse 12) während der Öffnungszeiten zugänglich.[2]

Geschichte

Der Bezirk Deutschlandsberg teilt die Entwicklung der Geschichte der Steiermark. In seinem Gebiet sind eine Reihe von Hügelgräbern dokumentiert, die teilweise unter Denkmalschutz stehen.[3] Durch seine Lage an der Südgrenze der Steiermark gehörte er in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs zum Operationsgebiet von Partisanen aus dem Gebiet der damaligen Untersteiermark (CdZ-Gebiet Untersteiermark).

Der Erste und der Zweite Weltkrieg forderten im Bezirk 4313 Todesopfer. Im 2. Weltkrieg wurden im Bezirk 2269 gefallene und 518 vermisste Soldaten verzeichnet.[4]

Verwaltungsgliederung

Ursprünglich bestand der Bezirk Deutschlandsberg aus 95 Gemeinden bzw. 170 Katastralgemeinden. Er war der einzige, der 1868 im damaligen Herzogtum Steiermark neu geschaffen wurde. Er umfasste drei Gerichtsbezirke:

2014, vor der Strukturreform, bestand der Bezirk aus 40 Gemeinden, im Rahmen der Gemeindestrukturreform 2014/15 wurde die Zahl der Gemeinden im Bezirk deutlich verringert – der Bezirk Deutschlandsberg besteht seit 2015 aus 15 Gemeinden, darunter eine Stadt und zehn Marktgemeinden, die Gesamtfläche beträgt 864,02 km².

Diese 15 Gemeinden sind:

Bad Schwanberg, [5] Deutschlandsberg, Eibiswald, Frauental an der Laßnitz, Groß Sankt Florian, Lannach, Pölfing-Brunn, Preding, Sankt Josef (Weststeiermark), Sankt Martin im Sulmtal, Sankt Peter im Sulmtal, Sankt Stefan ob Stainz, Stainz, Wettmannstätten, Wies.

Die Einwohnerzahlen in der Tabelle sind vom 1. Jänner 2019.[6] Regionen sind Kleinregionen der Steiermark.

Gemeinde Lage Ew km² Ew / km² Gerichts­bezirk Region Typ

Foto
Bad Schwanberg
4.571 124,19 37 Deutschlandsberg 022 Sulmtal–Koralm Markt-
gemeinde

Deutschlandsberg
11.663 179,08 65 Deutschlandsberg 092 (Kernraum) Bad Gams–Deutschlandsberg–Frauental Stadt-
gemeinde

Eibiswald
6.446 152,04 42 Deutschlandsberg Markt-
gemeinde

Frauental an der Laßnitz
2.911 15,58 187 Deutschlandsberg 092 (Kernraum) Bad Gams–Deutschlandsberg–Frauental Markt-
gemeinde

Groß Sankt Florian
4.146 48,78 85 Deutschlandsberg 102 Innovatives Laßnitztal Markt-
gemeinde

Lannach
3.509 19,87 177 Deutschlandsberg Markt-
gemeinde

Pölfing-Brunn
1.625 6,16 264 Deutschlandsberg Markt-
gemeinde

Preding
1.782 18,23 98 Deutschlandsberg 102 Innovatives Laßnitztal Markt-
gemeinde

Sankt Josef (Weststeiermark)
1.622 13,3 122 Deutschlandsberg 064 Unteres Kainachtal Gemeinde

Sankt Martin im Sulmtal
3.093 39,18 79 Deutschlandsberg 022 Sulmtal–Koralm Gemeinde

Sankt Peter im Sulmtal
1.256 10,98 114 Deutschlandsberg 022 Sulmtal–Koralm Gemeinde

Sankt Stefan ob Stainz
3.576 49,23 73 Deutschlandsberg 084 Reinischkogel Gemeinde

Stainz
8.637 92,84 93 Deutschlandsberg 055 Stainz (Schilcherland) Markt-
gemeinde

Wettmannstätten
1.604 17,97 89 Deutschlandsberg 102 Innovatives Laßnitztal Markt-
gemeinde

Wies
4.380 76,57 57 Deutschlandsberg Markt-
gemeinde

Bevölkerungsentwicklung

Bezirkshauptleute seit 1868

1939 bis 1945 Landräte. Ab-Daten ohne nähere Angabe bezeichnen den Jahresbeginn.[7][8]

Ferdinand Praunegger 3. August 1868
Gustav Gutmann 8. Juli 1871
Franz Lautner 27. Februar 1873
Julius Franzi Ritter von Vesteneck  25. September 1881
Alexander Freiherr von Neupauer  28. Jänner 1888
Rudolf Graf Pace 25. August 1890
Johann Hussak 24. Jänner 1897
Otto Demeter Tirka 23. Mai 1901 (bis 20. Juli 1904 Leiter)
Josef de Villavicencio 19. Jänner 1906
Ferdinand Zoffal 28. August 1913 (bis 1915 Amtsleiter)
Viktor Kastner-Pöhr März 1924
Johann(es) Knieli 1933 – 11. März 1938 (als „politisch unzuverlässig“ der Funktion enthoben, nach Graz und im November in den Ruhestand versetzt, wieder eingesetzt ab 25. Juni 1945)[2]
Anton Stiegler 12. – 14. März 1938
Josef Pleunik 15. März 1938 – 30. August 1938
Alois Dieber 15. September 1938 – 31. August 1939
Rudolf Schwarz 31. August – 2. September 1939
Wolfgang Buder 2. September 1939
Wolfgang Kunz 26. Juli 1940
Herbert Leonhardt April 1943
Josef Huber November 1944
Franz Rader 15. Mai 1945 (provisorisch, als Amtstierarzt, späterer Landesveterinärdirektor)[2]
Johann(es) Knieli 25. Juni 1945 (ab 1949 Bezirkshauptmann von Graz-Umgebung)
Anton Kronabether 1949 (bereits vorher 1938 als Stellvertreter von BH Knieli inhaftiert, entlassen, mit Berufsverbot belegt)[2]
Friedrich Mayer 1960
Artur Prommer 1965 (ab Dezember 1964 nach einem schweren Unfall seines Vorgängers geschäftsführend, ab 1. Juli 1965 definitiv)
Herbert Schell 1974
Ingrid Klug-Funovits 1989
Helmuth-Theobald Müller August 1996

Literatur

  • Wochenzeitung „Weststeirische Rundschau“. Unabhängige Wochenzeitung der Firma Simadruck für den Bezirk Deutschlandsberg. Deutschlandsberg, ab 1927.
  • Konrad Maritschnik: „Aufgelassene Volksschulen im Bezirk Deutschlandsberg.“ Eigenverlag 2014.
  • Helmut-Theobald Müller (Hrsg.), Gernot Peter Obersteiner (wissenschaftliche Gesamtleitung): „Geschichte und Topographie des Bezirkes Deutschlandsberg.“ („Bezirkstopographie.“) Graz-Deutschlandsberg 2005, ISBN 3-901938-15-X, Steiermärkisches Landesarchiv und Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg 2005. In der Reihe: „Große geschichtliche Landeskunde der Steiermark.“ Begründet von Fritz Posch †, Band 3.
  • Gerald Wolf: „Die NSDAP im Bezirk Deutschlandsberg von 1933 bis zum »Anschluss« 1938.“ In: Herbert Blatnik, Hans Schafranek (Hrsg.): „Vom NS-Verbot zum »Anschluss«. Steirische Nationalsozialisten 1933–1938.“ Czernin Verlag, Wien 2015, ISBN 978-3-7076-0554-9, S. 268–300.
  • Gerald M. Wolf: „Jetzt sind wir die Herren …“ Die NSDAP im Bezirk Deutschlandsberg und der Juli-Putsch 1934 (Grazer zeitgeschichtliche Studien, Band 3). StudienVerlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2008, ISBN 978-3-7065-4006-3.
  • Cathrin Weisi: „… ganz sicher keine Weltgeschichte …“: Eine Region schreibt sich ihre Zeitung – 65 Jahre „Weststeirische Rundschau“ für den politischen Bezirk Deutschlandsberg. Universität Graz, Diplomarbeit, Graz 1992.
  • Gunther Riedlsperger: „Schlösser und Herrensitze im Paradies der Steiermark. Bezirk Deutschlandsberg.“ Simadruck-Verlag Deutschlandsberg.
  • Waltraud Weisi (Hrsg.): „Damals. Alte Photographien aus dem Bezirk Deutschlandsberg.“ Drei Bände, Band 1 1992, Band 2 1995, Band 3 2004, Simadruck, Deutschlandsberg.
  • Heinz Otto: Die Temperaturumkehr in der Südweststeiermark. In: „Mitteilungen des naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark.“ Band 101, Graz 1971, S. 97–118.
Commons: Bezirk Deutschlandsberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • bh-deutschlandsberg.steiermark.at Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg
  • Gemeindeverzeichnis der Bezirkshauptmannschaft Deutsch-Landsberg 1868. Aus: „Politische Eintheilung des Herzogthumes Steiermark, Kundmachung des k. k. Statthalters in Steiermark vom 31. Oktober 1868, womit zur politischen und gerichtlichen Organisirung des Herzogthumes Steiermark die detaillierten Eintheilungs-Uebersichten zur Kenntniß gebracht werden.“ Landesgesetz- und Verordnungsblatt des Herzogthumes Steiermark vom 21. April 1869, XX. Stück, Nr. 36, S. 59 und Anhang.

Einzelnachweise

  1. „Verordnung des Bundeskanzleramtes vom 29. November 1923 über die Zuweisung der Ortsgemeinden Preding und Tobis zum Sprengel des Bezirsgerichtes und zum Amtsbezirk der Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg.“ Bundesgesetzblatt, 117. Stück, Nr. 600, S. 1908.
  2. 1 2 3 4 5 6 „Der Geburtstag des Bezirkes Deutschlandsberg.“ Weststeirische Rundschau, Nr. 35, 31. August 2018, Jahrgang 2018, 91. Jahrgang, S. 1.
  3. Maria Lichtenegger: Die Hügelgräbergruppe „Bründlteiche“. Mit einem Überblick über den Forschungsstand der Hügelgräberforschung in der Steiermark seit 1980. Diplomarbeit an der KFU Graz, Graz 2007. S. 19–35.
  4. Vor 75 Jahren … In: Weststeirische Rundschau. Nr. 19, Jahrgang 2020 (8. Mai 2020), 93. Jahrgang. ZDB-ID 2303595-X. Simadruck Aigner u. Weisi, Deutschlandsberg 2020, S. 2.
  5. bis 2019 „Schwanberg“
  6. Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahresbeginn 2002-2019 nach Gemeinden (Gebietsstand 1.1.2020)
  7. Bezirkshauptleute seit 1868 (PDF; 691 kB), abgerufen am 9. September 2012.
  8. (zu den Lebensläufen von Franz Rader, Johann Knieli, Anton Kronabether und Arthur Prommer) Helmut-Theobald Müller: Vier Bezirkshauptleute, die große Verantwortung für unsere Region übernommen haben. In: Weststeirische Rundschau. Nr. 18, Jahrgang 2020 (1. Mai 2020), 93. Jahrgang. ZDB-ID 2303595-X. Simadruck Aigner u. Weisi, Deutschlandsberg 2020, S. 2–3.